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Wissenschaft
Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bewilligt die Förderung von vier neuen Leibniz-WissenschaftsCampi und verlängert einen Leibniz-WissenschaftsCampus sowie zwei Leibniz-Forschungsverbünde. Diese befassen sich unter anderem mit Klimamodellierung, Antibiotikaresistenzen, gesundem Altern und nachhaltigen Materialien.
In seiner jüngsten Sitzung hat der Senat der Leibniz-Gemeinschaft Entscheidungen in verschiedenen institutsübergreifenden Förderformaten getroffen. So bewilligte er die Förderung von vier neuen Leibniz-WissenschaftsCampi und die Fortsetzung eines Campus zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit Hochschulen zu Themen wie Klimamodellierung, gesellschaftliche Teilhabe, Antibiotikaresistenzen und Nebenwirkungen moderner Krebstherapien. Ebenfalls beschloss der Senat die Fortsetzung von zwei Leibniz-Forschungsverbünden zu den Themen resilientes Altern und Materialsicherheit. Beide Förderinstrumente werden über die Mittel des Leibniz-Wettbewerbsverfahrens finanziert.
Leibniz-WissenschaftsCampi
Mit der Förderung von fünf Leibniz-WissenschaftsCampi baut die Leibniz-Gemeinschaft ihre Kooperationen mit Hochschulen weiter aus. Anfang April 2026 starten vier neue Leibniz-WissenschaftsCampi in Potsdam, Essen, Borstel und Kiel sowie Dortmund. Ein bereits bestehender WissenschaftsCampus in Bochum erhält eine Bewilligung für eine zweite Förderphase. Leibniz-WissenschaftsCampi dienen der strategischen Vernetzung von Leibniz-Instituten mit Universitäten und weiteren Kooperationspartnern ihrer Region unter einem thematischen Fokus. Für die fünf WissenschaftsCampi hat der Senat der Leibniz-Gemeinschaft ein Förderbudget von insgesamt rund sechs Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren bewilligt.
Insgesamt waren zehn Förderanträge gestellt worden. Mit den jetzt geförderten Vorhaben befinden sich insgesamt 19 Leibniz-WissenschaftsCampi in der laufenden Förderung.
Die geförderten Leibniz-WissenschaftsCampi im Einzelnen:
- Der Leibniz WissenschaftsCampus Potsdam „Multiscale Challenges: from Astrophysics to Climate Modelling“ möchte mittels modernster Methoden eine präzise Modellierung von physikalischen Prozessen über zahlreiche Größenskalen hinweg erreichen, da traditionelle Ansätze hierbei häufig an ihre Grenzen stoßen. Die Forschung des Campus verspricht neue Erkenntnisse in Bereichen, die von Galaxienentstehung bis zur Klimaentwicklung reichen. Unter der Federführung des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam und der Universität Potsdam kooperieren hier das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY sowie das Deutsche Zentrum für Astrophysik, mit einer Beteiligung des Landes Brandenburg.
- Der Leibniz ScienceCampus Essen „Skills over the lifecycle” des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen und der Universität Duisburg-Essen widmet sich der Frage, wie kognitive und sozio-emotionale Kompetenzen zu einer erfolgreichen Entwicklung – von Bildungsabschlüssen und Berufserfolg bis hin zur Gesundheit – beitragen. Zudem soll erforscht werden, ob und wie sich solche Kompetenzen durch verhaltens- und verhältnisorientierte Maßnahmen fördern lassen.
- Der Leibniz ScienceCampus Borstel/Kiel „Leibniz Science Campus: Antimicrobial resistance plasticity” möchte die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen in Bakterien besser verstehen. Die Forscherinnen und Forscher wollen ergründen, wie molekulare Prozesse beispielsweise genetische Veränderungen und epigenetische Modifikationen die Resistenzentwicklung beeinflussen, und diese Erkenntnisse in die klinische Diagnostik übersetzen. Im Campus kooperiert das Forschungszentrum Borstel Leibniz Lungenzentrum mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.
- Der Leibniz ScienceCampus Dortmund „Cardio-Oncology Campus for Precision Medicine ” des Leibniz-Instituts für Analytische Wissenschaften – ISAS in Dortmund und der Universität Duisburg-Essen untersucht, welche Mechanismen dazu führen, dass moderne Krebstherapien kardiotoxische Nebenwirkungen haben. Die Resultate sollen ermöglichen, die Therapien präziser zu verstehen, Nebenwirkungen früher zu erkennen und klinisch besser behandelbar zu machen.
- Der Leibniz ScienceCampus Bochum „Resources in Transformation” untersucht das transformative Potenzial von Georessourcen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen dafür sowohl vergangene Phasen der Menschheitsgeschichte als auch Transformationsprozesse in gegenwärtigen Gesellschaften und ihren Lebenswelten untersuchen. In diesem Leibniz-WissenschaftsCampus arbeiten das Deutsche Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen und die Ruhr-Universität Bochum zusammen mit der FernUniversität in Hagen, der Goethe-Universität Frankfurt, der Technischen Hochschule Georg Agricola, dem Forschungszentrum Jülich und der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets.
Leibniz-Forschungsverbünde
Mit Leibniz-Forschungsverbünden stärkt die Leibniz-Gemeinschaft die überregionale, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Leibniz-Instituten zu großen, gesellschaftlich relevanten Themen. Die beiden nun verlängerten Verbünde adressieren mit „Resilient Ageing" und „Advanced Materials Safety" zwei drängende Zukunftsfragen: wie Menschen angesichts des demografischen Wandels bis ins hohe Alter gesund am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, und wie neue Hochleistungsmaterialien sicher und nachhaltig eingesetzt werden können. Das Förderbudget der beiden zur Fortsetzung bewilligten Verbünde beträgt zusammen 2,4 Millionen Euro über eine Laufzeit von vier Jahren.
Der Leibniz-Forschungsverbund „Resilient Ageing“ läuft unter Federführung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut in Jena und des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung in Mainz. Im Zuge des demografischen Wandels und zunehmender sozialer Ungleichheit stellt sich die drängende Frage, wie Menschen bis ins hohe Alter gesund am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. An dieser Frage arbeiten in dem Verbund 14 Leibniz-Institute. Ihre interdisziplinäre Forschung verbindet Kompetenzen in Biologie, Umweltwissenschaften, Medizin und Sozialwissenschaften.
https://resilient-ageing.de/
Der Leibniz-Forschungsverbund „Advanced Materials Safety“ läuft unter Federführung des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden. Ziel des Verbunds ist es, die Sicherheit und Nachhaltigkeit hochentwickelter neuer Materialien über ihren gesamten Lebenszyklus – vom Design bis zum Abbau – zu gewährleisten. Gleichzeitig soll durch innovative Formate der Wissensvermittlung die Akzeptanz für diese neuen Materialien gesteigert werden. Dazu verbinden die zwölf an dem Verbund beteiligten Leibniz-Institute Expertise in Materialwissenschaften, Biologie und Toxikologie, Informatik, Bildungswissenschaften und Wissenschaftskommunikation.
https://leibniz-advanced-materials-safety.de
Allgemeine Informationen zu Leibniz-Forschungsverbünden und Leibniz-WissenschaftCampi finden sich online unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-wissenschaftscampi und http://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-forschungsverbuende
Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft:
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 - 471
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de
Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf technologisch relevanter Forschung und aktivem Technologietransfer: Leibniz-Institute bringen innovative Entwicklungen gezielt in die Anwendung und fördern durch Kooperationen mit Wirtschaft und Industrie die Umsetzung neuer Technologien in die Gesellschaft. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.400 Personen, darunter 12.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Finanzvolumen liegt bei gut 2,3 Milliarden Euro.
http://www.leibniz-gemeinschaft.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
fachunabhängig
überregional
Forschungsprojekte, Organisatorisches
Deutsch

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