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25.03.2026 11:15

Das KIT auf der Hannover Messe 2026: Fusion, Robotik, Quantentechnologien

Christian Könemann Kommunikation und Marketing
Karlsruher Institut für Technologie

    Lösungen zu Fusionstechnologie, das Erzeugen und Nutzen von Wasserstoff sowie die Kalibrierung und Kooperation von Industrierobotern – auf der Hannover Messe vom 20. bis 24. April 2026 präsentieren Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Halle 11 am Stand B06 innovative Technologien. Zudem geht es um additiv gefertigte Multi-Material-Keramiken, elektrochemische Syntheseprozesse und Quantentechnologien. Studierende stellen ein eigenes Hyperloop-Konzept vor.

    „Wie wir uns fortbewegen, kommunizieren oder Energie erzeugen – vieles davon wird gerade neu gedacht. Am KIT finden wir Antworten auf solche grundlegenden Veränderungen unserer Lebenswirklichkeit“, sagt Professor Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT. „Auf der weltgrößten Industriemesse präsentieren wir deshalb wegweisende Zukunftstechnologien. Ob visionäre Reiseformen, neue Möglichkeiten im Bereich Robotik, entscheidende Schritte auf dem Weg zum ersten Fusionsreaktor oder sichere Kommunikation durch Quantennetzwerke: Das KIT zeigt, was möglich ist, wenn die besten Köpfe aus der ganzen Welt unsere exzellenten Forschungsstrukturen nutzen.“

    Am Dienstag, 21. April, von 16:30 bis 17:30 Uhr nimmt Hesthaven an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Europäische Verteidigung: Wie wir die industrielle Landschaft schaffen, die wir brauchen“ teil. Die Veranstaltung findet auf der Center Stage in Halle 25 statt.



    Vom KIT präsentierte Technologieentwicklungen

    Tritium-Brutblanket – Herzstück eines Fusionsreaktors
    Fusion gilt als Schlüsseltechnologie für sichere, klimafreundliche Energieversorgung der Zukunft. Forschende des KIT leisten dazu einen Beitrag: Mit dem Herzstück des Reaktors – dem Tritium-Brutblanket (TBB). Sie befindet sich zwischen dem 150 Millionen Grad Celsius heißen Plasma und den supraleitenden Magneten mit einer Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt. Dieser Temperaturunterschied ist eine große technische Herausforderung. Zugleich muss das TBB den für die Fusion unverzichtbaren Brennstoff Tritium erzeugen. Die Entwicklung der Komponenten eröffnet neue Perspektiven für die Industrie, etwa in der Produktion belastbarer Materialien und präziser Fertigungstechnik.

    photreon – Wasserstoff aus nichts als Wasser und Sonnenlicht
    Ein am KIT entwickeltes Photoreaktorpaneel ermöglicht die Produktion von Wasserstoff aus nichts als Wasser und Sonnenlicht. Das patentgeschützte Design von photreon lässt sich über Massenfertigungsverfahren in großen Stückzahlen verwirklichen. Damit erlaubt es die Skalierung der Produktion von kostengünstigem grünem Wasserstoff. So macht photreon die Umstellung auf grünen Wasserstoff wirtschaftlich und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Standorten.

    Kompressorlose Gasturbine – Rekordlaufzeit für grüne Stromerzeugung
    Neue Maßstäbe für die Nutzung von Wasserstoff in der Energieversorgung setzt eine innovative kompressorlose Gasturbine: Der Detonationsbrenner mit Druckgewinnverbrennungstechnologie erreichte eine Rekordlaufzeit von 303 Sekunden – dies übertrifft den bisherigen NASA-Rekord von 250 Sekunden. Um die Luft vor der Zündung zu verdichten, bedarf es keiner zusätzlichen Energie. Wasserstoff lässt sich anders als Erdgas mit erneuerbaren Energien produzieren. Mit der kompressorlosen Gasturbine ist dem KIT ein wichtiger Schritt für eine effiziente Hochleistungstechnologie zur grünen Stromerzeugung mit Wasserstoff gelungen.

    Kalibrierung kamerageführter Industrieroboter – vollautomatisch, schnell und genau
    Der Einsatz von Industrierobotern ist heute Standard in der Produktion. Mit Kameras ausgestattet, können sie flexibel auf ihre Umgebung reagieren. Bei Anwendungen, die eine hohe Genauigkeit erfordern, ist eine Roboterkalibrierung essenziell: Die Geometrie des Roboters wird bestimmt, das heißt, seine kinematischen Parameter werden ermittelt. Ein vom KIT in Kooperation mit der MVTec Software GmbH neu entwickeltes Verfahren nutzt die am Roboter vorhandene Kamera für die Kalibrierung – vollautomatisch, kostengünstig, schnell und genau.

    Präzise kooperative Robotik – mit optimal verteilten Kräften
    Physisch gekoppelte Industrieroboter ermöglichen durch Kooperation in der Produktion anspruchsvolle Fertigungsprozesse, wie sie sich bisher nur mit klassischen Werkzeugmaschinen realisieren ließen. Forschende des KIT haben in Kooperation mit dem FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe ein neuartiges Regelungssystem entwickelt, das zwei Roboter koppelt, die Kräfte zwischen ihnen optimal verteilt und interne Verspannungen reguliert. So lassen sich hohe Fertigungsgenauigkeiten erzielen.

    Multi-Material-Keramiken – additive Fertigung für Hightech-Anwendungen
    Ein am KIT entwickeltes Materialsystem ermöglicht es, zwei verschiedene Keramikwerkstoffe bereits während eines Druckvorgangs zu einem einzigen Bauteil zu vereinen. Es bildet die Grundlage für das Multi-Material Additive Manufacturing (MMAM). Dadurch lassen sich unterschiedliche funktionale, mechanische, elektrische oder thermische Eigenschaften innerhalb eines Bauteils gezielt kombinieren. So entstehen hochpräzise Hybridkeramiken mit lokal variierenden Eigenschaften, beispielsweise mit hartem Rand und porösem Kern. Zusätzliche mechanische Nachbearbeitungsschritte wie Fräsen oder Drehen sind nicht erforderlich.

    Offene Flusselektrolysezelle – für nachhaltigere chemische Produktion
    Im Innovationsnetzwerk ETOS arbeiten Akteure aus Forschung und Industrie an neuen Verfahren, welche die chemische Produktion nachhaltiger machen. Im Zentrum steht das Konzept Power-to-Chemicals – die Nutzung elektrischer Energie, idealerweise aus erneuerbaren Quellen, zur Herstellung von Chemikalien. Dadurch lassen sich chemische Produktionsprozesse kosteneffizienter, sicherer und umweltfreundlicher gestalten. Die offene Flusselektrolysezelle zeigt das Funktionsprinzip elektrochemischer Syntheseprozesse im Durchflussbetrieb. Dabei strömt eine Reaktionslösung kontinuierlich durch die Zelle und passiert zwei Elektroden. Durch den angelegten elektrischen Strom wird die gewünschte chemische Reaktion ausgelöst.

    Quantennetzwerke – abhörsichere Kommunikation
    Sichere Kommunikation ist für moderne digitale Infrastrukturen unverzichtbar. Quantennetzwerke eröffnen dafür grundlegend neue Möglichkeiten: Sie verteilen geheime Schlüssel für die Verschlüsselung mithilfe einzelner Photonen, die Gesetze der Quantenphysik gewährleistet dabei die Sicherheit. Bei der Quantenschlüsselverteilung werden Informationen in den Quantenzuständen von Licht kodiert. Jeder Abhörversuch verändert diese Zustände zwangsläufig und wird dadurch sofort erkannt. Am KIT entwickeln Forschende zentrale Technologien, die für die praktische Realisierung der Quantenkommunikation erforderlich sind.

    mu-zero HYPERLOOP e.V. – Studierende für die Mobilität der Zukunft
    Transportkapseln bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit durch weitgehend luftleere Röhren – darin besteht das Hyperloop-Konzept. Initiativen auf der ganzen Welt befassen sich mit dem Hyperloop – unter ihnen der Studierendenclub mu-zero HYPERLOOP e.V. am KIT. Neben Straßen-, Schienen-, Wasser- und Luftfahrzeugen könnte sich der Hyperloop als fünftes Verkehrsmittel für die Mobilität der Zukunft etablieren. Denn der Hyperloop kann Reisezeit, Energieverbrauch und Landnutzung im Vergleich zu herkömmlichen Verkehrsmitteln erheblich reduzieren.



    Das KIT an weiteren Messeständen

    Am Stand des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Halle 11, Stand B59, stellt sich die neueste Generation der am KIT entwickelten ARMAR-Roboterfamilie vor: Der humanoide Roboter ARMAR-7 lernt seine Fähigkeiten von Menschen, aus eigener Erfahrung und versteht sogar Sprache.

    Am Messestand „German Pavilion – Baden-Württemberg“ in Halle 12, Stand E63, präsentiert sich die vom KIT mitgetragene Forschungsplattform CELEST. Sie befasst sich mit elektrochemischer Energiespeicherung.

    Die KIT-Gründerschmiede, eines der größten universitären Gründerzentren in Deutschland, stellt in Halle 11, Stand D40, zehn Start-ups vor. An jedem Messetag sind jeweils zwei vertreten: BEnergy GbR und SciValon GbR, nanoshape GmbH und smada GbR, Spotium GmbH und SuperHeated GbR, adjusted flow GmbH und KCM GbR, Photreon GbR und OSS Onsite Solutions GbR.



    Das KIT im Konferenzprogramm
    Center Stage in Halle 25

    Dienstag, 21. April, 16:30 Uhr: Podiumsdiskussion „Europäische Verteidigung: Wie wir die industrielle Landschaft schaffen, die wir brauchen“
    Professor Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT, Dr. Michael Schöllhorn, Chief Executive Officer von Airbus Defence and Space

    Expert Stage im „Solution Lab“ der Halle 11, Stand B69

    Mittwoch, 22. April, 10:50 Uhr: Vortrag „Kalibrierung kamerageführter Industrieroboter“
    Professor Markus Ulrich, Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung des KIT

    Donnerstag, 23. April, 15:20 Uhr: Vortrag „Universelle Binder für die nächste Generation additiv gefertigter Hochleistungs-Keramiken“
    Frederik Zanger, wbk Institut für Produktionstechnik des KIT


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Christian Könemann
    Pressesprecher, Tel: +49 721 608-41190, christian.koenemann@kit.edu


    Weitere Informationen:

    https://www.km.kit.edu/hannovermesse2026.php Weitere Informationen zu den Exponaten des KIT finden Sie in der digitalen Pressemappe des KIT zur Hannover Messe 2026
    https://www.hannovermesse.de Informationen zur Hannover Messe 2026


    Bilder

    Quantentechnologie: Diese optische Schnittstelle für einen Quantenspeicher wird ein wesentlicher Bestandteil von zukünftigen Quantennetzwerken sein.
    Quantentechnologie: Diese optische Schnittstelle für einen Quantenspeicher wird ein wesentlicher Bes ...
    Quelle: Markus Breig, KIT
    Copyright: Markus Breig, KIT


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Energie, Informationstechnik, Physik / Astronomie, Umwelt / Ökologie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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