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Seit Juli 2022 stärkt der Leibniz-Forschungsverbund Resilient Ageing die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Altersforschung. Expertinnen und Experten aus Biologie, Medizin, Psychologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bündeln darin ihr Fachwissen, um gesundes Altern besser zu verstehen und zu fördern. Mit der nun bewilligten zweiten Förderperiode kann diese Zusammenarbeit bis Juni 2030 fortgeführt werden.
(Mainz, 25.03.2026) Der Leibniz-Forschungsverbund (LFV) Resilient Ageing wurde am 1. Juli 2022 offiziell ins Leben gerufen, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Altersforschung zu stärken. Der LFV Resilient Ageing vereint Fachwissen von insgesamt vierzehn Leibniz-Instituten aus den Bereichen Biologie, Medizin, Psychologie, Wirtschaft und Sozialwissenschaften, um ein gesundes Altern zu fördern, indem Mechanismen der Resilienz im Alter (z. B. adaptive Plastizität) aufgeklärt werden – von molekularen Mechanismen bis hin zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen. Die erste Förderperiode des LFV läuft bis Juni 2026 und wird um eine zweite Förderperiode bis Juni 2030 verlängert.
Resilienz im Alter bezieht sich auf die Fähigkeit des Einzelnen, sich an altersbedingte Herausforderungen wie Krankheiten, Funktionsverlust oder psychosoziale Stressfaktoren anzupassen oder sich davon zu erholen und dabei das allgemeine körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden aufrechtzuerhalten. Ein mechanistisches Verständnis von Resilienz ist entscheidend für die Identifizierung der biologischen, psychologischen und sozialen Wege, die ein adaptives Altern unterstützen. Dieses Wissen ebnet den Weg für die Entwicklung gezielter Präventionsstrategien und evidenzbasierter politischer Empfehlungen, die ein gesundes Altern über den gesamten Lebensverlauf fördern.
„Wir sind stolz darauf, dass der LFV Resilient Ageing in seiner Anfangsphase bedeutende wissenschaftliche und strukturelle Meilensteine erreicht hat. Dazu gehören die Einrichtung von fünf interdisziplinären Forschungsbereichen, die durch zwei übergreifende Forschungsperspektiven miteinander verbunden und methodisch in zwei Modellierungsplattformen umgewandelt wurden: Resilienz-Trajektorien und adaptive Plastizität“, betont Prof. Dr. Helen Morrison, Arbeitsgruppenleiterin am Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. und Sprecherin des LFV. Die Schaffung der beiden Modellierungsplattformen wurde ergänzt durch die Rekrutierung und Förderung von Nachwuchswissen-schaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern sowie die Einführung eines wettbewerbsorientierten Startkapitalprogramms für interdisziplinäre Projektideen. Diese grundlegenden Elemente haben die Fähigkeit unter Beweis gestellt, eine integrative Vision – die Biologie, Medizin, Psychologie, Gerontologie, Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften miteinander verbindet – in wirkungsvolle, kooperative Forschungsbemühungen umzusetzen. Darüber hinaus hat der LFV Resilient Ageing neue interdisziplinäre Kooperationen ermöglicht und vorläufige Daten für externe Förderinitiativen (z. B. Sonderforschungsbereich-Anträge bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft) sowie mehrere Publikationen und politische Beiträge (z. B. ein Diskussionspapier der Leopoldina) hervorgebracht.
„In der zweiten Förderphase wollen wir den wissenschaftlichen Umfang und die Struktur des LFV Resilient Ageing weiter verfeinern und ausbauen, indem wir eine dritte wichtige Forschungsperspektive einführen: die Auswirkungen sozioökonomischer Ungleichheiten auf die Resilienz im Alterungsprozess. Diese neue Dimension wird strukturell durch die Einrichtung einer dritten Modellierungsplattform unterstützt, die sich der Analyse sozioökonomischer Ungleichheiten im Alterungsprozess widmet“, wie Prof. Dr. Oliver Tüscher, assoziierter Arbeitsgruppenleiter am Leibniz-Institut für Resilienzforschung und Sprecher des LFV, in Aussicht stellt. Darüber hinaus wird das Konzept der resilienten Alterungsprozesse auf die gesamte Lebensspanne ausgeweitet, um ein tieferes Verständnis von Resilienz aus einer entwicklungs- und lebensverlaufsbezogenen Perspektive zu ermöglichen. Zugleich wird in der zweiten Förderphase die internationale Perspektive weiter ausgebaut, unter anderem durch den Ausbau internationaler Kooperationen und die stärkere Nutzung internationaler Datensätze. Diese strategischen Entwicklungen bauen auf der einzigartigen interdisziplinären Zusammensetzung der Leibniz-Gemeinschaft auf und bereiten den Weg für die Entstehung eines potenziell transformativen neuen Forschungsfeldes: der biologischen Sozioökonomie.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Psychologie
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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