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25.03.2026 13:27

Zehn Jahre Naturwald Akademie: Unabhängige Forschung für die Natur der Wälder

Ulrike Fokken Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Naturwald Akademie gGmbH

    Die Naturwald Akademie blickt stolz auf die ersten zehn Jahre waldökologischer Forschung und Lehre an Hochschulen. Mit neuen Ansätzen wie im Alternativen Waldzustandsbericht hat die Naturwald Akademie die gesellschaftliche und politische Debatte zum Wald befördert. Klar ist: Ökologie und Wirtschaftlichkeit hängen im Wald zusammen wie Baum und Borke. „Die ökologische Transformation der Wälder entscheidet darüber, wie Wälder und wir als Gesellschaft uns an die Folgen der globalen Erwärmung und des Verlustes der Artenvielfalt anpassen“, sagt Knut Sturm, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Naturwald Akademie.

    Die Natur ist eine zuverlässige Verbündete in der Waldbewirtschaftung wusste Knut Sturm als langjähriger Leiter des Stadtwalds Lübeck, als er 2016 mit Pamela Scholz die Naturwald Akademie gründete. Um die praktischen Erfahrungen aus der ökosystembasierten Waldbewirtschaftung wissenschaftlich zu erforschen, bauten sie mit dem Team um Dr. Torsten Welle die Naturwald Akademie zu einem Impulsgeber für das zukunftsfähige Waldmanagement auf. „Die ökologische Transformation der Wälder entscheidet darüber, wie Wälder und damit auch wir als Gesellschaft uns an die Folgen der globalen Erwärmung und des Verlustes der Artenvielfalt anpassen“, sagt Knut Sturm, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Naturwald Akademie. „Das ökologische Waldwissen in die forstwirtschaftliche Politik zu bringen, ist heutzutage noch wichtiger, als bei der Gründung“, sagt Sturm angesichts des politischen Rückschritts in Klima- und Naturschutzpolitik.

    Mit neuen Ansätzen in der wissenschaftlichen Datenbewertung wie im Alternativen Waldzustandsbericht hat die Naturwald Akademie die gesellschaftliche und politische Debatte zum Wald befördert. „Unsere wissenschaftliche Ausrichtung auf die Natur des Waldes hat der Akademie von Anfang an eine Stimme in der waldökologischen Forschung und Debatte gegeben“, sagt Pamela Scholz, Gründerin der Naturwald Akademie und deren Geschäftsführerin von 2016 bis Dezember 2025. „Von Anfang an haben wir zudem mit renommierten wissenschaftlichen Partnerinstitutionen und Hochschulen zusammengearbeitet, was unseren Ruf gestärkt hat.“

    Die Naturwald Akademie steht seit ihrer Gründung für wissenschaftliche Unabhängigkeit. Die strukturelle Eigenständigkeit ist ihr entscheidender Vorteil. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können eigene Forschungsschwerpunkte setzen und Ergebnisse ohne institutionelle Verzögerung veröffentlichen. In einer Zeit tiefgreifender ökologischer und gesellschaftlicher Umbrüche ist diese Beweglichkeit und Schnelligkeit von zentraler Bedeutung.

    Seit 2026 leitet Dr. Torsten Welle als Geschäftsführer die Naturwald Akademie und setzt für die Zukunft insbesondere auf Digitalisierung in der Waldbewirtschaftung. Dr. Welle entwickelt mit Partnerorganisationen ein satellitengestütztes Verfahren für ein umfassendes Waldmonitoring. Daten aus der Erdbeobachtung werden mit KI-gestützten Analysen und ökologischen Langzeitbeobachtungen verbunden. „Künstliche Intelligenz und frei verfügbare Geodaten ermöglichen es die Wälder aus dem All zu beobachten und Veränderungen zu bewerten. Dies wird für unseren Umgang mit den Wäldern zukünftig eine wichtige Rolle spielen“, sagt Dr. Torsten Welle. Ziel ist es, systematisch Daten über biologische Vielfalt, Kohlenstoffspeicherung und Kühlungspotenzial von Wäldern auszuwerten und damit forstliche Entscheidungen zu unterstützen. Mit wissenschaftlichen Fakten und der Erfahrung aus der Praxis bestärkt die Naturwald Akademie die politische Debatte über die Zukunft der Wälder in heißen Zeiten.

    Die wissenschaftlichen Wegmarken der ersten zehn Jahre

    2018: Alternativer Waldzustandsbericht
    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Naturwald Akademie werten Daten der 3. Bundeswaldinventur des staatlichen Thünen-Instituts und Daten des Bundesamts für Naturschutz aus. Ergebnis: Fast 90 Prozent der Waldfläche in Deutschland ist in einem naturschutzfachlich schlechten Zustand. Etliche der für Deutschland typischen Waldökosysteme drohen auszusterben. Der Alternative Waldzustandsbericht entfacht eine Debatte und wird von zahlreichen Medien wie der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen.

    2018: Studie „Waldvision Deutschland“
    Gemeinsam mit Greenpeace und dem Öko-Institut veröffentlichte die Akademie die Studie „Waldvision Deutschland“. Darin zeigen die beteiligten Expertinnen und Experten, dass Wälder in Deutschland erheblich stärker zu Klima- und Naturschutz beitragen können, wenn sie konsequenter geschützt und weniger intensiv bewirtschaftet werden. Die Studie setzte einen wichtigen Impuls in der waldpolitischen Debatte.

    2020–2025: Projekt Pyrophob
    Im fünfjährigen Forschungsprojekt Pyrophob hat die Naturwald Akademie mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und weiteren renommierten Institutionen die Dynamik von Waldflächen nach Bränden untersucht. Zentrale Erkenntnis: Abgebrannte Flächen sollten nicht beräumt werden. Verkohlte Stämme erfüllen ökologische Funktionen, und mit dem Wind eingetragene Samen können eine natürliche Verjüngung einleiten. Das Projekt hat die Diskussion über den Umgang mit Brandflächen wissenschaftlich fundiert neu ausgerichtet.

    Seit 2021: Online-Monitoringplatform: Waldmonitor-Deutschland
    Nach den starken Dürreereignissen 2018, 2019 und 2020 haben sich die Naturwald Akademie und Remote Sensing Solutions zusammengeschlossen, um ein Monitoringsystem auf Basis von Satellitendaten zu entwickeln. Damit erfassen wir wann, wo und wie stark Waldschäden in Deutschland flächenhaft auftreten. Dazu haben wir 2022 als erste Forschungseinrichtung eine nationale Karte der Hauptbaumarten und der Vitalität der Bäume in Deutschland entwickelt und frei zugänglich gemacht.

    2021: Gründung der Wald-Allianz
    Mit Partnerorganisationen aus dem Wald- und Naturschutz haben wir 2021 die Wald-Allianz gegründet. Ziel ist es, ökologisch wirtschaftende Waldbesitzende und ökologisch orientierte Försterinnen und Förster zusammenzubringen. Die Allianz fördert den Erfahrungs- und Wissensaustausch zum sozial-ökologischen Waldmanagement.

    Seit 2023: Projekt Kontrastiv (bis Dezember 2026)
    Im interdisziplinären Projekt Kontrastiv entwickelt die Naturwald Akademie mit Natur- und Geisteswissenschaftlern Gesprächsformate, die helfen können, ideologische Gräben in Forstwirtschaft und Forstwissenschaft zu überbrücken. Im Zentrum stehen Kommunikationsprozesse, Deutungsmuster und Entscheidungslogiken. Ziel ist, konstruktive Dialoge in einem konfliktreichen Feld zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz, Jagd und Waldbesitz zu ermöglichen.

    2024: Lübecker Wald-Tagung
    Mit Lübecker Wald-Tagungen etablierte die Akademie ab 2017 ein Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die enge Zusammenarbeit mit dem Stadtwald Lübeck steht exemplarisch für den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die forstliche Praxis zu spiegeln und umgekehrt Praxiserfahrungen systematisch auszuwerten.

    Seit 2025: Lehre an Hochschulen
    Mit Lehrtätigkeiten an der Hochschule Neubrandenburg, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sowie im internationalen Netzwerk European Natural Forest School trägt die Akademie ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse verstärkt in die akademische Ausbildung. Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung greifen damit systematisch ineinander.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Torsten Welle
    Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter
    Naturwald Akademie
    Roeckstraße 40
    23568 Lübeck
    Telefon 0451 - 30 50 29 53
    welle@naturwald-akademie.org


    Weitere Informationen:

    https://www.naturwald-akademie.org


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Tier / Land / Forst
    überregional
    Organisatorisches, Personalia
    Deutsch


     

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