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(Düsseldorf/Vörstetten) Wenn historische und klassische Fahrzeuge bewertet oder Schäden begutachtet werden, steht für Versicherungen, Sammler oder Käufer oft viel auf dem Spiel. Doch die Qualität der Gutachten ist bislang nicht immer einheitlich. Mit der neuen Richtlinie VDI-MT 5900 Blatt 2.1 schafft der VDI klare Qualifikationsgrundlagen für Sachverständige im Bereich klassischer Fahrzeuge.
Die Richtlinienreihe VDI-MT 5900 „Sachverständige für Kraftfahrwesen und Straßenverkehr“ legt fest, über welche fachlichen Kompetenzen Kfz-Sachverständige verfügen müssen. Erste Überlegungen dazu gibt es bereits seit den 1970er-Jahren. In den vergangenen zehn Jahren hat insbesondere der Münchner Arbeitskreis für Straßenfahrzeuge (MAS) wichtige Impulse für eine systematische Definition der Qualifikationsanforderungen gegeben.
Die modular aufgebaute Richtlinienreihe umfasst insgesamt acht Blätter – von grundlegenden Qualifikationsanforderungen bis hin zu Spezialthemen wie Crashversuchen in der Unfallrekonstruktion. Beim 63. Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar wurde Blatt 2 im Januar 2025 bereits als „geeignete Grundlage für Ausbildung, Qualifizierung und Gesetzgebung“ bewertet.
Mit Blatt 2.1 „Klassische Fahrzeuge“ wird die Richtlinienreihe nun gezielt erweitert. Der Begriff wurde bewusst gewählt, um neben Oldtimern auch moderne Liebhaberfahrzeuge einzubeziehen. Die Vorarbeiten für das neue Blatt leistete MAS-Präsidiumsmitglied Dipl.-Ing. (FH) Frank Oesterle. Zur Vorsitzenden wurde die international renommierte Restauratorin Dr. Gundula Tutt gewählt, ihr Stellvertreter ist Frank Oesterle.
Breites Expertennetzwerk bringt Branchenwissen zusammen
Der Ausschuss vereint Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen der Oldtimer- und Kfz-Branche. Dazu gehören Sachverständige, Fachautoren, Historiker, Kuratoren, Juristen sowie Versicherungsexperten. Auch zahlreiche Organisationen und Verbände wirken mit, darunter:
Classic Data als Marktbeobachter
- die Initiative Kulturgut Mobilität (IKM) als Dachverband der Oldtimerclubs
- die Zertifizierungsstellen IQ-Zert und ZAK-Zert
- Sachverständigenorganisationen wie MAS e. V. und BVSK
- Prüforganisationen wie TÜV Rheinland/FSP und GTÜ
- der VDA für Automobilhersteller und Importeure
- der ZDK für die Kfz-Branche
- Ziel ist es, einheitliche und belastbare Qualitätsmaßstäbe für die Arbeit von Sachverständigen zu definieren.
Welche Kompetenzen Sachverständige künftig nachweisen müssen
Die Richtlinie beschreibt detailliert, über welche Kenntnisse und Fähigkeiten Sachverständige verfügen sollten. Dazu zählen unter anderem:
sichere Feststellung der Fahrzeugidentität
Bewertung von Dokumenten und historischen Quellen
Kenntnisse des Zulassungsrechts
Marktkenntnisse und fundierte Wertermittlung
technisches Wissen zu historischen Materialien, Fertigungs- und Reparaturmethoden verschiedener Epochen
Bewertung von Zustand, Schäden und Originalität
Festlegung fachgerechter Reparatur-, Restaurierungs- und Konservierungsmethoden
gerichtsfeste Erstellung von Gutachten
einheitliche Fachterminologie
Grundsätze der Berufsethik.
Klare Trennung zwischen Weiterbildung und Zertifizierung
Ein zentraler Punkt der Richtlinie ist die klare Trennung zwischen Qualifizierung und Weiterbildung auf der einen Seite sowie Prüfung und Zertifizierung auf der anderen.
Die Zertifizierung darf ausschließlich durch unabhängige und von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditierte Stellen erfolgen. Die DAkkS prüft und überwacht im gesetzlichen Auftrag die fachliche Kompetenz von Laboratorien sowie Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstellen nach anerkannten Normen. Sie ist die einzige Institution in Deutschland mit diesem gesetzlichen Mandat.
Mit der neuen Richtlinie schafft der VDI erstmals einen strukturierten Qualitätsrahmen für Gutachten zu klassischen Fahrzeugen und stärkt zugleich Transparenz und Vertrauen in einem wachsenden Marktsegment.
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Fachlicher Ansprechpartner:
Christof Kerkhoff
VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik
Telefon: +49 211 6214-645
E-Mail: kerkhoff@vdi.de
VDI als Gestalter der Zukunft
Mit unserer Community und unseren rund 125.000 Mitgliedern setzen wir, der VDI e.V., Impulse für die Zukunft und bilden ein einzigartiges multidisziplinäres Netzwerk, das richtungweisende Entwicklungen mitgestaltet und prägt. Als bedeutender deutscher technischer Regelsetzer bündeln wir Kompetenzen, um die Welt von morgen zu gestalten und leisten einen wichtigen Beitrag, um Fortschritt und Wohlstand zu sichern. Mit Deutschlands größter Community für Ingenieurinnen und Ingenieure, unseren Mitgliedern und unseren umfangreichen Angeboten schaffen wir das Zuhause aller technisch inspirierten Menschen. Dabei sind wir bundesweit, auf regionaler und lokaler Ebene in Landesverbänden und Bezirksvereinen aktiv. Das Fundament unserer täglichen Arbeit bilden unsere rund 10.000 ehrenamtlichen Expertinnen und Experten, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen einbringen.
https://www.vdi.de/mitgliedschaft/vdi-richtlinien/unsere-richtlinien-highlights/...
https://www.vdi.de/news/detail/neue-vdi-richtlinie-definiert-anforderungen-an-kf...
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Verkehr / Transport
überregional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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