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Wissenschaft
Um die Masse der geheimnisvollen Neutrinos zu bestimmen, hat eine internationale Kollaboration im Jahr 2018 das Karlsruher Tritium Neutrino Experiment KATRIN am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Betrieb genommen. Seitdem lieferte KATRIN an über 1 000 Messtagen stabile und qualitativ hochwertige Daten und konnte die Obergrenze der Neutrinomasse auf 0,45 Elektronenvolt/c2 (entspricht 8 x 10-37 Kilogramm) senken. Mit einem wissenschaftlichen Symposium am 17. April 2026 feiert die KATRIN-Kollaboration nun den erfolgreichen Abschluss der ersten Messphase und wirft einen Blick in die Zukunft des Experiments. Die Medien sind eingeladen. Anmeldungen bis 15. April an presse@kit.edu.
Neutrinos sind die wohl faszinierendsten Elementarteilchen in unserem Universum. In der Kosmologie spielen sie bei der Bildung von großräumigen Strukturen eine wichtige Rolle. Auch in der Welt der Teilchenphysik nehmen sie eine Sonderstellung ein, denn ihre winzige Masse weist auf neue physikalische Prozesse jenseits der bisherigen Theorien hin. Mit KATRIN konnte die Obergrenze der Neutrinomasse zuletzt auf 0,45 Elektronenvolt/c2 gesenkt werden – demnach sind Neutrinos mindestens eine Million Mal leichter als Elektronen. Eine weitere Verbesserung erwarten die Forschenden durch Auswertung aller Messdaten.
Nach Abschluss der ersten Messphase wird KATRIN nun durch den neuen TRISTAN-Detektor erweitert. Während sich das Experiment bisher auf den kleinen Energiebereich um den Endpunkt des Tritiumspektrums konzentrierte, nehmen die Beteiligten ab Mitte 2026 den gesamten Energiebereich in den Blick. Mit den TRISTAN-Detektoren gehen die Forschenden auf die Suche nach bislang unentdeckten Neutrinoarten mit größerer Masse. Diese könnten als Kandidaten für die Dunkle Materie infrage kommen, die sich in vielen astrophysikalischen und kosmologischen Beobachtungen zeigt. Deren teilchenphysikalische Natur ist jedoch weiterhin ungeklärt.
Nach der rund zweijährigen Messung zu superschweren Neutrinos ist ein Umbau des Experimentes zu KATRIN++ in Vorbereitung. Zwei grundsätzliche Verbesserungen sind notwendig, um den Messbereich zu noch kleineren Neutrinomassen zu erweitern: der Einsatz von Quantendetektoren statt des großvolumigen Spektrometers und eine neuartige Quelle für atomares Tritium. (jho)
Symposium „Weighing the Invisible – 1000 Days of KATRIN Data“ am 17. April 2026, ab 09:15 Uhr
Ort: Fortbildungszentrum für Technik und Umwelt, Campus Nord des KIT, Gebäude 101, Hermann-von-Helmholtz-Platz 1, 76344 Eggenstein-Leopoldshafen
Programm
09:15 Uhr
Begrüßung
Professor Jan S. Hesthaven, Präsident des KIT
Professorin Susanne Mertens, Ko-Sprecherin KATRIN-Kollaboration, Max-Planck-Institut für Kernphysik
Professorin Kathrin Valerius, Ko-Sprecherin KATRIN-Kollaboration, KIT
09:45 Uhr
Keynote: Neutrinos
Professor Eligio Lisi, Istituto Nazionale di Fisica Nucleare, Bari, Italy
11:00 Uhr
Grußworte
Professor Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT
How KATRIN came to Karlsruhe
Professor Manfred Popp, KIT
11:20 Uhr
Talk: History of KATRIN
Professor Christian Weinheimer, Universität Münster
Professor Guido Drexlin, KIT
13:30 Uhr
Mini Talks: Scientific Results, TRISTAN, KATRIN++
Richard Salomon, KATRIN Kollaboration
Andrew Gavin, KATRIN Kollaboration
Svenja Heyns, KATRIN Kollaboration
14:30 Uhr
Talk: Future Perspectives of Neutrino Physics
Professorin Kate Scholberg, Duke University, USA
16:00 Uhr
Besichtigungen KATRIN und Tritium-Labor
17:00 Uhr
Empfang
Im Dialog mit der Gesellschaft entwickelt das KIT Lösungen für große Herausforderungen – von Klimawandel, Energiewende und nachhaltigem Umgang mit natürlichen Ressourcen bis hin zu Künstlicher Intelligenz, technologischer Souveränität und demografischem Wandel. Als Die Universität in der Helmholtz-Gemeinschaft vereint das KIT wissenschaftliche Exzellenz vom Erkenntnisgewinn bis zur Anwendungsorientierung unter einem Dach – und ist damit in einer einzigartigen Position, diese Transformation voranzutreiben. Damit bietet das KIT als Exzellenzuniversität seinen mehr als 10 000 Mitarbeitenden sowie seinen 22 800 Studierenden herausragende Möglichkeiten, eine nachhaltige und resiliente Zukunft zu gestalten. KIT – Science for Impact.
Dr. Joachim Hoffmann, Pressereferent, Tel.: +49 721 608-41151, E-Mail: joachim.hoffmann@kit.edu
https://indico.kit.edu/event/5196/ Weitere Informationen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Physik / Astronomie
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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