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Wissenschaft
Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) skizziert in einem heute veröffentlichten KIWi-Impulspapier Ansätze für ein international abgestimmtes Engagement beim möglichen Wiederaufbau des syrischen Hochschulwesens. Hochschulen können – auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen – einen wichtigen Beitrag zu Stabilität, wirtschaftlicher Entwicklung und langfristiger gesellschaftlicher Versöhnung leisten. Der DAAD startet zudem erste eigene Maßnahmen zur Qualifikation des syrischen Hochschulpersonals. Weitere Maßnahmen hängen von einer Verbesserung der Sicherheitslage in der Region ab.
„Die Lage in Syrien ist weiterhin fragil und von Unsicherheit geprägt. Zugleich trägt die angespannte sicherheitspolitische Situation in der Region zur zusätzlichen Volatilität bei. Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht wichtig, Perspektiven für den Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg schwer gezeichneten Landes aufzuzeigen, die auch unter den aktuellen Bedingungen denkbar sind. Die Wiedererrichtung eines leistungsfähigen und international anschlussfähigen Hochschulsystems kann eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Wiederaufbau schaffen“, betonte DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee. „Bildung und Wissenschaft können Vertrauen stärken und Chancen eröffnen, zur gesellschaftlichen Verständigung beitragen und wirtschaftliche Perspektiven fördern. Die Stabilisierung und der Wiederaufbau Syriens beginnen damit auch im Hörsaal – und setzen langfristig verlässliche internationale Partnerschaften voraus.“
Zerstörte Strukturen – und vorhandene Potenziale
Nach mehr als einem Jahrzehnt bewaffneter Konflikte steht Syrien nach dem Ende des Bürgerkriegs vor enormen strukturellen Herausforderungen. Das Impulspapier des DAAD-Kompetenzzentrums Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) analysiert die aktuelle Lage des syrischen Hochschulsektors: Er leidet unter knappen Ressourcen, teilweise zerstörter Infrastruktur, massiver Abwanderung von Fachkräften sowie Defiziten bei Governance und Qualitätssicherung. Positiv vermerkt das Papier mehrere arbeitsfähige Hochschulen, eine hohe Bildungsorientierung in der Gesellschaft und eine engagierte akademische Diaspora.
Qualifizierung, Vernetzung und institutioneller Wiederaufbau
Auf dieser Grundlage skizziert der DAAD kurz-, mittel- und langfristige Handlungsoptionen auf zwei Ebenen: die gezielte Qualifizierung und Vernetzung von Studierenden, Lehrenden und Hochschulpersonal sowie die Unterstützung für einen schrittweisen Wiederaufbau zukunftsfähiger Hochschulstrukturen. Das Papier enthält zudem Vorschläge für Stipendienprogramme, Weiterbildungs- und Austauschformate sowie institutionelle Partnerschaften zwischen syrischen und deutschen Hochschulen und weiteren Hochschulen in der Europäischen Union – vorbehaltlich einer positiven Entwicklung der Rahmenbedingungen in Syrien.
Maßnahmen zu Qualifizierung und Kooperationsaufbau
Der DAAD startet mit Förderung des Auswärtigen Amtes zugleich erste eigene Maßnahmen. Geplant sind unter anderem Förderangebote zur individuellen Qualifikation und Vernetzung syrischer Hochschullehrender sowie die Anbahnung von Kooperationen und Fortbildungsangebote zur Erneuerung der Hochschulcurricula sowie zum Wissenschafts- und Hochschulmanagement. Der DAAD und seine Mitgliedshochschulen bringen dafür langjährige Erfahrung im akademischen Wiederaufbau in Krisen- und Postkonfliktländern mit. Die Umsetzung der Maßnahmen ist von einem Ende der aktuellen Kämpfe in der Region abhängig.
Wiederaufbau als strategisches Interesse Deutschlands
„Es liegt im Interesse Deutschlands, den Aufbau eines leistungsfähigen Hochschulsystems in Syrien zu unterstützen, um langfristig zur Stabilisierung des Landes und zur Entwicklung der Region beizutragen“, so DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee.
Dr. Christian Hülshörster
Bereichsleiter Stipendien Süd – ST3
DAAD – Deutscher Akademischer Austauschdienst
+49 228 882-545
huelshoerster@daad.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
fachunabhängig
überregional
Wissenschaftspolitik
Deutsch

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