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Wissenschaft
Der Mensch ist kein einzelnes Lebewesen. In den letzten Jahren wird er ebenso wie Pflanzen und Tiere als Metaorganismus betrachtet – als eine Einheit, die aus einem Wirt und den ihn besiedelnden Mikroben besteht. Die Mikroben unterstützen den Wirt bei wichtigen Prozessen wie der Immunabwehr und der Verdauung. Der Zoologe Thomas Bosch ist einer der Vordenker, die das Konzept des Metaorganismus etabliert haben. In einem Vortrag am Mittwoch, 15. April an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle erläutert er, welche Rolle Mikroben in der Evolution komplexen Lebens spielten.
Zuvor erhalten neue Mitglieder der Leopoldina ihre Mitgliedsurkunden. Der Agrarökologe Teja Tscharntke wird mit der Mendel-Medaille geehrt.
Mittwoch, 15. April 2026
17:00 Uhr Urkundenübergabe Klasse II – Lebenswissenschaften
18:15 Uhr Verleihung der Mendel-Medaille 2026 an Prof. Dr. Teja Tscharntke
18:45 Uhr Leopoldina-Vorlesung mit Prof. Dr. Thomas Bosch
„Die Entdeckung des Metaorganismus – wie Mikroben die Entwicklung, das Verhalten und die Evolution im Tierreich prägen“
Hauptgebäude der Leopoldina
Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)
Prof. Dr. Thomas Bosch ist Zoologe und Entwicklungsbiologe. Der Senior Research Professor an der Universität Kiel erforscht, wie Mikroben die Entwicklung komplexer Lebewesen beeinflussten. Seine Arbeiten zeigen, dass die tierische Entwicklung und das Verhalten möglicherweise nie vollständig autonom waren. Oft benötigten sie die Interaktion mit der mikrobiellen Umwelt. In seinem Vortrag wird Bosch am Beispiel des Süßwasserpolypen Hydra erläutern, welche entscheidende Rolle Mikroben für dessen Nervensystem und Immunabwehr spielen. Mensch und Tier als Metaorganismen zu begreifen, kann ganz neue Erkenntnisse über biologische Prozesse ermöglichen. Auch für die medizinische Forschung ist dieser Ansatz interessant. Denn das Mikrobiom des Menschen wird immer mehr durch die moderne Ernährungs- und Lebensweise gestört.
Thomas Bosch in einem Interview auf der Leopoldina-Website: https://www.leopoldina.org/newsroom/nachrichten/detail/wirt-mikrobe-metaorganism...
Vor der Leopoldina-Vorlesung überreicht Leopoldina-Präsidentin Prof. Dr. Bettina Rockenbach um 17:00 Uhr Akademie-Mitgliedern der Klasse II – Lebenswissenschaften ihre Urkunden. Eine Übersicht über die 2025 neu in die Klasse II der Leopoldina aufgenommenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: https://www.leopoldina.org/neue-mitglieder
Der Soziologe und Biologe Prof. Dr. Teja Tscharntke wird für seine grundlegenden Beiträge zur Agrarökologie mit der Mendel-Medaille geehrt. Tscharntke zeigte, wie stark Landwirtschaft beeinträchtigt ist, wenn die Artenvielfalt schwindet und wie landwirtschaftliche Flächen strukturiert sein müssen, um die Biodiversität zu unterstützen. Weitere Informationen zum Preisträger: https://www.leopoldina.org/mendel-medaille
Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, der Eintritt ist frei. Zum vollständigen Programm sowie zum Link zur erforderlichen Anmeldung bis Mittwoch, 8. April 2025: https://www.leopoldina.org/ergebnisse-und-termine/veranstaltungen/detail/die-ent...
Am Folgetag der Leopoldina-Vorlesung, am Donnerstag, 16. April, veranstaltet die Klasse II – Lebenswissenschaften ihr Fachsymposium. Neu gewählte Mitglieder geben einen Einblick in ihre Forschung. So spricht die Geoökologin Prof. Dr. Kirsten Küsel über Mikroorganismen im Untergrund und Grundwasser. Der Virologe Prof. Dr. Florian Klein erläutert seine Forschung zu Antikörperreaktionen gegen Viren wie HIV oder SARS-CoV-2. Die Biomedizinerin Prof. Dr. Meritxell Huch Ortega zeigt, wie sie mithilfe von Organoiden die Regenrationsfähigkeit von Leber und Bauchspeicheldrüse erforscht. Das Symposium findet in englischer Sprache statt. Zum gesamten Programm sowie zum Link zur erforderlichen Anmeldung bis Mittwoch, 8. April: https://www.leopoldina.org/ergebnisse-und-termine/veranstaltungen/detail/leopold...
Journalistinnen und Journalisten, die an den Veranstaltungen teilnehmen möchten, melden sich bitte per E-Mail unter presse@leopoldina.org an.
Medienkontakt:
Sonja Kastilan
Leiterin der Abteilung Wissenschaftskommunikation
Tel.: +49 (0)345 472 39-800
E-Mail: presse@leopoldina.org
Über die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina:
Als Nationale Akademie der Wissenschaften leistet die Leopoldina unabhängige wissenschaftsbasierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dazu erarbeitet die Akademie interdisziplinäre Stellungnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. In diesen Veröffentlichungen werden Handlungsoptionen aufgezeigt, zu entscheiden ist Aufgabe der demokratisch legitimierten Politik. Die Expertinnen und Experten, die Stellungnahmen verfassen, arbeiten ehrenamtlich und ergebnisoffen. Die Leopoldina vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien, unter anderem bei der wissenschaftsbasierten Beratung der jährlichen G7- und G20-Gipfel. Sie hat rund 1.700 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern und vereinigt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Sie wurde 1652 gegründet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Die Leopoldina ist als unabhängige Wissenschaftsakademie dem Gemeinwohl verpflichtet.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Biologie, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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