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07.04.2026 09:34

Sargassum-Algen: Fluch und Segen der Karibik

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Für die Karibik ist die Sargassum-Alge Fluch und Segen zugleich. Das zeigt eine Sonderausstellung im Senckenberg-Museum in Frankfurt/Main. Die Würzburger Professorin Laura Otto hat sie mitgestaltet.

    Die Braunalge Sargassum hat zwei Gesichter. Seit 2011 vermehrt sie sich im Atlantik so stark, dass riesige schwimmende Algenteppiche entstanden sind. Und die bleiben nicht auf offener See, sondern werden auch an die Küsten der Karibik und Mexikos gespült.

    Die Algenmassen lassen Schildkröten und Korallenriffe sterben. Den Menschen vor Ort bereiten sie wirtschaftliche und gesundheitliche Probleme. Draußen auf dem Meer dagegen bilden sie einen einzigartigen Lebensraum mit hoher Artenvielfalt.

    Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt/Main widmet der Alge nun eine Sonderausstellung, die bis 18. Oktober 2026 zu sehen ist.

    Konsequenzen der Algenvermehrung erforscht

    Laura Otto, Juniorprofessorin an der Universität Würzburg, hat die Ausstellung als Kuratorin mitgestaltet. Die Kulturwissenschaftlerin kennt sich sehr gut mit dem Thema aus: Sie hat die Konsequenzen der Sargassum-Massenvermehrung in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt untersucht. 2025 wurde es abgeschlossen.

    „Es bedeutet mir viel, dass meine Forschung nun im Senckenberg-Museum sichtbar wird und ein breiteres Publikum erreicht“, sagt Laura Otto.

    Ihren Co-Kurator Dr. Torben Riehl kennt sie aus der Johanna Quandt Young Academy der Goethe-Universität: „Dort haben wir festgestellt, dass wir zur gleichen Alge arbeiten, aber mit ganz unterschiedlichen wissenschaftlichen Zugängen. Aus dieser gemeinsamen Perspektive ist die Idee zur Ausstellung entstanden. Rund zwei Jahre lang haben wir sie gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Besonders wichtig war mir dabei, unterschiedliche Formen von Wissen zusammenzubringen und für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar zu machen.“

    Auf die Algen wurde Laura Otto im Urlaub aufmerksam

    Zu Sargassum kam Laura Otto durch einen Zufall. Als sie nach ihrer Doktorarbeit Urlaub in Mexiko machte, wurde sie am Strand mit Unmengen dieser Algen konfrontiert. Die verrottende, nach faulen Eiern stinkende Masse vertrieb die Touristen und hatte nicht nur deswegen gravierende Folgen für die heimische Bevölkerung – ein spannendes Forschungsthema für die Kulturwissenschaftlerin.

    Über die Erkenntnisse aus ihrer ethnografischen Forschungsarbeit in Mexiko und der Karibik berichtet Laura Otto jetzt auch im Podcast „Fluch und Segen der Karibik“, den das Senckenberg-Museum begleitend zur Sonderausstellung in seiner Mediathek veröffentlicht hat. Von der Biologie der Algen und dem Lebensraum im Algenteppich erzählt Dr. Torben Riehl von der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Jun.-Prof. Dr. Laura Otto, laura.otto@uni-wuerzburg.de


    Weitere Informationen:

    https://museumfrankfurt.senckenberg.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/sarg... Webseite der Sargassum-Ausstellung im Senckenberg Naturmuseum
    https://www.phil.uni-wuerzburg.de/eevk/team/laura-otto/ Webseite von Laura Otto


    Bilder

    Strand in Akumal (Mexiko): Statt weißem Sand und türkisfarbenem Wasser gibt es dort braune, stinkende Haufen der Sargassum-Alge.
    Strand in Akumal (Mexiko): Statt weißem Sand und türkisfarbenem Wasser gibt es dort braune, stinkend ...
    Quelle: Laura Otto
    Copyright: Laura Otto


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Kulturwissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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