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13.04.2026 10:00

Jetzt abstimmen: Wer wird Molluske des Jahres 2026?

Judith Jördens Senckenberg Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

    Drei Schnecken, zwei Muscheln, ein Titel. Ab heute sind alle Mollusken-Fans eingeladen, unter https://sgn.one/moty2026 mitzuentscheiden, welche der fünf Finalisten-Arten den Titel „Internationales Weichtier des Jahres 2026“ erhält. Bereits zum sechsten Mal veranstaltet Senckenberg gemeinsam mit der Unitas Malacologica – der internationalen Fachgesellschaft für Molluskenforschung – diese öffentliche Online-Abstimmung. Ziel ist es, die beeindruckende Vielfalt der faszinierenden Tiergruppe stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihren Schutz zu fördern. Auf die Gewinner-Art wartet zudem eine besondere Auszeichnung: Ihr Genom wird erstmals vollständig sequenziert.

    „Mit der Wahl zur ‚Molluske des Jahres 2026‘ möchten wir die enorme Vielfalt der Weichtiere hervorheben, die zweitartenreichste Tiergruppe weltweit. Mollusken bevölkern fast jeden Lebensraum unseres Planeten – von winzigen Schnecken, die man kaum mit dem bloßen Auge erkennt, bis zu riesigen Tintenfischen, die zu den größten wirbellosen Tieren der Erde zählen“, erklärt Prof. Dr. Julia Sigwart, Abteilungsleiterin Marine Zoologie am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und fährt fort: „Diese beeindruckende Bandbreite an Formen, Lebensweisen und Anpassungen zeigt sich auch bei den fünf außergewöhnlichen Nominierten unseres diesjährigen Wettbewerbs.“

    Die Kandidaten für den Titel sind in diesem Jahr die Pferdeschnecke Triplofusus giganteus, die steinfressende Muschel Lithoredo abatanica, die Vampirschnecke Cumia intertexta, die auf den Seychellen lebende Schnecke Filicaulis seychellensis und die „geflügelte“ Muschel Ephippodonta lunata. Eine internationale Jury aus Forschenden von Senckenberg und der Unitas Malacologica wählte sie aus zahlreichen Nominierungen der globalen Weichtier-Community aus. Vom 13. bis zum 26. April können alle Weichtier-Fans auf der Website https://sgn.one/moty2026 mehr über die nominierten Arten erfahren und ihre Stimme für den persönlichen Favoriten abgeben.

    „Die große Vielfalt an Einreichungen aus aller Welt hat uns erneut begeistert – entsprechend anspruchsvoll war es, die fünf Finalisten auszuwählen“, erzählt Dr. Carola Greve, Leiterin des Laborzentrums für Biodiversitätsgenomik am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. „Jede der nominierten Arten überzeugt durch ihre eigene Geschichte und besondere, einzigartige Merkmale.“
    Triplofusus giganteus, eine im Atlantik lebende Schnecke, wird bis zu 60 Zentimeter lang und und fängt mit ihrem massiven Fuß andere Weichtiere. Die Muschel Lithoredo abatanica bohrt sich mit gezackten Schalen durch festen Felsen und ist das erste bekannte Tier, das Gestein frisst. Die etwa zwei Zentimeter große „Vampirschnecke“ Cumia intertexta ernährt sich nachts vom Blut ruhender Fische, indem sie mit ihrem langen Rüssel die Haut durchbohrt. Filicaulis seychellensis ist eine winzige, reinweiße Schnecke, die ausschließlich auf der zu den Seychellen gehörenden Insel Praslin lebt und durch eine invasive Ameise kurz vor dem Aussterben stand. Die Mondmuschel Ephippodonta lunata aus Australien hat ihre Schalen zu halbmondförmigen „Flügeln“ umgebaut und nutzt Schwämme oder die Tunnel von Garnelen als Wohnort.

    „Mit der Wahl zur ‚Internationalen Molluske des Jahres‘ möchten wir die erstaunliche Vielfalt und Einzigartigkeit dieser Tiergruppe hervorheben und gleichzeitig auf ihre Bedeutung und ihren Schutzbedarf aufmerksam machen. Viele Arten bleiben unentdeckt – manche verschwinden, bevor wir ihre Rolle im Ökosystem verstehen konnten“, erläutert Sigwart. Greve ergänzt: „Weichtiere verfügen über eine beeindruckende genomische Vielfalt, doch bisher wurden vergleichsweise wenige Genome vollständig entschlüsselt. Das Genom der Gewinner-Art wollen wir bestimmen – die Pferdeschnecke würde im Hinblick auf ihre Populationsentwicklung untersucht, die Vampirschnecke bezüglich der genetischen Grundlagen ihrer Bluternährung, Lithoredo abatanica zur Erforschung außergewöhnlicher Überlebensstrategien, die Seychellen-Schnecke zur Rekonstruktion ihrer über Jahrmillionen isoliert verlaufenen Evolution und die Mondmuschel, um Symbiosen und Körperumwandlungen besser zu verstehen. Wir sind gespannt, welche Art in diesem Jahr den Titel erhält – und welche bislang verborgenen genomischen Geheimnisse sie preisgibt!“

    Die „Internationale Molluske des Jahres 2026“ wird am 30. April bekannt gegeben.

    Website mit Kurzporträts der Finalisten-Arten und Abstimmung: https://sgn.one/moty2026


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Julia Sigwart
    Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt 

    Tel. 069 7542 1272
    julia.sigwart@senckenberg.de


    Dr. Carola Greve 

    Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt 


    Tel. 069 7542 1844
    carola.greve@senckenberg.de


    Weitere Informationen:

    https://sgn.one/moty2026 Website mit Kurzporträts der Finalisten-Arten und Abstimmung


    Bilder

    Bei Ebbe in der Nähe von Kice Island an der Südwestküste Floridas ist eine Pferdeschnecke (Triplofusus giganteus) gerade dabei, eine gestrandete Schnecke zu verschlingen.
    Bei Ebbe in der Nähe von Kice Island an der Südwestküste Floridas ist eine Pferdeschnecke (Triplofus ...

    Copyright: Amy Tripp

    Die Seychellen-Weißschnecke (Filicaulis seychellensis) – oft übersehen, aber entscheidend für das Gleichgewicht des Ökosystems der endemischen Palmenwälder auf den Seychellen.
    Die Seychellen-Weißschnecke (Filicaulis seychellensis) – oft übersehen, aber entscheidend für das Gl ...

    Copyright: Thomas Peschak


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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