idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
14.04.2026 13:08

DFG-Projekt zu Ortsangaben im Zwölfprophetenbuch bewilligt

Michael Hallermayer Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Augsburg

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ein neues Vorhaben des Theologen Prof. Dr. Erasmus Gaß der Universität Augsburg. Das Projekt untersucht die Ortsangaben des Dodekaprophetons (Hos–Mal) im Alten Testament in historischer und literarischer Hinsicht.

    Das Zwölfprophetenbuch – im Griechischen „Dodekapropheton“ – ist eine Sammlung von zwölf kürzeren prophetischen Büchern des Alten Testaments, die im jüdischen Kanon als ein einziges Werk („Die Zwölf“) gelten. Es umfasst die Bücher Joel, Obadja, Jona, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Maleachi sowie Hosea, Amos, Micha und Sacharja. Gegenstand der Untersuchung sind vor allem die Orte in den vier letztgenannten Büchern. Forschungsthemen sind unter anderem: Welche Zusammenhänge stellen die Texte zwischen den Ortsangaben her? Welche Aussagekraft haben die Ortsangaben im Erzählgefälle des Textes?

    Dabei werden textbezogene Fragen zur Darstellung und Funktion von Orten im Text mit biblisch-archäologischen Perspektiven in Verbindung gebracht. Auf diese Weise kann die methodisch innovative Analyse, die von Prof. Gaß und seinen Mitarbeitern in bisherigen Projekten zur biblischen Topographie geleistet wurde, weitergeführt werden.

    Herausfinden, wie Texte entstanden sind

    Die meisten Belege für Ortsangaben sind in den Büchern Hosea (136) und Amos (115) zu finden, während die topographische Verortung in den übrigen Büchern mit Ausnahme des Sacharja-Buches einen untergeordneten Stellenwert einnimmt. Die Bücher Jona, Habakuk, Haggai und Maleachi verzichten sogar weitgehend auf Ortsangaben. Vor diesem Hintergrund sollen vorrangig die 65 Orte in den Büchern Hosea und Amos behandelt werden, bevor die Zuordnung der im Text genannten Orte zu einem konkreten geografischen Platz in der realen Welt bei den übrigen Büchern vorgenommen werden kann. Ein Blick auf die Ortsangaben liefert Erkenntnisse zur Entstehung der biblischen Texte und deren historischer Kontexte.

    Da es zudem zahlreiche Bezüge des Zwölfprophetenbuchs zu den großen Propheten – vor allem Jesaja – gibt, möchten die Forscherinnen und Forscher untersuchen, ob es auch Verbindungslinien hinsichtlich der Topographie gibt. Da Orte positiv oder negativ konnotiert sein können (Jerusalem vs. Sodom), ist die Verortung biblischer Texte nicht belanglos, sondern eröffnet zusätzliche Bedeutungspotentiale, oder wie Gaß sagt: „Namen sind mehr als Schall und Rauch. Es macht einen großen Unterschied, wo eine biblische Erzählung spielt.“

    Grundlegende historische und geografische Fragen beantworten

    Das Forschungsprojekt hat zwei Hauptziele. Es soll zuerst klären, in welchem historischen Umfeld die untersuchten Texte entstanden sind. Dafür werden geografische und literarische Informationen über die genannten Orte genauer betrachtet. Außerdem werden die Experten untersuchen, welche theologischen Themen mit diesen Ortsnamen verbunden sind. Nach der vorgegebenen Methode müssen jedoch zunächst die grundlegenden historischen und geografischen Fragen beantwortet werden. Erst danach können die literarischen und theologischen Bedeutungen der Orte analysiert werden.

    Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit 341.302 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Es knüpft an die bisherige Untersuchung der Ortsnamen im Buch Josua des Alten Testaments an.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Erasmus Gaß
    Alttestamentliche Wissenschaft
    Telefon: +49 821 598 – 2719
    E-Mail: erasmus.gass@kthf.uni-augsburg.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Religion
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).