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Gründungswerkstatt für Mitmach-Supermärkte am 19./20. Juni 2026 in Gießen – Anmeldung bis 10. Mai – Erste Projektergebnisse in „Ökologie & Landbau“ veröffentlicht
Kooperative Lebensmittelläden und Mitmach-Supermärkte stärken die regionale Bio-Wertschöpfung, ermöglichen faire Preise und fördern dank ihrer genossenschaftlichen Struktur zugleich die aktive Gemeinschaft ihrer Mitglieder. Vielleicht könnte es schon bald weitere Läden geben, in denen eine andere Art verantwortlichen Einkaufens möglich ist. Das Team des Forschungsprojekts „WERTSCHÄTZEN – Kooperative Lebensmittelläden zur Stärkung bio-regionaler Wertschöpfungsketten“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) lädt am 19. und 20. Juni 2026 zu einer Gründungswerkstatt für Mitmach-Supermärkte ein. Ein Ziel des wissenschaftlichen Projekts WERTSCHÄTZEN ist es, die Verbreitung solcher Läden voranzutreiben und Unternehmertum im Kontext kooperativer Geschäftsmodelle zu fördern.
Das Konzept Kooperativer Lebensmittelläden steht seit 2023 im Mittelpunkt des Forschungsprojekts WERTSCHÄTZEN, das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert und in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen wird. Den Forschenden an der JLU ging bzw. geht es darum, die Potenziale für die weitere Verbreitung solcher Läden herauszuarbeiten und die Herausforderungen zu benennen. „Wir sind davon überzeugt, dass es auf diesem Weg gelingt, die regionale Wertschöpfung und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln zu stärken“ sagt Projektleiter Prof. Dr. Christian Herzig. „Mit ihrem Fokus auf Beteiligung, Transparenz und solidarische Zusammenarbeit verstehen sich Mitmach-Supermärkte bzw. Kooperative Lebensmittelläden als bewusster Gegenentwurf zum durch eine Machtkonzentration gekennzeichneten Lebensmitteleinzelhandel“, ergänzt Projektmitarbeiterin Christin von Schönfeldt.
Wie eine solche Alternative zu Konzernen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) aussehen kann, hat das Projektteam kürzlich im Fachjournal „Ökologie & Landbau“ beschrieben. Ihr in der Ausgabe 1/2026 veröffentlichter Beitrag präsentiert zentrale Projektergebnisse und stellt das Konzept Kooperativer Lebensmittelläden als zukunftsweisende Alternative zu klassischen Lebensmittelläden vor. Dass dieses Modell funktioniert, beweisen internationale Vorbilder wie die „Park Slope Food Coop“ in New York, „La Louve“ in Paris sowie weitere Läden in Wien, Brüssel und anderenorts in Europa. Auch hierzulande wachse die Bewegung, betonen die Projektbeteiligten. Erfolgreiche Beispiele und Partner im Projekt sind der FoodHub München, SuperCoop Berlin, köllektiv in Köln oder SuperCoop Bremen.
Gründungswerkstatt in Gießen
Die Gründungswerkstatt für Mitmach-Supermärkte am 19. und 20. Juni in Gießen bildet das Herzstück der Abschlussphase des Projekts WERTSCHÄTZEN. Die Veranstaltung richtet sich bundesweit an alle, die in ihrer Region an der Gründung eines Kooperativen Lebensmittelladens interessiert sind – ganz gleich, ob sie noch am Anfang einer Idee stehen oder bereits konkrete Schritte planen.
„Es gibt in Deutschland bereits inspirierende Beispiele für Mitmach-Supermärkte. Unsere Gründungswerkstatt soll dabei helfen, dieses Wissen zugänglich zu machen und neue Initiativen zu stärken“, betont Projektmitarbeiterin Clara Menke. In der Gründungswerkstatt erwartet die Teilnehmenden ein praxisnahes und interaktives Programm. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis geben Einblicke in das Konzept, die Organisationsstrukturen und teilen Erfahrungen aus den bestehenden Kooperativen in Deutschland. Zentrale Themen sind die Rechtsform der Genossenschaft, Finanzierung, interne Entscheidungsprozesse und weitere Schritte zur Gründung. Gleichzeitig bietet die Werkstatt Raum für Vernetzung, gegenseitiges Lernen und die gezielte Weiterentwicklung eigener Ideen und Initiativen.
Das Programm öffnet sich dafür am Freitag, 19. Juni 2026 zudem für die interessierte Öffentlichkeit aus der Region. In Kooperation mit dem Ernährungsrat Gießen zeigt WERTSCHÄTZEN im Kinocenter um 20.15 Uhr den Dokumentarfilm „Food Coop“ von Tom Boothe, der einen spannenden Einblick hinter die Kulissen des New Yorker Vorbilds „Park Slope Food Coop“ gibt. Der Vorverkauf startet im Mai; weitere Infos werden auf der Website bekanntgegeben.
Eine Anmeldung zur Werkstatt ist für Gründungsinteressierte bis zum 10. Mai 2026 möglich: www.uni-giessen.de/ibae/gfms
Projektabschluss im Sommer 2026
Mit der Gründungswerkstatt läutet das Forschungsprojekt WERTSCHÄTZEN seine finale Phase ein. Seit dem Start 2023 hat das Projektteam Kooperative Lebensmittelläden wissenschaftlich begleitet, Akteurinnen und Akteure aus der Praxis vernetzt und konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Ziel war es, das Potenzial dieser Läden für bio-regionale Wertschöpfungsketten zu erforschen und das Konzept bekannter zu machen. Zum Abschluss im Sommer 2026 wird eine zentrale Website online gehen. Diese bündelt die Forschungsergebnisse und dient als digitaler Leitfaden für die Gründung weiterer Kooperativen und die Stärkung einer ökologischen und sozialgerechteren Land- und Lebensmittelwirtschaft.
Die in WERTSCHÄTZEN untersuchten Themen bleiben auch nach dem Projektabschluss fest verankert in der Forschungslandschaft der JLU: Im „Forschungs- und Praxisnetzwerk für kooperatives und genossenschaftliches Wirtschaften in der Agrar- und Ernährungsbranche" (ForWerK) werden die Arbeiten fortgeführt. ForWerK knüpft an eine mehr als 60-jährige Tradition genossenschaftlicher und kooperativer Forschung in Gießen an, die am ehemaligen Institut für Genossenschaftswesen und Kooperationswesen ihren Ursprung hatte. Projektkoordinatorin Kristina Gruber, die auch das Netzwerk ForWerK koordiniert, freut sich über den großen Zuspruch zu WERTSCHÄTZEN und verwandten Forschungsaktivitäten.
Termine:
Gründungswerkstatt am Freitag, 19. Juni 2026, 13–22 Uhr (inkl. Filmvorführung im Kinocenter) und am Samstag, 20. Juni 2026, 10–16 Uhr
Veranstaltungsort: Zeughaus der Justus-Liebig-Universität Gießen, Senckenbergstraße 3, 35390 Gießen
Kristina Gruber
Koordinatorin Projekt WERTSCHÄTZEN
Telefon: 0641 99-37204
E-Mail: wertschaetzen@uni-giessen.de
Prof. Dr. Christian Herzig,
Professur für Betriebslehre der Ernährungswirtschaft und des Agribusiness
Institut für Betriebslehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft (IBAE)
Zentrum für Nachhaltige Ernährungssysteme (ZNE)
Telefon: 0641 99-37271
E-Mail: ibae.sekretariat@agrar.uni-giessen.de
Fachjournal „Ökologie & Landbau“: https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb09/institute/ibae/bea/projekte/wertschaetzen...
https://www.uni-giessen.de/ibae/wertschaetzen
https://www.uni-giessen.de/ibae/forwerk
https://www.uni-giessen.de/ibae/gfms Anmeldung zur Gründungswerkstatt (Anmeldeschluss: 10. Mai 2026)
Copyright: Canva Creative Studio
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Umwelt / Ökologie
regional
Forschungsergebnisse, Kooperationen
Deutsch

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