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Als herausragende Masterabsolventin der Universität Heidelberg wird Franziska Gießler ausgezeichnet. Für ihr wissenschaftliches Potential im Hinblick auf ihre inzwischen begonnene Promotionsphase und eine anschließende Karriere in der akademischen Forschung erhält sie den Marie-Luise Jung-Preis. Die von der Universität gemeinsam mit der Verfassten Studierendenschaft und dem Doktorandenkonvent initiierte Auszeichnung wird von der Fakultät für Biowissenschaften vergeben. Preisträgerin Franziska Gießler studierte in Heidelberg Biochemie und arbeitet nun in Amsterdam an ihrer Doktorarbeit. Die Feier zur Verleihung des Preises findet am 21. April 2026 in der Aula der Alten Universität statt.
Pressemitteilung
Heidelberg, 14. April 2026
Auszeichnung für herausragende Heidelberger Masterstudentin
Biochemikerin Franziska Gießler erhält den zum vierten Mal vergebenen Marie-Luise Jung-Preis
Als herausragende Masterabsolventin der Universität Heidelberg wird Franziska Gießler ausgezeichnet. Für ihr wissenschaftliches Potential im Hinblick auf ihre inzwischen begonnene Promotionsphase und eine anschließende Karriere in der akademischen Forschung erhält sie den Marie-Luise Jung-Preis. Die von der Universität gemeinsam mit der Verfassten Studierendenschaft und dem Doktorandenkonvent initiierte Auszeichnung wird von der Fakultät für Biowissenschaften vergeben; der Preis erinnert an die bei einer Amoktat vor vier Jahren getötete Biologiestudentin, deren ausdrücklicher Wunsch es war, diesen Weg in die Wissenschaft an der Universität Heidelberg einzuschlagen. Preisträgerin Franziska Gießler studierte in Heidelberg Biochemie und arbeitet nun in Amsterdam an ihrer Doktorarbeit. Die akademische Feier zur Verleihung des Preises findet am 21. April 2026 in der Aula der Alten Universität statt.
Entscheidend für die Wahl der Preisträgerin waren neben Bestleistungen während ihres Studiums mit dem Schwerpunkt RNA-Nanotechnologie die besondere Qualität ihrer Masterarbeit, die Franziska Gießler am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Kerstin Göpfrich angefertigt hat. Darin befasst sie sich mit bestimmten Nanostrukturen, die auf Ribonukleinsäuren (RNA) basieren und sich zu sogenannten Tröpfchen zusammenlagern. Die Preisträgerin konnte zeigen, dass sich die Dynamik dieser Strukturen durch Ribozyme kontrollieren und genetisch programmieren lässt. Zudem können aus Mischungen verschiedener RNA‑Moleküle Tröpfchen hergestellt werden, die sich nach einer Spaltung in unterschiedliche Populationen aufteilen. „Diese Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven für die Herstellung minimalistischer künstlicher Zellsysteme. Vorstellbar wäre etwa, solche RNA-Tröpfchen in der Zukunft als intelligente Wirkstoffträger zu nutzen, um präzisere und personalisierte Therapien zu ermöglichen“, so der Studiendekan der Fakultät für Biowissenschaften, Prof. Dr. Walter Nickel. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten am ZMBH wurden in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ veröffentlicht.
Franziska Gießler absolvierte ihr Bachelor‑ und Masterstudium der Biochemie an der Universität Heidelberg mit einem Forschungsaufenthalt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Schweiz). Von der Carl‑Zeiss‑Stiftung wurde sie im letzten Jahr ihres Studiums mit einem Qualifikationsstipendium gefördert. Für ihre Masterarbeit hat Franziska Gießler bereits den „Preis des Zukunftsforums Biotechnologie“ erhalten. Er wird von der DECHEMA – Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie vergeben. Im November 2025 hat Franziska Gießler ihre Promotion am AMOLF-Forschungsinstitut für die Physik funktioneller komplexer Materie in Amsterdam (Niederlande) begonnen. Dort forscht sie an neuen Methoden zur Konstruktion minimaler biologischer Systeme.
Die akademische Feier zur Verleihung des Marie-Luise Jung-Preises eröffnet die Rektorin der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Frauke Melchior. Grußworte sprechen Sebastian Fath, Vorsitzender der Verfassten Studierendenschaft, sowie Oliver Kübeck für den Doktorandenkonvent. Die Laudatio auf Franziska Gießler hält der Studiendekan an der Fakultät für Biowissenschaften. Nach der Übergabe des Preises durch Prof. Melchior wird die Preisträgerin über ihre wissenschaftlichen Arbeiten berichten. Den musikalischen Rahmen der Preisverleihung gestalten Mitglieder des Collegium Musicum unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Michael Sekulla.
Das Rektorat sowie die Organe der Verfassten Studierendenschaft und des Doktorandenkonvents der Universität Heidelberg hatten im Jahr 2022 in Abstimmung mit der Fakultät für Biowissenschaften und der Familie des Opfers entschieden, einen Preis zum Gedenken an die 23-jährige getötete Studentin zu initiieren und über einen Zeitraum von 20 Jahren zu finanzieren. Der Marie-Luise Jung-Preis ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro verbunden und wird jährlich im Rahmen einer akademischen Feier verliehen.
Hinweis an die Redaktionen:
Die akademische Feier zur Verleihung des Marie-Luise Jung-Preises findet am 21. April 2026 in der Aula der Alten Universität statt und beginnt um 18.30 Uhr. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Teilnahme und Berichterstattung eingeladen. Foto- und Filmaufnahmen sind nur nach Absprache mit der Pressestelle möglich. Es wird eine Anmeldung erbeten bis zum 20. April per Mail an presse@rektorat.uni-heidelberg.de
Kontakt:
Kommunikation und Marketing
Pressestelle
Tel. +49 6221 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Biologie, Chemie
überregional
Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

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