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15.04.2026 09:10

KI effizienter trainieren: Weniger Kosten, weniger CO₂

Christian Ernst Presse, Kommunikation und Marketing
Technische Universität Clausthal

    Clausthaler Mathematiker erhält annähernd eine Million Euro für das Projekt „LiftHighUp“.

    Die VolkswagenStiftung fördert den Clausthaler Wissenschaftler Prof. Andreas Potschka mit rund 940.000 Euro aus der Initiative „Momentum – Förderung für Erstberufene“. Der Mathematiker – vor fünf Jahren an der Technischen Universität Clausthal zum Professor berufen – leitet das Institut für Mathematik. Mit seiner Arbeitsgruppe „Kontinuierliche Optimierung“ leistet Potschka Grundlagenforschung, die wichtige Beiträge zum Themenfeld Digitalisierung liefert, auch im Bereich Künstliche Intelligenz.

    „Momentum“ richtet sich an Universitätsprofessor:innen, die vor drei bis fünf Jahren ihre erste Lebenszeitprofessur angetreten haben. Bereitgestellt werden Mittel für die strategische Weiterentwicklung des eigenen Fachs, sei es in der Forschung oder der Lehre. Finanziert werden dafür je nach Vorhaben etwa zusätzliche Sach- und Geräteausstattung, Personalmittel für Postdocs, technische Mitarbeitende und studentische Hilfskräfte, Auslandsaufenthalte, neue forschungsbasierte Lehrformate sowie Wissenschaftskommunikation.

    „Es ist großartig, dass Andreas Potschka bundesweit zu den nur zwölf jungen Forschenden zählt, die diese besondere Förderung erhalten. Die Momentum-Förderung unterstützt die strategische Fokussierung auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz und greift damit ein Querschnittsthema auf, das sich heute durch nahezu alle Forschungsaktivitäten der TU Clausthal zieht. Die Förderung durch die VolkswagenStiftung unterstreicht einerseits die hohe Qualität der Grundlagenforschung an unserem Institut für Mathematik und macht andererseits deutlich, dass wir an der TU Clausthal für zukünftige Entwicklungen sehr gut aufgestellt sind“, sagt Universitätspräsidentin Dr.-Ing. Sylvia Schattauer.

    „Die Förderung unterstreicht, welch hohen Stellenwert die Mathematik für Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz einnimmt. Es freut mich, dass dieser Stellenwert jetzt auch in Deutschland mehr und mehr wahrgenommen wird, wo beim Thema Digitalisierung bisher sowohl gesellschaftlich als auch politisch eher an neue, große Rechenzentren als an neue, effizientere Algorithmen gedacht wird. Wir werden beides brauchen. Allerdings wandern Investitionen in Hardware größtenteils ins Ausland und die eingekaufte Hardware ist nach wenigen Jahren veraltet. Investitionen in kluge Köpfe, die bessere Algorithmen entwickeln, sind hingegen nachhaltiger, sofern wir die klugen Köpfe durch attraktive Rahmenbedingungen in Deutschland halten können“, betont Prof. Potschka. Die finanzielle Unterstützung für seine Forschung erstreckt sich über vier Jahre.

    Worum genau geht es in seinem Projekt „Training algorithms with Lifted High-Rank Updates (LiftHighUp)“? Das Training leistungsstarker Modelle der Künstlichen Intelligenz erfordert viel Zeit, Geld und Energie. Aufgrund der hohen Kosten können sich nur sehr finanzstarke Organisationen Grundlagenforschung in diesem Bereich leisten und der ökologische Fußabdruck dieser Technologien steigt immer weiter. Im Vorhaben „LiftHighUp“ möchte Mathematiker Potschka intelligentere Trainingsverfahren für KI entwickeln, die mathematische Strukturen in neuronalen Netzen nutzen, die nur durch „Lifting“ des Trainingsproblems in höhere Dimensionen sichtbar werden. Die Ausnutzung dieser Strukturen durch neue Trainingsalgorithmen verspricht Potenziale für eine effizientere Berechnung. Gemeinsam mit zwei Postdocs sollen Methoden für das Training tiefer neuronaler Netze (Deep Neural Networks) entwickelt, getestet und im Anschluss in Kollaboration mit Forschenden an der TU Clausthal in die Anwendung gebracht werden.

    Die daraus resultierende Software, Konfigurationen und Ergebnisse werden frei veröffentlicht, damit andere sie reproduzieren, überprüfen und darauf aufbauen können. Durch Ausnutzung versteckter Strukturen zielt „LiftHighUp“ darauf ab, Trainingskosten und Emissionen zu senken, Partizipation an fortschrittlicher KI für kleinere Teams und Institutionen zu erleichtern und dazu beizutragen, den Weg in Richtung „GreenAI“ zu ebnen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Andreas Potschka
    Institut für Mathematik
    Technische Universität Clausthal
    andreas.potschka@tu-clausthal.de


    Bilder

    Im Projekt „LiftHighUp“ arbeitet Prof. Andreas Potschka daran, KI effizienter zu trainieren. Der Ansatz: Lifting erlaubt die Entdeckung von Abkürzungen auf dem Weg zur Lösung, die nur nach Einbettung in höhere Dimensionen sichtbar werden.
    Im Projekt „LiftHighUp“ arbeitet Prof. Andreas Potschka daran, KI effizienter zu trainieren. Der Ans ...
    Quelle: Exner, Institut
    Copyright: TU Clausthal


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende
    Informationstechnik, Mathematik
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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