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15.04.2026 10:09

Wie Dateninfrastrukturen zur Schlüsselressource für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft werden

Anna Riesenweber Kommunikation
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH

    Circular Economy Information Ecosystem: Erfolgsvoraussetzung und Innovationstreiber für die digitale Kreislaufwirtschaft

    Damit Produkte länger genutzt, repariert und recycelt werden können, braucht es vor allem eines: verlässliche Daten. Ein neuer In Brief des Wuppertal Instituts zeigt, warum Digitalisierung entscheidend für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist und welche Rolle das Circular Economy Information Ecosystem (CEIS) dabei spielt.

    Der Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft gehört zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Nur wenn Ressourcen effizient genutzt und im Kreislauf gehalten werden, lassen sich Klimaziele erreichen und Umweltschäden reduzieren. Gleichzeitig ist der Übergang auf eine Kreislaufwirtschaft die geeignete Antwort auf die verstärkten geopolitische Spannungen und steigende Rohstoffabhängigkeiten, die die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Industrie zunehmend bestimmen. Geschlossene Kreisläufe helfen Lieferketten resilienter zu gestalten. Ohne Digitalisierung wird dieser Wandel nicht gelingen. Damit Kreislaufwirtschaft in der Praxis funktioniert, müssen Unternehmen, Behörden und weitere Akteur*innen künftig Daten besser austauschen und nutzen können.

    Im In Brief „Das Circular Economy Information Ecosystem: Erfolgsvoraussetzung und Innovationstreiber für die digitale Kreislaufwirtschaft“ skizzieren Prof. Dr.-Ing. Stephan Ramesohl und Dr. Holger Berg aus dem Forschungsbereich Digitale Transformation am Wuppertal Institut, welche digitalen Grundlagen dafür notwendig sind.
    „Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht verlässliche Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erst wenn physische Produktströme und digitale Informationen systematisch zusammengeführt werden, lassen sich zirkuläre Prozesse wirklich umsetzen und skalieren“, betont Stephan Ramesohl. „Die Fähigkeit zum Datenaustausch ist damit eine Kernkompetenz für nachhaltiges Wirtschaften“, ergänzt Holger Berg.

    Digitalisierung als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft: CEIS bildet das Fundament

    Digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten, Ressourcen effizienter zu nutzen und Stoffkreisläufe zu schließen. Über Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie können Produktionsprozesse optimiert und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Auch in der Abfallwirtschaft, Logistik und Wiederaufbereitung tragen digitale Lösungen dazu bei, Materialien besser zu erfassen, zu sortieren und erneut zu nutzen.

    Zentral für diese Entwicklung ist das sogenannte Circular Economy Information Ecosystem (CEIS). Es beschreibt die Gesamtheit aller digitalen Technologien, Infrastrukturen, Prozesse und Akteur*innen, die für eine datenbasierte Kreislaufwirtschaft notwendig sind – einschließlich der dafür erforderlichen Standards, Regeln und Koordinationsmechanismen.

    Neue Chancen für Wirtschaft und Politik

    Ein funktionierendes CEIS kann nicht nur die Kreislaufwirtschaft voranbringen, sondern auch neue Impulse für Wirtschaft und Verwaltung setzen. Sein Aufbau erfordert koordinierte Anstrengungen über mehrere Jahre hinweg. Entscheidend ist, die bestehende Innovationsdynamik zu nutzen und gezielt weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem:

    - Entwicklung und Skalierung praxistauglicher Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette
    - Aufbau branchenbezogener Datenökosysteme
    - Weiterentwicklung von Standards und internationale Abstimmung
    - Stärkung von Kompetenzen in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung
    - bessere Vernetzung bestehender Initiativen und Pilotprojekte

    CEIS soll dezentral organisiert sein, einen souveränen und rollenbasierten Datenaustausch ermöglichen, auf interoperablen Formaten (gemeinsam festgelegte technische Regeln für nahtlose Interaktion) basieren und technologieoffen sowie unabhängig von einzelnen Plattformen funktionieren. Ein weiterer wichtiger Baustein ist dabei der Digitale Produktpass, der im Rahmen der europäischen Ökodesign-Verordnung eingeführt wird. Er soll künftig Informationen zu Materialien, Reparierbarkeit oder Umweltwirkungen von Produkten bereitstellen und damit eine zentrale Datenbasis für die Kreislaufwirtschaft schaffen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    https://wupperinst.org/c/wi/c/s/cd/76/ | Prof. Dr.-Ing. Stephan Ramesohl, Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation
    https://wupperinst.org/c/wi/c/s/cd/1319/ | Dr. Holger Berg, Co-Leiter des Forschungsbereichs Digitale Transformation


    Originalpublikation:

    https://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/9274/ | In Brief „Das Circular Economy Information Ecosystem: Erfolgsvoraussetzung und Innovationstreiber für die digitale Kreislaufwirtschaft”


    Weitere Informationen:

    https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/kreislaufwirts... | BMUKN: Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS)


    Bilder

    Die Grafik illustriert im Zentrum das CEIS mit seinen Wechselbeziehungen zwischen den vielfältigen dezentralen Bausteinen für Datenaustausch und -bereitstellung in der Kreislaufwirtschaft.
    Die Grafik illustriert im Zentrum das CEIS mit seinen Wechselbeziehungen zwischen den vielfältigen d ...

    Copyright: Wuppertal Institut

    Die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Circular Economy und der Aufbau des CEIS erfordert das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft auf allen Handlungsebenen.
    Die erfolgreiche Umsetzung der digitalen Circular Economy und der Aufbau des CEIS erfordert das Zusa ...

    Copyright: Wuppertal Institut


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Informationstechnik, Meer / Klima, Politik, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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