idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
15.04.2026 15:15

Weltweit erste Resuscitation Academy für den Klinikbereich startet in Deutschland

Jana Schneeberg Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und lntensivmedizin e.V.

    Nürnberg/Kiel. Laut aktueller Hochrechnungen des Deutschen Reanimationsregisters kommt es jedes Jahr in deutschen Krankenhäusern zu rund 28.000 bis 38.000 Herz-Kreislauf-Stillständen. Doch trotz schneller Hilfe überleben nur etwa 20 Prozent der Betroffenen. Ein Grund dafür liegt nach Einschätzung von Fachleuten auch in Unterschieden bei Organisation und Prozessen der Notfallversorgung. Deutliches Verbesserungspotenzial liege daher vor allem in strukturierten Abläufen, Trainings und Datennutzung. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) die innerklinische Resuscitation Academy Deutschland (iRAD) ins Leben gerufen.

    Nun fällt der Startschuss für die erste iRAD: Vom 14. bis 16. April 2026 findet sie am Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel statt. 12 Kliniken aus Deutschland nehmen an dem zweijährigen Programm teil.

    Die iRAD ist die erste Resuscitation Academy weltweit, die sich gezielt mit der innerklinischen Reanimation befasst. Damit nimmt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein. Das Programm überträgt zentrale Elemente der Resuscitation Academy auf den innerklinischen Bereich und orientiert sich an aktuellen internationalen Empfehlungen. Im Mittelpunkt steht dabei ein systemischer Ansatz mit vier Handlungsfeldern: Planung und Vorbereitung, Vorbeugung, Prinzipien und Kultur sowie Durchführung. Ziel ist es, Prozesse zu vereinheitlichen, vermeidbare Ereignisse zu reduzieren und die Versorgungsqualität zu verbessern.
    Erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten entlang der gesamten Versorgungskette

    Dass der Fokus auf innerklinische Notfälle hochrelevant ist, haben auch die Bad Boller Reanimations- und Notfallgespräche 2026 eindrücklich gezeigt. Dort stand erstmals der Herz-Kreislauf-Stillstand im Krankenhaus im Zentrum – mit dem klaren Befund: Trotz vorhandener Strukturen gibt es erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten entlang der gesamten Versorgungskette.

    „Ein wesentlicher Ansatzpunkt liegt in der Standardisierung von Abläufen und der konsequenten Auswertung von Daten. Beides ist in vielen Häusern bislang nur teilweise umgesetzt“, sagt Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Programmdirektor der iRAD. Genau hier setze die iRAD an und unterstütze Kliniken dabei, entsprechende Strukturen systematisch aufzubauen und weiterzuentwickeln.
    Die Zielgruppen des Programms reichen von Verantwortlichen in Klinikleitung und Qualitätsmanagement über Aus- und Weiterbildungsbereiche bis hin zu Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie Notfallteams aus Anästhesie, Intensivmedizin, Notaufnahme und Innerer Medizin.

    „Wir nehmen an der iRAD teil, weil wir die Notfall- und Reanimationsversorgung in unseren Häusern kontinuierlich weiterentwickeln wollen“, erklärt Daniel Leiendecker von den Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis, die zu den ersten zwölf Teilnehmern zählen. „Für uns ist es eine wertvolle Chance, eigene Prozesse kritisch zu überprüfen, neue Impulse aufzunehmen und uns mit anderen erfahrenen Kliniken auszutauschen. Dass wir als regionaler Versorger Teil dieses Projekts sind, macht uns besonders stolz. Wir möchten zeigen, dass hohe Qualität, Engagement und der Wille zur Verbesserung nicht von der Größe eines Hauses abhängen."

    Die iRAD baut auf den Erfahrungen der Resuscitation Academy Deutschland (RAD) auf, die ebenfalls von der DGAI veranstaltet wird. Dieses Programm unterstützt seit mehreren Jahren erfolgreich Rettungsdienste dabei, ihre Abläufe bei Herz-Kreislauf-Stillständen zu verbessern. Bis einschließlich 2025 haben bereits 45 Rettungsdienstbereiche teilgenommen, auch hier mit dem gemeinsamen Ziel, die Überlebenschancen Betroffener deutlich zu erhöhen.


    Originalpublikation:

    https://www.dgai.de/aktuelles-patientinnen-projekte/pressemitteilungen/3178-welt...


    Weitere Informationen:

    https://www.dgai.de/aktuelles-patientinnen-projekte/pressemitteilungen/3177-herz...


    Bilder

    Vom 14. bis 16. April 2026 findet der Auftakt der iRAD am Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel statt.
    Vom 14. bis 16. April 2026 findet der Auftakt der iRAD am Institut für Rettungs- und Notfallmedizin ...
    Quelle: Hans-Michel Scharf
    Copyright: DGAI e.V.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).