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17.04.2026 11:15

Tag der Forschungsdaten 2026: Datenraum Nordwest stärkt Bremen als Standort für Forschungsdaten und KI

Aylin Krieger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
U Bremen Research Alliance e.V.

    Die U Bremen Research Alliance und das interdisziplinäre Bremer Datenkompetenzzentrum DataNord luden gemeinsam am 15. April 2026 zum Tag der Forschungsdaten in die Kassenhalle im Forum am Domshof in Bremen ein. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Triff den Datenraum Nordwest" und stellte die Dateninitiativen aus dem Raum Bremen-Oldenburg in den Mittelpunkt und bot Raum für Austausch und Vernetzung.

    Gemeinsame Pressemitteilung mit Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft

    Bremen, 15. April 2026. Der Tag der Forschungsdaten 2026 in Bremen ist auf große Resonanz gestoßen. Die Veranstaltung in der Kassenhalle im Forum am Domshof war bereits im Vorfeld vollständig ausgebucht. Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nutzten die Gelegenheit zum Austausch über aktuelle Entwicklungen im Forschungsdatenmanagement und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Wissenschaft.

    Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die gesellschaftspolitische Bedeutung von Daten, der Aufbau leistungsfähiger Dateninfrastrukturen sowie der verantwortungsvolle Einsatz von KI in der Forschung.

    Bereits zu Beginn der Veranstaltung hob Karolina Kumar, Staatsrätin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, die gesellschaftspolitische Dimension von Daten hervor:

    „Demokratie braucht valide Daten. Datenkompetenz ist eine Grundlage für evidenzbasierte Politik und damit für gesellschaftlichen Mehrwert. Der Nordwesten zeigt, wie durch enge Kooperation zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft leistungsfähige und vertrauenswürdige Datenräume geschaffen werden.“

    Auch die Bedeutung gemeinsamer Strukturen wurde deutlich. Ein zentrales Beispiel dafür ist der Datenraum Nordwest:

    Im Datenraum Nordwest haben sich Dateninitiativen aus Bremen, Oldenburg und Umzu zu einem Kooperationsnetzwerk zusammengeschlossen. Damit entwickeln sie zentrale Grundlagen für zukunftsfähige Forschung in der Region: verlässliche Strukturen für nachhaltiges Forschungsdatenmanagement, sicheren Datenzugang und institutionenübergreifende Zusammenarbeit nach den FAIR-Prinzipien. Gleichzeitig adressieren sie zentrale Herausforderungen wie IT-Sicherheit, Datensouveränität und die vertrauenswürdige Nutzung von KI.

    Der Datenraum Nordwest steht damit exemplarisch für einen neuen, kooperativen Umgang mit Forschungsdaten und zeigt, wie regionale Vernetzung Innovationsfähigkeit, wissenschaftliche Qualität und gesellschaftliche Handlungsfähigkeit gleichermaßen stärkt.

    Forschungsdaten und KI sind dabei eng miteinander verknüpft: Daten bilden die Grundlage für KI-Anwendungen, während KI neue Möglichkeiten für die Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen eröffnet. Zugleich wurde deutlich, dass der Einsatz von KI klare Rahmenbedingungen erfordert.

    In seiner Keynote „Der Mensch im Mittelpunkt: Voraussetzungen für die gelungene KI-Integration“ betonte Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Professor für IT-Sicherheitsrecht an der Hochschule Bremen sowie wissenschaftlicher Direktor und Gründer des cyberintelligence.institute, die Rolle des Menschen im Zusammenspiel mit KI:

    „Künstliche Intelligenz ist kein neuer Kollege, sondern ein Werkzeug. Sie kann Prozesse beschleunigen und unterstützen, aber die Verantwortung und die Bewertung bleiben beim Menschen. Entscheidend ist, dass wir KI bewusst, transparent und mit klaren Regeln einsetzen.“

    Die infrastrukturelle Perspektive rückte Prof. Dr.-Ing. Ulrike Lucke in ihrer Keynote „Forschungsinfrastrukturen für und mit KI“ in den Fokus. Die Professorin für Komplexe Multimediale Anwendungsarchitekturen am Institut für Informatik und Computational Science der Universität Potsdam sowie stellvertretende Sprecherin des NFDI-Konsortiums NFDIxCS machte deutlich, dass leistungsfähige und vernetzte Strukturen eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen KI-Einsatz sind:

    „Leistungsfähige Dateninfrastrukturen sind die Voraussetzung dafür, dass Künstliche Intelligenz in der Forschung wirksam eingesetzt werden kann. Diese Strukturen lassen sich jedoch nicht isoliert aufbauen. Erst durch enge Kooperationen in der Wissenschaftslandschaft entstehen gemeinsame Architekturen, die den Austausch von Daten ermöglichen und echte Fortschritte schaffen.“

    Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Data Champion Award 2026 an Dr. Anne Speer und Charlotte Brandhorst (beide Universität Bremen / Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt) sowie Leonie Wolfrath von der Universität Mannheim. Ausgezeichnet wurde ihr Datenprojekt zur RISC-Milieutypologie, das soziale Gruppen, Werte und gesellschaftliche Konfliktlinien analysiert und zugleich offen zugänglich macht.

    „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung mit dem Data Champion Award. Unser Ziel war es, die RISC-Milieutypologie so aufzubereiten, dass sie für andere Forschende nachvollziehbar und frei nutzbar wird. Indem wir Daten, Methoden und Werkzeuge offen bereitstellen, schaffen wir die Grundlage für transparente, reproduzierbare Forschung. Gleichzeitig ermöglichen wir mit Anwendungen wie dem Milieu-Rechner einen niedrigschwelligen Zugang für die Öffentlichkeit und tragen dazu bei, den gesellschaftlichen Dialog über Zusammenhalt und unterschiedliche Lebensrealitäten zu stärken“, sagte Dr. Anne Speer.

    Die jährliche Veranstaltung wird organisiert von der U Bremen Research Alliance im Rahmen von DataNord, dem interdisziplinären Datenkompetenzzentrum für die Region Bremen, in enger Zusammenarbeit mit Forschenden und forschungsunterstützendem Personal aus den Mitgliedseinrichtungen. DataNord wird gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU.

    Deutlich wurde über alle Beiträge hinweg: Zukunftsfähige Forschung im digitalen Zeitalter gelingt nur gemeinsam. Der Datenraum Nordwest, DataNord und die U Bremen Research Alliance stehen für einen kooperativen Ansatz, der Einzellösungen überwindet. Der Aufbau von Datenkompetenzen ist zentral, um die Potenziale von Künstlicher Intelligenz zu nutzen und zugleich ihre Grenzen realistisch einschätzen zu können. Gleichzeitig gewinnen rechtliche Rahmenbedingungen, Compliancefragen und geopolitische Aspekte an Bedeutung – etwa mit Blick auf Datensouveränität, Speicherorte und den verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Informationen.

    Ansprechpersonen für die Medien:

    Aylin Krieger
    Koordinatorin Kommunikation und Marketing bei der U Bremen Research Alliance
    E-Mail: aylin.krieger@vw.uni-bremen.de
    Tel.: +49 421 218 60046

    Ina Schulze
    Pressesprecherin bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft
    Tel.: (0421) 361-96 269
    E-Mail: ina.schulze@umwelt.bremen.de

    Über die UBRA:

    In der U Bremen Research Alliance kooperieren die Universität Bremen und dreizehn Institute der bund-länder-finanzierten außeruniversitären Forschung – alle mit Sitz im Bundesland Bremen. Sie umfasst Forschungsinstitute der vier großen deutschen Wissenschaftsorganisationen, also Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft, sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.


    Weitere Informationen:

    https://www.bremen-research.de/tag-der-forschungsdaten-2026-2 Nachbericht zum Tag der Forschungsdaten 2026
    https://www.bremen-research.de/data-champion-award/data-champion-award-2026 Details zu den Data Champion Award Gewinnerinnen:
    https://www.bremen-research.de/aktivitaeten/forschungsdaten/datenraum-nordwest Interaktive Grafik des Datenraum Nordwest
    https://www.bremen-research.de/datanord Website DataNord


    Bilder

    Von l.n.r.: Prof. Dr. Michal Kucera, Prof. Dr. Iris Pigeot, Prof. Dr.-Ing. Uta Bohnebeck, Karolina Kumar, Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, Prof. Dr. Rolf Drechsler, Christina Beckers, Prof. Dr.-Ing. Rainer Fechte-Heinen, Prof. Dr.-Ing. Ulrike Lucke
    Von l.n.r.: Prof. Dr. Michal Kucera, Prof. Dr. Iris Pigeot, Prof. Dr.-Ing. Uta Bohnebeck, Karolina ...
    Quelle: Jens Lehmkühler
    Copyright: Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance

    Die Podiumsdiskussion bewegte sich um praktische Fragen rund um den Einsatz von KI in Wissenschaft, aber auch Wirtschaft. Rechtliche Rahmenbedingungen, Compliance, aber auch Infrastrukturfragen bewegten das Publikum.
    Die Podiumsdiskussion bewegte sich um praktische Fragen rund um den Einsatz von KI in Wissenschaft, ...
    Quelle: Jens Lehmkühler
    Copyright: Jens Lehmkühler / U Bremen Research Alliance


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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