idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
20.04.2026 11:46

Beitrag von GSI/FAIR zur Artemis-II-Mondmission – Weltraumkamera unter kosmischen Strahlenbedingungen getestet

Dr. Ingo Peter Öffentlichkeitsarbeit
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

    Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und die internationale Beschleunigeranlage FAIR haben einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Artemis-II-Mondmission geleistet. Eine speziell entwickelte Kamera für den Einsatz im Weltraum wurde im Vorfeld erfolgreich unter realitätsnahen Bedingungen am Teilchenbeschleuniger von GSI und FAIR getestet.

    Die Kamera – ein speziell angepasstes Modell der Nikon Z9 – wurde im März 2025 von der NASA am Teilchenbeschleuniger von GSI/FAIR umfangreichen Strahlungstests unterzogen. Dabei wurde sie hochenergetischen Schwerionen ausgesetzt, die die kosmischen Bedingungen im Weltraum simuliert. Ziel war es, die Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Systems unter extremen Bedingungen sicherzustellen. Die Ergebnisse bestätigten, dass die Kamera auch unter intensiver Strahlenbelastung stabil und zuverlässig arbeitet und damit für den Einsatz in Mondmissionen geeignet ist.

    Das auf diese Weise erfolgreich getestete Kameramodell kam nun bei der gerade erfolgreich abgeschlossenen Mondmission Artemis-II der NASA zum Einsatz und lieferte eindrucksvolle Aufnahmen – darunter Bilder einer Sonnenfinsternis aus dem Weltraum. Diese Ergebnisse unterstreichen die Leistungsfähigkeit der Technologie unter realen Einsatzbedingungen.

    Die NASA plant, das Kameramodell zukünftig auch bei weiteren Missionen des Artemis-Programms einzusetzen – insbesondere bei der geplanten Rückkehr von Astronaut*innen auf die Mondoberfläche. Erstmals seit über 50 Jahren sollen dabei wieder Menschen den Mond betreten.

    „Unsere Beschleunigeranlagen ermöglichen es, kosmische Strahlung auf der Erde präzise zu simulieren“, erklärt Professor Thomas Nilsson, Wissenschaftlicher Geschäftsführer von GSI/FAIR. „Somit können wir wichtige Beiträge leisten, um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit für zukünftige Raumfahrtmissionen zu gewährleisten.“

    „Mit unserer Expertise im Bereich der Strahlenphysik leisten wir bei GSI und FAIR einen bedeutenden Beitrag zur internationalen Raumfahrtforschung, unter anderem in Zusammenarbeit mit NASA und ESA. Unsere Forschung hilft nicht nur bei der Entwicklung robuster Raumfahrttechnologien, sondern auch beim besseren Verständnis der Auswirkungen kosmischer Strahlung auf Menschen“, ergänzt Professor Marco Durante, Leiter der Abteilung Biophysik bei GSI und FAIR.

    „GSI/FAIR ist eine einzigartige Anlage in Europa, um elektronische Komponenten, insbesondere sogenannte ‚components-off-the-shelf‘ (COTS) mit hochenergetischen Schwerionen zu testen – eine wichtige Voraussetzung für zukünftige Weltraummissionen“, sagt Tim Wagner, Physiker bei GSI/FAIR und Verantwortlicher für die Durchführung von Härtetests für Mikroelektronik bei GSI.

    Die aktuellen erfolgreichen Testexperimente wurden im Rahmen des EU-Förderprogramms RADNEXT durchgeführt und fanden während der FAIR-Phase-0-Experimentierzeit statt. Diese Phase ermöglicht es Forschenden, bereits vor dem vollständigen Ausbau der FAIR-Anlage bahnbrechende wissenschaftliche Experimente und Entwicklungen durchzuführen.

    Über GSI/FAIR

    Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt betreibt seit Jahrzehnten weltweit führende Teilchenbeschleunigeranlagen. Zurzeit entsteht dort das internationale Beschleunigerzentrum FAIR, eines der größten Forschungsvorhaben weltweit. Mit FAIR wird Materie im Labor erzeugt und erforscht werden, wie sie sonst nur im Universum vorkommt. Forschende aus aller Welt nutzen die Anlagen für Experimente, um neue Erkenntnisse über den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums zu gewinnen. Darüber hinaus entwickeln sie neuartige Anwendungen in Medizin und Technik.


    Weitere Informationen:

    https://www.gsi.de/start/aktuelles/detailseite/2026/04/20/artemis-ii-camera-test


    Bilder

    Die Space-Launch-System-Rakete der NASA transportiert das Raumschiff Orion für die ARTEMIS-II-Mission. An Bord auch das Nikon-Z9-Kameramodell, das bei GSI/FAIR getestet wurde.
    Die Space-Launch-System-Rakete der NASA transportiert das Raumschiff Orion für die ARTEMIS-II-Missio ...

    Copyright: NASA / Joel Kowsky

    Experimentaufbau zum Test der Nikon-Z9-Kamera bei GSI/FAIR – Vorne links ist das Strahlrohr sichtbar, gefolgt von Strahlmonitoren (silberne Kammer mit goldener Folie). Im Hintergrund befindet sich die Elektronikteststation mit der montierten Nikon-Kamera.
    Experimentaufbau zum Test der Nikon-Z9-Kamera bei GSI/FAIR – Vorne links ist das Strahlrohr sichtbar ...

    Copyright: T. Wagner, GSI/FAIR


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Physik / Astronomie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).