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Koordination ist ein Schwachpunkt im malawischen Gesundheitssystem – mit Folgen für Millionen Kinder. Die Universität Witten/Herdecke will gemeinsam mit Partner:innen vor Ort dazu beitragen, die Versorgung zu verbessern.
Malawi ist ein junges Land: Die Hälfte der Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt. Doch ausgerechnet für sie fehlt oft das, was Gesundheitssysteme leisten sollen: Struktur, Koordination, Verlässlichkeit.
Unter dem Dach der Paediatrics and Child Health Association (PACHA) entsteht deshalb das Else Kröner Center (EKC) for Global Child Health in Blantyre in Kooperation mit der Friede Springer Stiftungsprofessur für Globale Kindergesundheit der Universität Witten/Herdecke (UW/H). Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) fördert das Zentrum mit zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Das Ziel: Nicht einzelne Krankheiten bekämpfen, sondern ein System stärken, das Kinder dauerhaft besser versorgt.
Else Kröner Center for Global Child Health bündelt Kräfte
Es gibt viele Projekte zur Kindergesundheit in Malawi. Doch sie laufen oft nebeneinander, sind zeitlich begrenzt und kaum verzahnt. Genau hier setzt das neue Zentrum an. „Viele Initiativen sind gut, aber sie entfalten ihre Wirkung oft nicht, weil sie nicht ausreichend koordiniert sind“, sagt Prof. Dr. Ralf Weigel, Inhaber der Friede Springer Stiftungsprofessur für Globale Kindergesundheit. „Kinder werden nicht gesünder, weil es mehr Projekte gibt. Sie werden gesünder, wenn diese Projekte ineinandergreifen und sich an den Gesundheitsprioritäten des Landes orientieren.“
Mit dem EKC for Global Child Health erhält PACHA deshalb erstmals eine Struktur, die Maßnahmen bündelt, Prioritäten setzt und Qualität sichert. Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium in Malawi und der Kamuzu University of Health Sciences (KUHeS) soll so ein belastbares System wachsen. „Das EKC for Global Child Health bringt die richtigen Partner zusammen, stärkt lokale Expertise und schafft so die Grundlage für eine Versorgung, die Kinder langfristig erreicht“, sagt Dr. Jochen Bitzer, zuständig für die humanitäre Förderung bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. „Das Zentrum ist als Koordinationsstelle, Denkfabrik und Ausbildungsplattform zugleich angelegt“, so Weigel.
Gemeinsam Strukturen aufbauen, die tragen
Dabei geht es ausdrücklich um Partnerschaft: Wissen fließt in beide Richtungen. Die UW/H bringt ihre wissenschaftliche und strukturelle Expertise in das Zentrum ein. Sie entwickelt gemeinsam mit den Partner:innen vor Ort Fort- und Weiterbildungsprogramme, begleitet Forschungsprojekte und unterstützt beim Aufbau nachhaltiger Organisationsstrukturen. Die Partner:innen in Malawi zeigen, wie Versorgung unter realen Bedingungen funktioniert – bei knappen Ressourcen und hoher Belastung.
Außerdem übernimmt die UW/H eine zentrale Rolle im Projektmanagement. Sie stellt sicher, dass die Fördermittel zielgerichtet eingesetzt und die Maßnahmen entlang eines klaren Arbeitsplans umgesetzt werden.
In den kommenden Monaten wird das Zentrum personell aufgebaut und erste Programme werden gestartet. Im Fokus stehen Ausbildung, Forschung und konkrete Verbesserungen in der Versorgung. Langfristig soll eine Struktur entstehen, die sich selbst trägt, eigene Mittel einwirbt und zur zentralen Instanz für Kindergesundheit in Malawi wird.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
Deutsch

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