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21.04.2026 07:00

Automatisierung, Digitalisierung und Robotik für die effiziente, hochraten- und wandlungsfähige Produktion der Zukunft

Dipl.-Ing. agr. Anne-Grete Becker Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM

    Auf der Hannover Messe 2026 präsentiert das Fraunhofer IFAM in Stade gemeinsam mit Partnern den mit dem zweiten Platz des Robotics Award 2026 ausgezeichneten Machine Tool Robot (MTR) sowie weitere automatisierte hochpräzise Bearbeitungs-, Füge- und Montagetechnologien bis hin zur humanoiden Robotik

    Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM bietet FuE-Dienstleistungen zur automatisierten Bearbeitung und Montage großer Leichtbaustrukturen an – u.a. für Flugzeug-, Windenergieanlagen-, Nutzfahrzeug-, Schienenfahrzeugbau und Agrarsektor. Hierzu gehören Prozess- und Anlagenentwicklung bis in den 1:1-Maßstab für die Smart Factory, modulare Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen für große Leichtbaustrukturen sowie die effiziente, nachhaltige und ergonomische Großstrukturmontage.

    Im Fokus des Messeauftritts des Fraunhofer IFAM stehen

    • Der Machine Tool Robot mit Hybridantrieb, ausgezeichnet mit dem Robotics Award 2026, zweiter Platz
    - Live und in Aktion auf dem Siemens AG-Messestand, Halle 26, Stand C70
    - Application Park, Halle 26, Stand G44
    • Das Robot Training Center für kognitive und humanoide Robotik – Application Park, Halle 26, Stand G44
    • Automatisiertes abrasives Vakuumsaugstrahlen, u.a. für Repair – Application Park, Halle 26, Stand G44
    • Automatisierte lokale chemische Oberflächenbehandlung, u.a. lokales Anodisieren – Application Park, Halle 26, Stand G44
    • Aerospace-X – dieses Forschungsprojekt adressiert die Entwicklung eines kollaborativen Datenökosystem für den Austausch von Daten zwischen Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt, um die Lieferketten durch Digitalisierung und Datensouveränität nachhaltiger und zukunftssicher zu machen – Plattform Industrie 4.0, Halle 13, Stand C24

    MTR – Neuartiger Bearbeitungsroboter schließt Lücke zwischen klassischem Industrieroboter und Werkzeugmaschine – Höchste Präzision und Dynamik in der Fertigung

    Der gemeinsam mit Siemens AG und autonox Robotics GmbH entwickelte Machine Tool Robot (MTR) mit Roboterspindel von Weiss Spindeltechnologie wurde am 25.2.2026 mit dem zweiten Platz des renommierten Robotics Award 2026 der Hannover Messe prämiert.

    Das Fraunhofer IFAM in Stade hat eine wegweisende Technologie zur Verbesserung der Dynamik und Präzision von Industrierobotern entwickelt. Diese kombiniert intelligente, modellgestützte Regelungsstrategien mit neuartigen Antriebstechnologien und einer darauf optimierten mechanischen Struktur des Roboters. Mit Hilfe der Entwicklung können dynamische Fehler kompensiert und Schwingungen effektiv gedämpft werden. Dadurch verbessert sich die Bahngenauigkeit signifikant, selbst bei hohen Vorschubgeschwindigkeiten und komplexen Bewegungsmustern.

    Ein besonderer Vorteil ist die optimierte Störunterdrückung, die selbst bei hochdynamischen Prozesskräften für eine konstante Präzision sorgt. Damit ermöglicht dieses Antriebskonzept Bearbeitungen mit höheren Materialabtragsraten sowie die Fähigkeit, mit höheren Ruckeinstellungen zu fahren, beides führt zu einer erheblichen Steigerung der Produktivität.

    Dank dieser Eigenschaften schließt der Machine Tool Robot (MTR) die Lücke zwischen klassischen Industrierobotern und Werkzeugmaschinen. Er eignet sich besonders für anspruchsvolle Fertigungsprozesse, z.B. in der Bearbeitung schwer zerspanbarer Materialien, und eröffnet neue Möglichkeiten für die Automatisierungstechnik sowie die Smart Industry.

    https://www.ifam.fraunhofer.de/de/technologien/hybridantrieb-industrieroboter.ht...

    Robot Training Center in Stade – Befähigung humanoider Robotik für industrielle Anwendungen

    Am Fraunhofer IFAM in Stade entsteht ein Ausbildungs- und Kompetenzzentrum, welches ein interdisziplinäres Umfeld für Fachkräfte aus der Industrie, Auszubildende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bietet. Machbarkeitsstudien, Demonstratoren sowie Konzepte zur Integration können hier entwickelt und getestet werden. Erfahrungswissen in der Anwendung humanoider Robotik wird durch ein bidirektionales Lernprinzip erfasst, mithilfe KI-basierter Methoden abstrahiert und in systemunabhängige Modelle überführt. Dieser skalierbare Wissenspool erleichtert und unterstützt industrielle Anwendungen.

    Das Zentrum ermöglicht eine wissenschaftliche Bewertung von technischer Machbarkeit, wirtschaftlichem Nutzen sowie Auswirkungen auf den Arbeitsplatz. Praxisorientierte Trainingsmaßnahmen fördern gezielt die Kompetenzentwicklung und Akzeptanz humanoider Robotik. Durch die Verknüpfung von Forschung, Ausbildung und Anwendung positioniert sich der Standort Stade als strategischer Knotenpunkt zur Etablierung humanoider Robotersysteme im Kontext von Industrie 5.0.

    FuE Mission
    Die Fähigkeit humanoider Robotersysteme, etablierte Fertigungs-, Füge- und Montagetechnologien zu erlernen, gezielt weiterzuentwickeln und diese reproduzierbar in realen Produktionsumgebungen auszuführen, wird im Rahmen von Forschungsaktivitäten analysiert. Ziel ist es, die Adaptions- und Integrationspotenziale solcher Systeme wissenschaftlich zu bewerten und praxisrelevante Erkenntnisse für deren industriellen Einsatz zu generieren.

    Forschungsangebote
    • Entwicklung adaptiver Werkzeuge und Endeffektoren für humanoide Robotersysteme
    • Forschung zu sensorischer Prozessführung und multimodaler Wahrnehmung
    • Validierung von Prozessstabilität und Qualität
    • Ableitung von Modellen für Sicherheit und Taktzeiten
    • Vergleich humanoider, klassischer und manueller Prozesse

    https://www.ifam.fraunhofer.de/de/technologien/humanoide-roboter.html

    Vorbehandlung mit Vakuumsaugstrahlen
    Automatisiert und sauber – Aktivierung von FVK-Oberflächen

    Das Vakuum-Saugstrahlen ist ein automatisiertes und sauberes Verfahren zur Entfernung von Verunreinigungen und zur Aufrauhung von Oberflächen vor dem Verkleben. Durch die direkte Absaugung der Strahlpartikel entsteht eine rückstandsfreie Oberfläche. Das Verfahren ermöglicht die gleichzeitige Vorbehandlung und Aktivierung von Oberflächen und kann zudem als Methode zum Entfernen einzelner FVK-Lagen, beispielsweise zum Schäften für Reparaturarbeiten, eingesetzt werden.

    Robotergesteuerter Strahlprozess mit vielen Vorteilen
    • Integrierte Absaugung für staubfreie Umgebung
    • Aktivierte Oberfläche
    • Kostengünstiges und energiesparendes System
    • Robuster Prozess
    • Qualitätssichernde Online-Überwachung
    • Ersatz für ergonomisch anspruchsvolle manuelle Schleifarbeiten

    Das Vakuum-Saugstrahlen ist eine wichtige Technologie in der Oberflächenbehandlung, die das Fraunhofer IFAM einsetzt und weiterentwickelt. Es werden insbesondere Verfahren zur automatisierten Vorbehandlung und zum Verkleben von Bauteilen entwickelt. In Stade steht ein robotergesteuertes System für das Vakuum-Saugstrahlen zur Verfügung.

    https://www.ifam.fraunhofer.de/de/technologien/abrasive-vorbehandlung-vakuumsaug...

    Lokale chemische Oberflächenbearbeitung –
    Automatisiertes lokales Anodisieren für funktionale Oberflächen

    Beim lokalen Anodisieren werden funktionale Oxidschichten gezielt nur in den Bereichen erzeugt, in denen sie benötigt werden – etwa zum Korrosionsschutz oder als Vorbehandlung für klebtechnische Fügeverfahren. Im Unterschied zum konventionellen Badanodisieren sind weder das vollständige Eintauchen des Bauteils noch aufwendige Maskierungsprozesse erforderlich. Dadurch lassen sich Medien-, Anlagen- und Prozessaufwand deutlich reduzieren.

    Am Fraunhofer IFAM in Stade wurde die Technologie in eine vollautomatisierte Prozesszelle integriert. Ein robotergestützter Endeffektor trägt den Elektrolyten lokal und präzise auf, überwacht Kontakt und Prozessführung, entfernt Rückstände inline und spült die behandelten Bereiche unmittelbar nach dem Prozess. So können auch komplexe 3D-Geometrien reproduzierbar und kontaminationsarm bearbeitet werden. Das Verfahren eignet sich sowohl für Fertigungs- als auch für Reparaturanwendungen, beispielsweise an Schweißnähten, strukturellen Verbindungen oder großen und geometrisch anspruchsvollen Bauteilen. Besonders vorteilhaft ist es überall dort, wo nur definierte Funktionsflächen behandelt werden sollen.

    Wesentliche Vorteile
    • Oxidschichten nur auf funktionalen Bereichen
    • Vollständig geschlossener und automatisierter Prozess
    • Keine Maskierung erforderlich – erspart Zeit und Ressourcen
    • Inline-Spülen, Neutralisieren und Absaugen
    • Regelkreisführung über Kraftrückmeldung und Bahnplanung
    • Ideal für zahlreiche Branchen, z. B. Luftfahrt, Raumfahrt, Automobilindustrie, Schienenfahrzeugbau und Reparaturtechnologien

    Am Fraunhofer IFAM in Stade wird dieses Verfahren für die industrielle Integration – mit Fokus auf digitale Steuerung, Prozessüberwachung und hohe Oberflächenqualität unter anspruchsvollen Bedingungen – entwickelt.

    https://www.ifam.fraunhofer.de/de/technologien/lokale-anodisierung-als-funktiona...

    Aerospace-X

    Im Rahmen der Initiative Manufacturing-X setzt das Leitprojekt Aerospace-X neue Maßstäbe für den sicheren Datenaustausch zwischen Unternehmen, indem gemeinsam mit der Industrie an Standards und Anwendungen für ein souveränes Datenökosystem für die Luft- und Raumfahrt der Zukunft gearbeitet wird. Aerospace-X ist ein Forschungsprojekt, um ein kollaboratives Ökosystem für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der Luft- und Raumfahrt zu schaffen und die Lieferketten durch Digitalisierung sowie Datensouveränität zukunftssicher zu machen.

    In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWE, geförderten Projekt für die Luftfahrtindustrie forscht und entwickelt das Fraunhofer IFAM in Stade gemeinsam mit insgesamt 14 Partnern aus Industrie und Forschung unter der Leitung der Airbus Operations GmbH.

    Digitaler Produktpass (DPP)
    Im Mittelpunkt der FuE-Arbeiten steht hierbei, wie sich der Digitale Produktpass (DPP) anhand von spezifischen Luftfahrtkomponenten umsetzen und sicher zwischen Unternehmen austauschen lässt mit Fokus auf:

    • Skalierbare Standards und Datenmodelle, die für Interoperabilität zwischen kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Erstausrüstern (Original Equipment Manufacturer, OEM) – ohne starre Softwarelösungen oder zentrale Plattformen – sorgen
    • Hands-On Circular Economy, die Nachhaltigkeitsdaten wie den Product Carbon Footprint (PCF) greifbar und sicher austauschbar macht
    • Demand and Capacity Management, das verkürzte Reaktionszeiten bei Lieferengpässen ermöglicht

    Auf der Messe wird hierzu ein entsprechender Demonstrator, bestehend aus einem Monitor und einer Flugzeugseitenwand, gezeigt.

    https://www.aerospace-x.net/


    Weitere Informationen:

    https://www.ifam.fraunhofer.de/de/Ueberuns/Standorte/Stade.html I Webseite
    https://s.fhg.de/WCc I Flyer
    https://www.ifam.fraunhofer.de/de/Messen_Veranstaltungen/hannover-messe-2026.htm... I Messe
    http://www.ifam.fraunhofer.de/de/Presse/Downloads.html I Weitere Abbildungen


    Bilder

    Die neuentwickelte flexible Fräskinematik auf einer Linearachse bearbeitet hochpräzise ein CFK-Flugzeugseitenleitwerk im 1:1-Maßstab im Fraunhofer IFAM in Stade
    Die neuentwickelte flexible Fräskinematik auf einer Linearachse bearbeitet hochpräzise ein CFK-Flugz ...

    Copyright: © Fraunhofer IFAM

    Erforschung bidirektionaler Lernprinzipien zur Aneignung etablierter Fertigungs-, Füge- und Montagetechnologien in der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter
    Erforschung bidirektionaler Lernprinzipien zur Aneignung etablierter Fertigungs-, Füge- und Montaget ...

    Copyright: © Fraunhofer IFAM; KI-generiert


    Anhang
    attachment icon Presseinformation

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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