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28.04.2026 16:13

Fraunhofer FEP nimmt Biolabor mit Schutzstufe 2 in Betrieb

Annett Arnold Kommunikation
Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

    Das Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP hat die behördliche Genehmigung für die Aufnahme von Tätigkeiten mit biologischer Schutzstufe 2 erhalten. Damit eröffnet der Laborkomplex neue Forschungs- und Testmöglichkeiten für Industrie- und Projektpartner. Diese Zulassung markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung der Biomedizinischen Laboreinheit am Institut.

    Das Fraunhofer FEP hat mit der Errichtung des Gebäudes RESET E die infrastrukturellen Grundlagen für innovative biomedizinische und biotechnologische Forschung geschaffen. Der großzügige Laborkomplex im Erdgeschoss des Neubaus wurde im Herbst 2023 durch die Arbeitsgruppe „Biomedizinische Laboreinheit“ bezogen und in Betrieb genommen. Nach einer sorgfältigen Dokumentation und Anzeige der geplanten Tätigkeiten sowie einer Begehung durch die Landesdirektion Sachsen erteilte die zuständige Behörde im November 2025 die Genehmigung. Das Labor ist technisch und räumlich so gestaltet, dass es alle Anforderungen zum sicheren Arbeiten mit Mikroorganismen der Risikogruppe 2 erfüllt. Biostoffe dieser Kategorie können Krankheiten bei Menschen hervorrufen, wobei jedoch eine Verbreitung in der Bevölkerung als unwahrscheinlich eingestuft wird und eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich ist.

    Sichere Technologie für praxisrelevante Forschung

    Die biologische Schutzstufe 2 erweitert das Forschungsspektrum des Fraunhofer FEP erheblich. Während die bisherige Schutzstufe 1 auf Mikroorganismen ohne Pathogenität beschränkt war, ermöglicht die Schutzstufe 2 nun das sichere Arbeiten mit humanen Proben, Umweltproben und moderat pathogenen Erregern. Dies bedeutet für das Institut und seine Kooperationspartner einen direkten Zugewinn an wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Flexibilität. Das größere Einsatzspektrum von Erregern ermöglicht praxisrelevantere und anwendungsnähere Forschungs- und Testmöglichkeiten, sodass Experimente unter Bedingungen durchgeführt werden können, die realen Szenarien deutlich näherkommen. Gleichzeitig führt die strenge Regulierung dieser Schutzstufe zu einer signifikanten Erhöhung der Qualitätssicherung und Compliance – ein Wettbewerbsvorteil für Kunden und Projektpartner.

    In der Biomedizinischen Laboreinheit werden experimentelle Arbeiten aus den Bereichen Chemie, Biologie, Biotechnologie, Bioanalytik und Zellbiologie durchgeführt. Die Projekte orientieren sich an den strategischen Themen des Fraunhofer FEP, darunter biotechnologische Ressourcengewinnung, Hygienisierung, Gewebeaufbereitung, Smart Farming sowie Wasser- und Abwasseraufbereitung. Neben Anwendungen für interne Forschungsvorhaben werden auch kunden- und projektspezifische Versuchsaufbauten und -regime realisiert. Die einzigartige Stärke des Fraunhofer FEP liegt in der Verbindung von fachlicher Expertise, moderner Technologie und strikten Sicherheitsstandards. Biologische und chemische Analysen werden mit den Kernkompetenzen des Instituts verknüpft, wobei die gesamte Probenvorbereitung, -herstellung und -analyse inhouse stattfindet. Dies ermöglicht reproduzierbare, rechtskonforme und zuverlässige Ergebnisse nach dem aktuellen Stand der Technik und in Übereinstimmung mit aktuellen DIN-Normen.

    Neue Chancen für innovative Kooperationen

    „Die Genehmigung der biologischen Schutzstufe 2 ist das Ergebnis intensiver, engagierter Arbeit aller beteiligten Akteure", sagt Marleen Dietze, Beauftragte für Biologische Sicherheit am Fraunhofer FEP. „Sie eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten, unseren Kunden und Projektpartnern noch praxisrelevantere Lösungen zu bieten. Mit dieser Genehmigung können wir Forschungsfragen bearbeiten, die vorher außerhalb unserer Reichweite lagen. Das stärkt erheblich die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Instituts."

    Für die Zukunft plant das Fraunhofer FEP den kontinuierlichen Ausbau seines Serviceportfolios, die Erweiterung des Technologieparks sowie den Aufbau eines erweiterten Mikroorganismen- und Zellbestands, um noch breitere Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen. Hierbei steht das Labor sowohl Industriekunden als auch öffentlichen Institutionen als kompetenter Technologie- und Servicepartner zur Verfügung. Das Institut ist offen für vielfältige Kooperationsformen und richtet sich gezielt an Akteure aus den Bereichen Life Science, Umwelt- und Biotechnologie.

    Mit der Inbetriebnahme des Laborkomplexes mit biologischer Schutzstufe 2 vervollständigt das Fraunhofer FEP seine Infrastruktur für innovative Forschung und Dienstleistungen auf höchstem Niveau. Das Institut unterstreicht damit seinen Anspruch, Unternehmen und Institutionen bei zukunftsweisenden Entwicklungen zu begleiten und zu unterstützen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Marleen Dietze


    Weitere Informationen:

    https://s.fhg.de/pafS


    Bilder

    Sichere Entsorgung biologischer Materialien: Nach Abschluss der Versuche werden Bakteriensuspensionen im Autoklaven sicher inaktiviert.
    Sichere Entsorgung biologischer Materialien: Nach Abschluss der Versuche werden Bakteriensuspensione ...

    Copyright: Fraunhofer FEP, Finn Hoyer

    Hinter dieser Tür wird Zukunft erforscht: Blick in unseren Schutzstufenbereich
    Hinter dieser Tür wird Zukunft erforscht: Blick in unseren Schutzstufenbereich

    Copyright: Fraunhofer FEP, Finn Hoyer


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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