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Wissenschaft
Forschungsprojekt will rechtliche Hürden in der Kooperation zwischen Hochschulen und Wirtschaft abbauen
Hochschulen liefern kontinuierlich neue Erkenntnisse, Technologien und Ideen. Dennoch schaffen es viele Innovationen nicht vom Labor in die wirtschaftliche Anwendung. Komplexe Strukturen und Rechtsunsicherheiten verhindern oft, dass Forschung in der Praxis ankommt. Ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Braunschweig und der Universität Göttingen will genau hier ansetzen und die rechtlichen Hürden abbauen, die Kooperationen zwischen Universitäten, Start-ups und etablierten Unternehmen bislang erschweren.
Neue OECD-Studien belegen: Innovationen tragen bis zu 60 Prozent zum BIP-Wachstum bei. Länder, in denen Universitäten und Wirtschaft eng zusammenarbeiten, verzeichnen zudem rund 30 Prozent mehr Gründungen und Exporte. Gleichzeitig verhindern gewachsene Verwaltungs- und Rechtsstrukturen eine engere Verzahnung beider Bereiche. Herausforderungen bestehen dabei vor allem bei Ausgründungen und Kooperationen.
Schlankere Strukturen, effizientere Innovationen
Gerade direkte Beteiligungen von Universitäten und ihren Wissenschaftler*innen an Ausgründungen gestalten sich in der Praxis als schwierig. Geförderte Großgeräte dürfen häufig für einen bestimmten Zeitraum ausschließlich für Forschungszwecke eingesetzt werden, so dass diese phasenweise nicht in Betrieb sind, da anderenfalls Rückzahlungsforderungen gegenüber Förderern und ein hoher Verwaltungsaufwand drohen. Darüber hinaus gibt es viele Fragen dazu, wie Beschäftigte von Start-ups und Universitätsangehörige in einem Projekt auf den gleichen Flächen zusammenarbeiten können.
Die TU Braunschweig und die Universität Göttingen wollen daher im Projekt „TRANSFEX – Transfer in Hochschul-Experimentierräumen“ gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) für mehr Rechtssicherheit, schlankere Strukturen und am Ende die wirtschaftliche Verwertung von wissenschaftlichen Innovationen sorgen.
Klare Pfade durch den Paragrafendschungel
„Mit unserem Experimentierraum schaffen wir klare Pfade durch den Paragrafendschungel, bauen Unsicherheit im Umgang mit dem Recht sowie rechtliche Hürden ab und tragen somit aktiv dazu bei, Gründungen und Kooperationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft gemeinsam voranzubringen. Das Zusammenspiel von Universitäten und Land kann hier als Booster für die Gründungskultur und die Start-up Szene dienen“, betont Projektleiterin Professorin Anne Paschke vom Institut für Rechtswissenschaften der TU Braunschweig.
Für die Durchführung von Projekten mit mehreren beteiligten Hochschulen und Unternehmen bestehen für die verschiedenen Akteure ganz unterschiedliche Anforderungen. „Gerade die gemeinsame Flächennutzung oder ein gemeinsamer Personal- oder Mitteleinsatz sind häufig nicht erprobt und in der Praxis daher umständlich und zeitraubend. Dies schreckt viele Unternehmen von der Zusammenarbeit mit einer Hochschule ab, obwohl beide Seiten hiervon nur profitieren“, so Professorin Paschke.
Musterverträge und praxisnahe Leitfäden
Ziel der Wissenschaftler*innen ist es deshalb, verlässliche Pfade im Rechtsrahmen aufzuzeigen, ergänzt durch Musterverträge und praxisnahe Leitfäden sowie die Darstellung rechtlicher Verbesserungspotenziale. Durch die anstehende Novellierung des Hochschulgesetzes bietet sich auch die Möglichkeit, solche Lösungen unmittelbar gesetzlich zu verankern. „Mit den Experimentierräumen haben wir die Chance, gezielt Hemmnisse anzugehen, um den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft nachhaltig zu stärken“, betont Professor Kilian Bizer.
Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse wollen die Forschenden bundesweit weiteren Hochschulen vorstellen.
Projektdaten
Das Projekt „TRANSFEX – Transfer in Hochschul-Experimentierräumen“ von TU Braunschweig und Universität Göttingen wird über drei Jahre mit rund 550.000 Euro von der VolkswagenStiftung im Programm „Impulse für das Wissenschaftssystem: Strategische Experimentierräume – Hochschulentwicklung braucht Flexibilität“ im Profilbereich „Wissen über Wissen“ gefördert. Beteiligt sind aus Braunschweig Prof. Dr. Anne Paschke, Prof. Dr. Sarah Rachut (beide Institut für Rechtswissenschaften), Dr. Laura Jess (Transferservice) und Julius Othmer (Projekthaus); aus Göttingen Prof. Dr. Kilian Bizer (Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät), Dr. Florian Pahlke und Martin Stammann (beide Abteilung Forschung und Transfer).
Prof. Dr. Anne Paschke
Technische Universität Braunschweig
Institut für Rechtswissenschaften
Bienroder Weg 87
38106 Braunschweig
Tel.: +49 531 391-2461
E-Mail: anne.paschke@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/recht
Professorin Anne Paschke vom Institut für Rechtswissenschaften der TU Braunschweig leitet das Projek ...
Quelle: Transmedial
Copyright: TU Braunschweig
Professor Kilian Bizer von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen.
Quelle: Christoph Mischke
Copyright: Universität Göttingen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Recht, Wirtschaft
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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