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29.04.2026 10:24

Hochschule Hamm-Lippstadt entwickelt integriertes Versorgungsmodell für Menschen mit Demenz und Hörminderung

Marc Hidding Kommunikation und Marketing
Hochschule Hamm-Lippstadt

    Strukturierte Hörtherapie und kognitive Stimulation zu einem systematischen, praxisnahen Versorgungskonzept verbinden, um Kommunikationsfähigkeit und geistige Ressourcen nachhaltig zu stabilisieren – das ist das Ziel des Forschungsprojekts "Herz, Hand, Hirn und Ohr", kurz H3O, an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) unter Leitung von Prof. Dr. Gregor Hohenberg.

    Zahlreiche Studien belegen: Unbehandelte oder unzureichend behandelte Hörstörungen verschärfen kognitive Beeinträchtigungen. Trotz vorhandener Technologie wird Hörversorgung im Alltag vieler Betroffener nicht ausgeschöpft, etwa durch geringe Nutzung von Hörgeräten oder fehlende Begleitung und Nachsorge. Hier setzt H3O an. "Auf der Agenda steht deshalb die Entwicklung eines integrierten Interventionsprogramms", erklärt Prof. Hohenberg.

    Dieses soll strukturierte Hörtherapie mit gezielten Verfahren zur kognitiven Stimulation kombinieren, zentrale Hör- und Verarbeitungsprozesse aktivieren und kommunikative Kompetenzen stärken sowie systematisch Hörakustiker*innen in die Nachsorge nach Hörgeräteanpassungen einbinden, um die nachhaltige Nutzung der Hörversorgung zu verbessern – insbesondere für die besonders vulnerable Gruppe von Patient*innen mit Demenz und Hörminderung.

    Verzahnung mit Regelversorgung

    "Die neue Versorgungsform soll die Regelversorgung allerdings nicht ersetzen, sondern sie sinnvoll ergänzen", sagt der HSHL-Professor. Im Fokus stehen die Entwicklung klar definierter Versorgungsabläufe, tragfähiger Kooperationsstrukturen sowie praktikabler Auswertungskonzepte, sodass die Intervention in bestehende Versorgungsstrukturen integrierbar ist. "Verbesserte Hör- und Kommunikationsfähigkeiten sollen zudem den Zugang und die Wirksamkeit weiterer therapeutischer Maßnahmen, beispielsweise Ergotherapie erleichtern."

    Ein wichtiger Teil des Projekts ist die wissenschaftliche Begleitung: Es wird untersucht, inwieweit die kombinierte audio-kognitive Therapie belastbare Ergebnisse liefert, zum Beispiel im Hinblick auf die Verbesserung der geistigen Fähigkeiten. Außerdem werden Kosten und praktische Voraussetzungen untersucht, damit beurteilt werden kann, ob das Angebot später dauerhaft von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden kann.

    Kompetenzen gezielt bündeln

    Für die erfolgreiche Umsetzung des Forschungsprojekts H3O setzt die HSHL auf starke Projektpartnerschaften mit der AOK NordWest, der Universität Witten-Herdecke, der LiKe Healthcare Research GmbH und dem Fachverband Deutscher Hörakustiker e.V. Als Konsortialführung fungieren die BANSBACH ECONUM Unternehmensberatung GmbH und die K&L Schwedler uG. "Durch das gezielte Zusammenführen unterschiedlicher Fachkompetenzen können wir praktische Lösungen entwickeln, die wissenschaftlich fundiert, wirtschaftlich tragfähig und für Betroffene wirklich wirksam sind", sagt Prof. Hohenberg.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Gregor Hohenberg
    +49 (0)2381 8789-7150
    gregor.hohenberg@hshl.de


    Bilder

    Prof. Dr. Gregor Hohenberg
    Prof. Dr. Gregor Hohenberg
    Quelle: Helen Sobiralski
    Copyright: HSHL


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Englisch


     

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