idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
29.04.2026 11:19

Campus-Shuttle als Meilenstein für autonomes Fahren

Juliane Segedi Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

    Fraunhofer IAO startet mit IZSMO in die Zukunft der Mitarbeitendenmobilität

    Auf dem Campus des Fraunhofer-Institutszentrums Stuttgart startet mit IZSMO ein innovatives betriebliches Mobilitätsprojekt: Ein autonom fahrender Shuttlebus, eine Mobilitätsstation sowie neue Sharing-Angebote machen den Arbeitsweg für Fraunhofer-Beschäftigte künftig nachhaltiger, komfortabler und zukunftsfähig.

    Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bahn, Bus oder Auto – rund 2000 Beschäftigte pendeln täglich zwischen dem Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart IZS und ihrem Zuhause. Das neue Projekt IZSMO (IZS-Mobility) des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Hochschule Esslingen, gefördert durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM), setzt auf dem Forschungscampus ein innovatives Mobilitätskonzept um, das den bislang stark Pkw-lastigen Pendelverkehr messbar klimafreundlicher, komfortabler und effizienter macht.

    Innovatives Mobilitätsprojekt IZSMO startet

    Forschende des Fraunhofer IAO analysieren zu Projektbeginn und -ende das Mobilitätsverhalten der Beschäftigten. Sie erproben neue Angebote und bewerten deren Wirkung durch die Messung der realen CO2-Einsparung und dem Mitarbeitenden-Feedback. Die Hochschule Esslingen übernimmt im Projekt die Koordination und greift auf die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt AMEISE zurück, in dem Handlungsempfehlungen für die Einbindung autonomer Shuttles im öffentlichen Personennahverkehr entwickelt wurden. Gemeinsam bringen die Partner ihre fundierte Expertise im Bereich des automatisierten ÖPNV in die direkte Anwendung.

    »Wir machen das Institutszentrum zum Reallabor und zeigen, wie nachhaltige Mobilität in der Praxis funktioniert, den Arbeitsweg für Beschäftigte attraktiver macht und gleichzeitig die Umwelt entlastet«
    Theresa Strobel-Vogt, Mitarbeiterin im Forschungsbereich »Smart Energy and Mobility Solutions« am Fraunhofer IAO

    Erste Erfahrungswerte werden zeigen, ob das Konzept auch auf andere Unternehmen übertragbar ist.

    Autonomes Shuttle »BumbleB« verbindet Campus und Bahnstation

    Ein Highlight des Projekts ist das autonome Shuttle »BumbleB«, das von der Bertrandt Group weiterentwickelt wurde. Seit Mitte April pendelt der Minibus nach einem kleinen Eröffnungsevent zunächst probeweise über den Campus. Perspektivisch verbindet »BumbleB« autonom und barrierefrei im Realbetrieb die Strecke zwischen Fraunhofer-Campus und S-Bahn-Station »Universität«, kostenlos für Mitarbeitende und Besuchende. Der bisherige Fußweg vieler Fraunhofer-Mitarbeitender von rund 15 Minuten verkürzt sich damit erheblich.

    »Unser Ziel ist klar: Baden-Württemberg geht beim autonomen Fahren den nächsten Schritt – weg von einzelnen Projekten, hin zur breiten Anwendung. So schaffen wir die Grundlage für die zukünftige Mobilität und stärken zugleich nachhaltig unsere heimische Automobilwirtschaft. Gerade mit Blick auf den absehbaren Fahrermangel im öffentlichen Verkehr ist es entscheidend, neue Mobilitätslösungen voranzubringen. Das sichert verlässliche Angebote im städtischen wie im ländlichen Raum und ermöglicht Mobilitätsfreiheit für alle, auch mobilitätseingeschränkte Menschen«, sagt Philipp Franke, Abteilungsleiter im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.

    Ein Baustein für die Zukunft

    Mit dem Start des Realbetriebs wird eine entscheidende Hürde auf dem Weg zum flächendeckenden Einsatz autonomer Kleinbusse im ÖPNV in Deutschland genommen, denn bislang fehlen Anwendungen im echten Betrieb außerhalb von Teststrecken. »Das Projekt IZSMO liefert damit erstmalig einen wegweisenden Baustein für die zukünftige Typenzulassung autonomer Shuttles im öffentlichen Nahverkehr«, betont Christopher Legner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Esslingen.

    Ein eigener Mobility Hub und Fahrgemeinschaften fördern

    Ein Teil der knapp 700 Pkw-Stellplätze auf dem Fraunhofer-Gelände wird zudem zum sogenannten Mobility Hub umgewandelt. Dort stehen künftig kostenlose Sharing-Fahrräder, ein Hopper (ein zweisitziges Kabinenfahrrad mit Kofferraum), Lastenräder und E-Scooter, Abstellflächen für private Fahrräder, eine Ladeinfrastruktur für Mikromobilität, eine Fahrradservicestation sowie smarte Schließfächer für Helme und Taschen bereit. Eine klare Wegeführung und digitale Informationsdisplays mit Echtzeit-Informationen erleichtern die Nutzung der neuen Angebote. Neben neuen Mobilitätsformen setzt das Projekt auf die systematische Förderung von Fahrgemeinschaften: Reservierte Stellplätze und die Plattform »Stuttgart fährt mit« unterstützen die Bildung von Fahrgemeinschaften unter den Mitarbeitenden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Theresa Strobel-Vogt
    Anwendungszentrum KEIM | Cognitive IoT Applications
    Fraunhofer IAO
    Flandernstraße 101
    73732 Esslingen am Neckar
    Telefon: +49 152 28835271
    E-Mail: theresa.strobel-vogt@iao.fraunhofer.de


    Bilder

    Die Projektpartner eröffnen feierlich den Projektstart (v. l.: Theresa Strobel-Vogt, Alexander Merkel, Prof. Dr. Gabriele Gühring, Dr. Steffen Braun, Philipp Franke, Patrick Ansbacher, Christopher Legner).
    Die Projektpartner eröffnen feierlich den Projektstart (v. l.: Theresa Strobel-Vogt, Alexander Merke ...
    Quelle: Gabriel Parsyak
    Copyright: © Fraunhofer IAO


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, jedermann
    Energie, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).