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Wissenschaft
Mit dem Projekt „PeerFarm“ startete im April ein innovatives Forschungsvorhaben, das den praxisnahen Austausch zwischen Landwirt:innen in den Mittelpunkt stellt. Denn dieser Peer-to-Peer-Wissensaustausch bleibt bislang oft auf einzelne Betriebe oder Regionen begrenzt. Hier setzt PeerFarm an: Das Projekt untersucht, wie sich P2P-Lernen in digitale und hybride Formate übertragen lässt, um mehr Betriebe zu erreichen. Ziel ist es, Lern- und Transferansätze zu entwickeln, die bewährte agrarökologische Methoden breiter zugänglich machen und so die nachhaltige Transformation der Landwirtschaft zu unterstützen.
Wie lassen sich wertvolle Praxiserfahrungen aus der Landwirtschaft so verbreiten, dass möglichst viele Betriebe davon profitieren? Genau dieser Frage geht das neue Projekt „PeerFarm“ nach. Durch die Symbiose von Peer-to-Peer-Ansätzen (P2P) und digitalen Bildungsformaten wird ein innovativer Ansatz entwickelt, um Wissen effizient, praxisnah und ortsunabhängig zugänglich zu machen. P2P-Lernen gilt als besonders effektiv, ist bislang jedoch oft schwer skalierbar und erreicht nur begrenzte Zielgruppen. „PeerFarm“ entwickelt daher neue Ansätze, um die Vorteile dieses Lernprinzips mit digitalen Bildungsformaten zu verbinden und so eine breitere Wirkung zu erzielen.
Von Peers lernen und Praxiswissen zugänglich machen
Im Zentrum des Projekts steht der Wissenstransfer zu landwirtschaftlichen Praktiken der Kreislaufwirtschaft – darunter Kompostierung, Humusaufbau, Agroforstsysteme und ganzheitliches Weidemanagement. Diese Methoden tragen nicht nur zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität bei, sondern stärken auch die wirtschaftliche Resilienz landwirtschaftlicher Betriebe.
Ein zentrales Problem besteht bislang darin, dass entsprechendes Erfahrungswissen häufig nur bei wenigen Modellbetrieben vorhanden ist und kaum systematisch weitergegeben wird. Klassische Demonstrationsformate sind oft aufwendig und erreichen nur eine begrenzte Zahl an Interessierten. „PeerFarm“ begegnet dieser Herausforderung, indem es digitale Lern- und Austauschformate für Landwirte gemeinsam mit den Zielgruppen entwickelt (Co-Produktion) und praxisnah erprobt.
Digitale Lernplattform und neue Austauschformate
Am Ende des Projekts stehen Bildungsformate für digitale Lernplattformen, auf denen praxisorientierte Inhalte in Form von Videos, Podcasts oder interaktiven Modulen bereitgestellt werden. Besonders im Fokus stehen dabei niedrigschwellige Microlearning-Formate, die sich flexibel in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
Das Projekt verfolgt einen transdisziplinären Ansatz: Wissenschaftliche Expertise wird eng mit praktischem Erfahrungswissen aus der Landwirtschaft verknüpft. Die Inhalte werden gemeinsam mit erfahrenen Betrieben entwickelt und im Rahmen eines Reallabors getestet und weiterentwickelt.
Starke Partner aus Forschung und Praxis
Das Projekt wird vom inter 3 Institut für Ressourcenmanagement als Projektleitung und anwendungsorientierter Forschungspartner koordiniert. Als Praxis-, Bildungs- und Netzwerkpartner bringt Slow Food Deutschland seine umfassende Erfahrung in der agrarökologischen Wissensvermittlung sowie ein breites Netzwerk landwirtschaftlicher Betriebe ein. Durch diese enge Zusammenarbeit von Forschung und Praxis wird sichergestellt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse direkt mit konkretem Erfahrungswissen aus der landwirtschaftlichen Anwendung verknüpft werden.
Impulse für Bildung und Praxis
Langfristig soll „PeerFarm“ nicht nur konkrete Bildungsangebote schaffen, sondern auch Impulse für die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Landwirtschaft setzen. Die entwickelten Materialien werden als frei zugängliche Lernressourcen bereitgestellt und können von Bildungseinrichtungen und weiteren Akteuren genutzt werden.
Das Projekt „PeerFarm“ wird im Rahmen des Programms „Nachhaltig im Beruf - zukunftsorientiert ausbilden“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Lena Horlemann
inter 3 Institut für Ressourcenmanagement
horlemann@inter3.de | +49(0)30 3434 7446
https://www.inter3.de/forschungsfelder/projekte/details/peerfarm
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Pädagogik / Bildung, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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