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05.05.2026 10:00

Plasma statt Erdgas: INP arbeitet an Technologie für emissionsärmere Glasproduktion

Stefan Gerhardt Referat Kommunikation
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

    Greifswald, 05. Mai 2026 – Die Glasindustrie zählt zu den energieintensiven Branchen in Deutschland. Ein großer Teil der CO₂-Emissionen entsteht durch den Einsatz von Erdgas in Hochtemperaturprozessen. Genau hier setzt das Verbundprojekt Plas4Glas an. In enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie entwickelt das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) eine plasmabasierte Befeuerungstechnologie für eine emissionsärmere Glasproduktion.

    Im Projekt wird eine Alternative zu herkömmlichen Gasbrennern entwickelt, so dass die benötigte Prozesswärme künftig mithilfe vom Plasma emissionsfrei erzeugt werden kann. Plasma als energiereicher, angeregter Zustand der Materie kann elektrische Energie direkt in Wärme umwandeln. Ziel ist es, in ausgewählten Hochtemperaturprozessen CO₂-Emissionen und schädliche Stickoxide deutlich zu verringern.

    Mikroglaskugeln als erstes Anwendungsfeld

    Ein erstes Anwendungsfeld ist der Formungsprozess bei der Herstellung von Mikroglaskugeln, die unter anderem für Straßenmarkierungen eingesetzt werden. Gerade in solchen nachgelagerten Prozessen und in der Weiterverarbeitung gibt es bislang kaum Ansätze zur Elektrifizierung. Plas4Glas untersucht deshalb, wie sich plasmabasierte elektrische Verfahren auch hier technisch und wirtschaftlich einsetzen lassen.

    „Mit Plas4Glas wollen wir eine technische Lösung entwickeln, die zu den Anforderungen industrieller Prozesse passt“, sagt Dr.-Ing. Diego Gonzalez, Leiter des Projekts am INP. „Unser Ansatz ist, elektrische Energie so in Prozesswärme zu überführen, dass Hochtemperaturprozesse auch dort elektrifiziert werden können, wo klassische Ansätze bislang an Grenzen stoßen.“

    Das Projekt Plas4Glas wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Fördermaßnahme „KlimPro-Industrie – Vermeidung von klimaschädlichen Prozessemissionen in der Industrie“ gefördert. Es läuft von November 2025 bis Oktober 2029 und hat ein Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Euro. Verbundkoordinator ist die Kjellberg Finsterwalde Plasma und Maschinen GmbH. Projektpartner sind außerdem die SWARCO Schönborn GmbH und HEINZ-GLAS GmbH & Co. KGaA sowie das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP).

    Das INP bringt seine Expertise in den Bereichen thermische Plasmatechnologien, Simulation der Plasma-Glas-Wechselwirkung und optische Diagnostik in das Vorhaben ein. Perspektivisch kann die entwickelte Technologie auch für weitere gasbrennerbasierte Herstellungs- und Verarbeitungsprozesse in der Grundstoffindustrie interessant werden.


    Bilder

    Illustration von Mikroglaskugeln, wie sie unter anderem für Straßenmarkierungen eingesetzt werden. Im Projekt Plas4Glas wird untersucht, wie ihre Herstellung mithilfe plasmabasierter Prozesswärme elektrifiziert werden kann.
    Illustration von Mikroglaskugeln, wie sie unter anderem für Straßenmarkierungen eingesetzt werden. I ...

    Copyright: INP


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Maschinenbau, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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