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Expertinnen und Experten der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln koordinieren ein neues Forschungsprojekt, das die Meldung von Krebsfällen an das Landeskrebsregister Nordrhein-Westfalen deutlich effizienter machen soll. Im Projekt KIMONA werden moderne Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI) eingesetzt, um medizinische Daten automatisiert auszuwerten und für die Krebsregistrierung aufzubereiten. Ziel ist es, medizinisches Personal zu entlasten, Meldungen schneller zu übermitteln und gleichzeitig die Datenqualität zu verbessern.
Das Projekt ist Teil der Zusammenarbeit der großen universitären Krebszentren in Nordrhein-Westfalen, die im „Network of Excellence in Cancer Medicine“ organisiert sind.
Dazu gehören unter anderem das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Unikliniken Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf sowie das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) der Unikliniken Essen und Münster. Gemeinsam mit dem Landeskrebsregister NRW und dem Essener Startup TamedAIwollen sie innovative digitale Lösungen entwickeln, die sowohl die Versorgung von Patientinnen und Patienten verbessern als auch den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen stärken.
Die vollständige und zeitnahe Erfassung von Krebsdaten ist eine zentrale Grundlage für Forschung und Versorgung, deshalb existiert in Deutschland eine gesetzliche Meldepflicht, die in NRW über das Landeskrebsregistergesetz geregelt ist. Durch die systematische Dokumentation von Erstdiagnosen, Rückfällen und Krankheitsverläufen sollen mit den Daten Aussagen über die Wirksamkeit von Therapien getroffen und neue Ansätze in der Krebsbehandlung entwickelt werden. „Eine verlässliche Krebsregistrierung ist deshalb unverzichtbar. Mit KIMONA wollen wir moderne KI-Verfahren so einsetzen, dass sie die Dokumentationsprozesse spürbar erleichtern und gleichzeitig hochwertige Daten für Forschung und Versorgung bereitstellen“, sagt der Projektkoordinator Lars-Thorben Moos vom IT-Team des CIO Köln.
Aktuell werden Krebsfälle in Deutschland mithilfe eines standardisierten so genannten onkologischen Basisdatensatzes dokumentiert. Diese Daten werden aus verschiedenen klinischen Systemen – etwa Krankenhausinformationssystemen, Pathologie- oder Radiologiesystemen – zusammengeführt und an das Landeskrebsregister gemeldet. Ein Großteil dieser Informationen muss derzeit jedoch manuell von medizinischen Dokumentarinnen und Dokumentaren zusammengetragen werden. Analysen zeigen, dass aktuell rund 62 Prozent der Datenfelder händisch übertragen werden müssen. Automatisierte Schnittstellen zu klinischen Primärsystemen existieren bislang nur für etwa 27 Prozent der Datenfelder.
Ein weiteres Problem: Viele wichtige Informationen liegen nicht strukturiert vor, sondern „versteckt“ in Arztbriefen oder anderen Freitextdokumenten. Diese müssen häufig zeit- und personalintensiv ausgewertet werden. Genau hier setzt das Projekt KIMONA an: Mithilfe von modernen Methoden, wie dem Einsatz von Sprachmodellen, sollen medizinische Texte künftig automatisiert analysiert und relevante Informationen extrahiert werden. „So können beispielsweise Angaben zu Diagnosen, Therapien oder Krankheitsverläufen aus Arztbriefen erkannt und in strukturierter Weise bereitgestellt werden. Das wäre ein großer Schritt für eine bessere Datenverarbeitung“, freut sich Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin und des CIO an der Uniklinik Köln. Schätzungen zufolge könnten auf diese Weise bis zu 50 Prozent der Datenfelder aus unstrukturierten Dokumenten gewonnen und – nach Überprüfung durch einen Menschen – in das Krebsregister überführt werden.
„Die vollständige und qualitativ hochwertige Krebsregistrierung ist eine zentrale Grundlage für Forschung und Qualitätssicherung in der Onkologie. Projekte wie KIMONA können dazu beitragen, Meldungen schneller, vollständiger und konsistenter zu erfassen“, erklärt Prof. Dr. Andreas Stang, Ärztlicher Leiter des Landeskrebsregisters Nordrhein-Westfalen. In KIMONA werden zunächst die relevanten medizinischen Dokumente analysiert und technische Infrastrukturen geschaffen, etwa sogenannte „Data-Lake-Systeme“, in denen klinische Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt werden. Darauf aufbauend werden KI-Modelle genutzt, die die Informationen automatisiert extrahieren und für das Krebsregister aufbereiten.
Langfristig sollen die im Projekt entwickelten Lösungen nicht nur für die Krebsregistrierung genutzt werden, auch andere klinische Register oder Forschungsdatenbanken sollen davon profitieren.
Das Projekt KIMONA wird mit 5,96 Millionen Euro im Rahmen des Innovationswettbewerbs Gesünder.IN.NRW durch das Land Nordrhein-Westfalen / Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie mit Mitteln der Europäischen Union finanziert. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die Koordination liegt beim Centrum für Integrierte Onkologie der Uniklinik Köln und der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln. Projektpartner sind neben dem Landreskrebsregister Nordrhein-Westfalen die Krebszentren der sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen, die im „Network of Excellence in Cancer Medicine“ organisiert sind: das Centrum für Integrierte Onkologie Aachen Bonn Köln Düsseldorf, das Westdeutsche Tumorzentrum an den Standorten Essen und Münster und das Essener Startup TamedAI.
Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin und des CIO an der Uniklini ...
Quelle: Michael Wodak
Copyright: Michael Wodak/Uniklinik Köln
Lars-Thorben Moos, Mitarbeiter IT-Team CIO Köln
Quelle: Michael Wodak
Copyright: Michael Wodak/Uniklinik Köln
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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