idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
07.05.2026 11:06

Gemeinsam forschen zur Demokratie

Dr. Constanze Böttcher Presse & Kommunikation
Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

    Das Thema Demokratie beschäftigt drei internationale Forschende, die im Sommersemester als Hannah Arendt Fellows an der Universität Oldenburg zu Gast sind. In den Vorhaben geht es etwa darum, wie sich Grenzkontrollen auf die deutsch-niederländischen Beziehungen auswirken, welche Rolle Kunst und Kultur in demokratischen Gesellschaften spielen, und wie kulturelle Codes in Deutschland und den USA unter Druck geraten.

    Das Thema Demokratie beschäftigt drei herausragende internationale Forschende, die in den kommenden Monaten an der Universität Oldenburg zu Gast sind. Gemeinsam mit Oldenburger Forschenden aus der Germanistik, Philosophie und den Sozialwissenschaften gehen sie bis Ende September unterschiedlichen Fragen nach. In ihren Vorhaben geht es etwa darum, wie sich Grenzkontrollen auf die deutsch-niederländischen Beziehungen auswirken, welche Rolle Kunst und Kultur in demokratischen Gesellschaften spielt, und wie kulturelle Codes in Deutschland und den USA unter Druck geraten. Als sogenannte Hannah Arendt Fellows erhalten die Forschenden Stipendien aus einem neu eingerichteten niedersächsischen Programm für die Geistes- und Sozialwissenschaften.

    „Die Hannah Arendt Fellows und ihre Gastgeberinnen und Gastgeber widmen sich dem Thema Demokratie auf ganz unterschiedliche Weise und tragen im Sinne des Selbstverständnisses unserer Universität dazu bei, Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung zu betreiben“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder. „Wir freuen uns, gleich drei von landesweit zehn Fellows bei uns zu begrüßen.“ Mit dem neuen Stipendienprogramm stärke das Land Niedersachsen den internationalen wissenschaftlichen Austausch. „Als Universität, die ein Hannah Arendt-Archiv beherbergt, sind wir stolz, diesen Austausch mitzugestalten.“

    Über die Fellows:

    Prof. Dr. Marije Michel, Hochschullehrerin für Zweitsprachenerwerb an der Universität Groningen, richtet ihren Blick auf die deutsch-niederländische Grenzregion. Gemeinsam mit ihrer Oldenburger Gastgeberin Prof. Dr. Juliana Goschler vom Institut für Germanistik untersucht sie in den kommenden Monaten, wie sich das Wiedereinführen von Grenzkontrollen zwischen Deutschland und den Niederlanden auf die Interessen und Haltung der Menschen zueinander auswirkt und was dies für die demokratischen Werte in Europa bedeutet. Dafür wollen die Forschenden unter anderem Menschen interviewen, die regelmäßig die Grenze zwischen der Region Groningen und Ostfriesland überqueren.

    Um die Rolle von Kunst und Kultur in demokratischen Gesellschaften geht es in dem Vorhaben von Dr. Mateo Belgrano, Philosoph an der Pontificia Universidad Católica, Argentinien. Gemeinsam mit Prof. Dr. Gesa Wellmann, Juniorprofessorin für Geschichte der Philosophie in Oldenburg, vergleicht Belgrano unter anderem die Positionen von der politischen Theoretikerin Hannah Arendt und der belgischen Politikwissenschaftlerin Chantal Mouffe mit Blick auf die Bedeutung von Kunst und Kultur für Demokratien. Zudem analysiert der Forscher die Rolle der Vorstellungskraft als Grundlage für das Verständnis von Kunst in einer Demokratie.

    Der Soziologe Dr. Jason Mast, ehemals Universität Trient, Italien, befasst sich mit der Zukunft der Demokratie. Mast und der Oldenburger Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Sebastian Schnettler gehen von der These aus, dass derzeit in den USA und in Deutschland kulturelle Annahmen über Demokratie auf den Kopf gestellt werden. Sie wollen in den kommenden Monaten untersuchen, wie groß die damit einhergehenden Herausforderungen in beiden Ländern sind. Dabei beschäftigen sich mit sogenannten kulturellen Codes, also unsichtbaren Regeln oder Werten, die das Handeln und Denken von gesellschaftlichen Gruppen in beiden Ländern prägen.

    Über die Hannah Arendt Fellowships

    Die Hannah Arendt Fellowships werden von der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen koordiniert. Das Stipendienprogramm ermöglicht jährlich bis zu zehn herausragenden internationalen Forschenden aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften ein eigenes wissenschaftlichen Projekt während eines sechsmonatigen Aufenthalts an einer niedersächsischen Universität oder außeruniversitären Forschungseinrichtung durchzuführen. Die Fellows forschen jeweils im Tandem mit einer wissenschaftlichen Ansprechperson vor Ort und sind aktiv in das akademische Umfeld der aufnehmenden Institution eingebunden. Die Auswahl der Fellows erfolgte durch ein unabhängiges, international besetztes Expertengremium. Die Förderung erfolgt im Rahmen von zukunft.niedersachsen, einem gemeinsamen Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Juliana Goschler
    E-Mail-Adresse: juliana.goschler@uol.de

    Prof. Dr. Gesa Wellmann
    E-Mail-Adresse: gesa.wellmann@uol.de

    Prof. Dr. Sebastian Schnettler
    E-Mail-Adresse: sebastian.schnettler@uol.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Sprache / Literatur
    überregional
    Personalia
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).