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Wissenschaft
Die Freie Hochschule Stuttgart hat Prof. Dr. Jens Beljan auf eine Professur für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt empirische Bildungs- und Sozialforschung berufen. Beljan gilt als ein einflussreicher Vertreter der deutschsprachigen Bildungstheorie der Gegenwart und hat wesentlich zur bildungstheoretischen Ausarbeitung der Resonanzpädagogik beigetragen – einem Ansatz, der national und international in der pädagogischen Diskussion aufgegriffen wird.
Ein Forschungsansatz mit interdisziplinärer Strahlkraft
Jens Beljan, Jahrgang 1982, hat seine akademische Laufbahn an der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufgebaut – in enger intellektueller Zusammenarbeit mit dem Soziologen Prof. Dr. Hartmut Rosa, dessen Resonanztheorie er in einer der ersten umfassenden Studien für die Erziehungswissenschaft und Schulpädagogik erschlossen hat. Seine Dissertation „Schule als Resonanzraum und Entfremdungszone. Eine neue Perspektive auf Bildung“ (Beltz Juventa, 2017) wurde im deutschsprachigen bildungstheoretischen Diskurs rezipiert und findet auch in der Lehrerfortbildung und Schulentwicklung Anwendung.
Die Reichweite seiner Arbeiten dokumentieren namhafte Kooperationen: Hartmut Rosa verfasste das Vorwort zu Beljans Dissertation sowie ein Nachwort zu dem Dialogband „Resonanzpädagogik auf dem Prüfstand“ (Beltz Juventa, 2019), den Beljan gemeinsam mit dem Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Michael Winkler veröffentlichte.
Im Mai 2025 erschien Beljans Habilitationsschrift „Expressive Bildung. Über Ausdruck, Entfremdung und die Fähigkeit zu lernen“ (Beltz Juventa) mit einem Vorwort des kanadischen Philosophen Prof. Dr. Charles Taylor (McGill University), einem der renommiertesten Geistes- und Sozialphilosophen der Gegenwart.
Beljans Aufsätze sind in internationalen Fachzeitschriften erschienen, darunter das Dialogue: Canadian Philosophical Review (Cambridge University Press). Als eingeladener Referent und Keynote Speaker ist er regelmäßig auf internationalen Konferenzen, bildungswissenschaftlichen Fachtagungen sowie in der Lehrerbildung tätig, unter anderem auch 2022 beim internationalen INASTE-Kongress für akademische Waldorflehrerbildung in Wien.
Waldorfpädagogik und Resonanztheorie: Ein produktiver Dialog:
Die Berufung von Prof. Dr. Beljan an die Freie Hochschule Stuttgart stärkt das erziehungswissenschaftliche Profil der Hochschule und eröffnet neue Anknüpfungspunkte zwischen allgemeiner Erziehungswissenschaft und Waldorfpädagogik. In seiner Forschung zur Resonanzpädagogik sowie zu seinem bildungstheoretischen Ansatz der Expressiven Bildung untersucht Beljan, unter welchen Bedingungen Schülerinnen und Schüler mit Unterrichtsgegenständen, Lehrenden und der Welt in ein lebendiges Wechselverhältnis treten können – und warum moderne Schulsysteme dieses Verhältnis häufig erschweren. Dabei ergeben sich auch Anschlussmöglichkeiten zu Fragestellungen der Waldorfpädagogik, die traditionell der Beziehung zwischen Mensch und Welt besondere Aufmerksamkeit widmet.
„Mit der Berufung von Prof. Dr. Jens Beljan gewinnt die Freie Hochschule Stuttgart einen Wissenschaftler, dessen Arbeit im internationalen Bildungsdiskurs längst Maßstäbe setzt. Die Resonanzpädagogik fragt nach dem, was Bildung im Kern ausmacht: dem echten Berührtseins von Welt, von Lerninhalten, von anderen Menschen. Diese Frage stellt die Waldorfpädagogik seit ihrer Gründung – und sie stellt sie mit Nachdruck. Dass wir nun einen Forscher an unserer Hochschule begrüßen dürfen, der diese Frage mit den Mitteln der zeitgenössischen Wissenschaft neu formuliert und international hörbar macht, erfüllt uns mit großer Freude“, sagt Prof. Matthias Jeuken, Mitglied des Rektorats der Freien Hochschule Stuttgart.
Die Freie Hochschule Stuttgart: Ursprung und Avantgarde zugleich
Die Freie Hochschule Stuttgart wurde 1928 in Stuttgart gegründet – auf demselben Gelände, auf dem Rudolf Steiner die erste Waldorfschule der Welt ins Leben rief. Seit 1999 staatlich anerkannt, bietet sie heute akkreditierte Bachelor- und Masterstudiengänge in Waldorfpädagogik an, die in allen deutschen Bundesländern zur Unterrichtserteilung berechtigen. Als einzige Hochschule des deutschsprachigen Raums verbindet sie die Lehrerausbildung unmittelbar mit dem Erbe und der Praxis des Ursprungsorts der Waldorfbewegung.
Kurzbiografie Prof. Dr. Jens Beljan
Prof. Dr. Jens Beljan, Jahrgang 1982, studierte und promovierte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo er zuletzt als Privatdozent und Lehrkraft für besondere Aufgaben am Lehrstuhl für Schulsystementwicklung tätig war. Seine Habilitation „Expressive Bildung“ schloss er 2024/25 ab. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher, darunter die bildungstheoretischen Monografien „Schule als Resonanzraum und Entfremdungszone“ (2017) und „Expressive Bildung“ (2025). Für seine Forschung wurde er u.a. mit dem Wissenschaftspreis für anwendungsnahe Forschungsarbeiten am Jenaer Gründer- und Innovationstag (Sonderpreis, 2017) ausgezeichnet. Seit 1. Februar 2026 ist er Professor an der Freien Hochschule Stuttgart.
Prof. Dr. Jens Beljan, Professor für Erziehungswissenschaft und Resonanzpädagogik an der Freien Hoch ...
Quelle: Peter Runkewitz
Copyright: Peter Runkewitz
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Pädagogik / Bildung
überregional
Personalia, Studium und Lehre
Deutsch

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