idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
13.05.2026 15:12

Wie kann man schottische Windenergie in Wasserstoff speichern?

Corina Härning Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Augsburg

    Resiliente Energiesysteme auf Wasserstoff-Basis weiter zu erforschen ist Ziel eines Kooperationsvorhabens, das die Technische Hochschule und die Universität Augsburg mit der University of the Highlands and Islands aus Inverness in Schottland (UHI) unterzeichnet hat. Die Hochschulen wollen ihre bereits bestehende wissenschaftliche Zusammenarbeit vertiefen. Am 11. Mai unterzeichneten sie dafür ein sogenanntes Memorandum of Understanding.

    Das Memorandum schafft den Rahmen für eine langfristige akademische Kooperation. Geplant sind unter anderem gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte, der Austausch von Studierenden und Forschenden, die Organisation gemeinsamer wissenschaftlicher Veranstaltungen und einzelner Lehrveranstaltungen sowie der Wissenstransfer in zukunftsrelevanten Technologiefeldern. Der Fokus liegt auf erneuerbaren Energien, Wasserstofftechnologien, nachhaltigen Materialsystemen und Lebenszyklusanalysen.

    Die Kooperation mit Inverness baut die Forschung und Vernetzung zu Wasserstoff in Augsburg weiter strategisch aus. Am Institut für Materials Resource Management (MRM) der Universität wurde vor Jahren die Arbeitsgruppe H2.UniA von Prof. Dr. Richard Weihrich, Sprecher des Arbeitskreises Wasserstoff und Professor für Chemie der Materialien und der Ressourcen, sowie Dr. Timo Körner, Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung, gegründet. Sie bündelt Forschung zu Materialien für Wasserstofftechnologien, Elektrokatalyse, Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft.

    Die Technische Hochschule Augsburg wird über das Technologietransferzentrum Gersthofen zu den Themen Wasserstofftanks, LH2-Sloshing und Systemsimulationen zur gesamten Wasserstoffproduktionskette vor Ort in Inverness arbeiten. Angedacht sind gemeinsame Lehr-Angebote, z. B. ein internationaler Forschungsmaster.

    Beide Hochschulen sind im Fachbeirat Wasserstoff im Wirtschaftsraum Augsburg aktiv. Diese enge regionale Vernetzung wird durch die Zusammenarbeit mit der University of the Highlands and Islands nun international ideal ergänzt.

    Ziel: Überschüssige Windenergie in Wasserstoff speichern

    „Inverness und Augsburg passen bei diesem Thema hervorragend zusammen“, sagte Weihrich anlässlich der Unterzeichnung. „In Schottland gibt es grüne Energie im Überschuss und folgerichtig wird Wind- und Gezeitenenergie dort stark ausgebaut. Wir wiederum haben Technologie und Know-how zur Gewinnung, Speicherung, Nutzung und Systemintegration von Wasserstoff und können gemeinsam daran arbeiten, aus überschüssiger Energie und Wasserstoff resiliente, europäische Energiesysteme aufzubauen, die nach dem Vorbild der Natur nachhaltig sind und die Ressourcen auch für die nächste Generation sichern.“

    Der Präsident der UHI, Prof. Christopher O’Neil, sagte, die Basis für Erfolg seien ein hoher Qualitätsanspruch in der wissenschaftlichen Arbeit und Engagement. „Was es darüber hinaus aber braucht, sind Neugier und eine gewisse Verspieltheit, um Visionen zu erreichen. Ich bin sehr froh, dass wir in Augsburg Partner gefunden haben, die diese Haltung mit uns teilen.“

    Ausbau resilienter Energiesysteme

    Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel betont die Bedeutung der Vereinbarung für die strategische Ausrichtung der Augsburger Forschung: „Die aktuellen globalen Herausforderungen machen deutlich, wie wichtig stabile internationale Kooperationen und der gemeinsame Ausbau klimaneutraler, resilienter Energiesysteme sind. Wasserstoff ist ein zentraler Baustein einer nachhaltigen Energieversorgung – und genau hier setzt unsere Zusammenarbeit mit der University of the Highlands and Islands an.“

    Prof. Dr. Frank Danzinger, Vizepräsident für Technologie und Forschung der Technischen Hochschule Augsburg ergänzte: „Ich freue mich außerordentlich, heute ein Memorandum of Understanding auf internationaler Ebene zu unterzeichnen. Damit legen unsere Hochschulen den Grundstein für die Zusammenarbeit. Augsburg ist eine führende Technologieregion, wenn es um Wasserstoff geht. Hier sind sie richtig. Hier gelingt der Transfer von Forschung in die industrielle Praxis. Mit dem Memorandum of Understanding legen wir nun den formalen Grundstein für einen wertvollen Austausch, in dem wir viel voneinander lernen können – wissenschaftlich, technologisch und kulturell."

    Mit dem Memorandum bekräftigen die Augsburger Hochschulen ihren Anspruch, interdisziplinäre und international vernetzte Forschung im Bereich der Wasserstoff- und Energietechnologien weiter voranzutreiben und gemeinsam mit starken Partnern innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Richard Weihrich
    Leiter der Arbeitsgruppe "Chemie der Materialien und Ressourcen" (MRM)
    Taskforce Wasserstoff H2.UniA
    Telefon: + 49 821 598 - 69131
    richard.weihrich@mrm.uni-augsburg.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Chemie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).