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15.05.2026 13:26

Vier Bochumer Sonderforschungsbereiche werden verlängert

Arne Dessaul Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Diesmal hatte die Ruhr-Universität Bochum gleich vier Sonderforschungsbereiche (SFB) im Rennen um eine Weiterförderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Sie freut sich über die am 15. Mai 2026 beschlossene Verlängerung von allen vier großen Verbünden in den Geistes-, Natur- und Materialwissenschaften. Neu bewilligt wurde zudem der SFB „Historical and Transcultural Narratology” an der Universität Freiburg, an dem Forschende der Ruhr-Universität Bochum beteiligt sind.

    „Metaphern der Religion“

    Ob „Weg“, „Licht“ oder „Herz“: Religionen kommunizieren wesentlich durch Metaphern, da das Transzendente nicht direkt ausdrückbar ist. Geleitet von dieser Grundidee hat der Sonderforschungsbereich 1475 „Metaphern der Religion“ zahlreiche Sprachen und religiöse Traditionen der vergangenen rund 4.000 Jahre analysiert. Diese Arbeit können die Forschenden des an der Ruhr-Universität Bochum koordinierten Verbundes fortsetzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte die Weiterförderung für 3,5 Jahre. Neben Texten rücken in der zweiten Förderphase auch Bilder und Artefakte sowie neben etablierten Religionen auch Religionsparodien ins Blickfeld.

    „Wechselspiel der kosmischen Materie“

    Am Himmel ist die Hölle los: Sterne entstehen und vergehen, geladene Teilchen, Strahlen und Neutrinos treffen aufeinander und beeinflussen sich gegenseitig. Die Wechselwirkungen im Weltall untersucht seit 2022 der Sonderforschungsbereich 1491 „Wechselspiel der kosmischen Materie“. Die Forschenden können ihre Arbeit vier weitere Jahre lang fortsetzen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte die Weiterförderung des SFB um Sprecherin Prof. Dr. Julia Tjus an der Ruhr-Universität Bochum ab 1. Juli 2026. In diesem SFB arbeiten Forschende der RUB eng mit Kollegen und Kolleginnen der TU Dortmund zusammen.

    „Virtuelle Lebenswelten“

    Virtualität ist längst Teil des Alltags geworden. Wie tief sie in Kommunikation, Wissenstransfer, Körper- und Affektpraktiken, gesellschaftliche Aushandlungen, ökonomische Strukturen, Sprache, Subjektivierungen und Formen des Zusammenlebens hineinwirkt, hat der Sonderforschungsbereich 1567 „Virtuelle Lebenswelten“ seit 2022 gezeigt. In der nun von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligten zweiten Förderphase richtet der Verbund den Blick auf die aktive Gestaltung. „Virtualität ist für uns kein Effizienzinstrument, sondern ein offener, kritisch zu reflektierender Gestaltungsraum – vom Entwerfen neuer Wirklichkeiten bis hin zur KI –, der Verantwortung, Transparenz und Teilhabe einfordert“, so Sprecher Prof. Dr. Stefan Rieger vom Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.

    „Heterogene Oxidationskatalyse in der Flüssigphase“

    Neue Hochleistungskatalysatoren aus Mischmetalloxiden entwickelt das Team des Sonderforschungsbereich/Transregio 247. Ziel ist es, chemische Prozesse in der Flüssigphase effizienter und nachhaltiger zu machen – insbesondere selektive Oxidationsreaktionen, die in vielen Bereichen der chemischen Industrie zur Herstellung von Ausgangschemikalien für weitere Synthesen zur Anwendung kommen. Die Forschenden an der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen und weiterer beteiligter Forschungsinstitutionen (Christian-Albrechts-Universität Kiel, MPI CEC, FHI) können ihre Arbeiten weitere vier Jahre fortsetzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligt dem SFB/TRR eine dritte Förderphase.

    „Historical and Transcultural Narratology“

    Menschen haben schon immer Geschichten erzählt. Über alle Epochen und Kulturen hinweg spielten Erzählungen eine wichtige Rolle für den sozialen Zusammenhalt. Der neue Transregio-SFB „Historical and Transcultural Narratology“ (Historische und transkulturelle Erzählforschung) untersucht vormoderne, also antike, mittelalterliche und frühneuzeitliche Erzählungen aus verschiedenen kulturellen Kontexten. Der Sonderforschungsbereich möchte eine neue historisch-transkulturelle Erzähltheorie entwickeln, die die Voreingenommenheit aktueller Narratologien und deren engen Fokus auf westliche und moderne beziehungsweise postmoderne Traditionen überwindet. Die Erzähltheorie, die der SFB entwickeln möchte, soll unterschiedliche historische Erzählformate und -funktionen aus ganz verschiedenen kulturellen Kontexten erfassen und neue Wege für eine vergleichende, interdisziplinäre Literatur- und Kulturwissenschaften auf globaler Ebene eröffnen.

    Die Forschenden des Verbunds der Universitäten Freiburg, Bochum und Bonn wollen zugleich die Möglichkeiten der Digital Humanities erproben und weiterentwickeln, um die vergleichende Erzählforschung stärker digital zu verankern.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Chemie, Physik / Astronomie, Religion, Sprache / Literatur, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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