idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo


Instanz:
Teilen: 
21.05.2026 09:48

Biomoleküle zum Leuchten bringen: Neuer Farbstoff löst Problem

Thomas Richter Öffentlichkeitsarbeit
Georg-August-Universität Göttingen

    Gegen störende Signale beim Mikroskopieren: Methode lässt nur erfolgreich markierte Biomoleküle leuchten

    Biomoleküle wie Zucker, Proteine und Lipide sind die Grundbausteine allen Lebens. Sie sind am Aufbau und Stoffwechsel jeglicher Lebewesen beteiligt. Um sie unter dem Mikroskop sichtbar zu machen, bringen Forschende sie durch spezielle Farbstoffe zum Leuchten. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat dafür nun eine neue Methode entwickelt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ansätzen wird der Lumineszenz-Farbstoff der Probe dabei nicht als fertiges Produkt hinzugefügt. Stattdessen leuchtet er erst auf, während er an das angepeilte Molekül bindet.

    Das löst ein Problem: Vorgefertigte Farbstoffe verbleiben in der Probe, auch wenn sie nicht an das Zielmolekül gebunden sind. Das stört bei der Bildgebung. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie International Edition veröffentlicht.

    Mit der neuen Methode leuchtet der Lumineszenz-Farbstoff nur dann auf, wenn die Markierung gelungen ist. Das macht Experimente mit Biomolekülen übersichtlicher und leichter auswertbar. Erstautor Dongchen Du sagt: „Unsere Arbeit verfolgt einen praktischen Ansatz: Statt einen vorgefertigten Fluorophor anzubringen, bauen wir die fluoreszierende Markierung direkt dort auf, wo sie benötigt wird. Für mich macht das die Chemie sowohl schön als auch nützlich.“ Gleichzeitig erfolgt die chemische Veränderung unter milden Bedingungen. Das ist für empfindliche Biomoleküle von Bedeutung.

    Die Forschenden konnten zeigen, dass die Methode bei einer Vielzahl von biomolekularen Bausteinen und Strukturen funktioniert, darunter Zucker, Lipide, Aminosäuren und Proteine. Gemeinsam mit Forschenden der Universitätsmedizin Göttingen demonstrierten sie auch das Potenzial für die Mikroskopie, indem sie zelluläre Strukturen sichtbar machten. „Die Lumineszenz der Farbstoffe lässt sich außerdem chemisch abwandeln“, ergänzt Prof. Dr. Nadja A. Simeth-Crespi von der Universität Göttingen. „Das kann dazu beitragen, das System für zukünftige Verfahren der Bildgebung maßzuschneidern.“


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Nadja A. Simeth-Crespi
    Georg-August-Universität Göttingen
    Institut für Organische und Biomolekulare Chemie
    Tammannstraße 6, 37077 Göttingen
    Telefon: 0551 39-23360
    E-Mail: nadja.simeth@uni-goettingen.de
    Internet: http://www.uni-goettingen.de/de/650060.html

    Dongchen Du
    Georg-August-Universität Göttingen
    Institut für Organische und Biomolekulare Chemie
    Tammannstraße 6, 37077 Göttingen
    E-Mail: dongchen.du@uni-goettingen.de


    Originalpublikation:

    Du, D. et al. In Situ Construction of Imidazopyridinium Fluorescent Labels for Bioconjugation. Angewandte Chemie International Edition. https://doi.org/10.1002/anie.6231674


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?id=8178 mehr Fotos


    Bilder

    Verschiedene Lumineszenz-Farbstoffe
    Verschiedene Lumineszenz-Farbstoffe
    Quelle: Dongchen Du
    Copyright: Dongchen Du/Universität Göttingen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).