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Ein großer Teil der Unternehmen in der deutschen Informationswirtschaft und im Verarbeitenden Gewerbe stellt generative KI-Anwendungen wie ChatGPT, Copilot oder Gemini für die Belegschaft zur Verfügung. Nur die wenigsten Unternehmen verbieten hingegen deren Einsatz: in der Informationswirtschaft vier Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe acht Prozent. Das zeigt eine aktuelle repräsentative ZEW-Befragung unter rund 1.500 Unternehmen.
„In der Informationswirtschaft stellen derzeit fast 60 Prozent der Unternehmen generative KI-Anwendungen für ihre Belegschaft gezielt zur Verfügung und unterstützen damit aktiv die Nutzung der neuen Technologie. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt dieser Anteil bei 30 Prozent“, sagt Ko-Studienautor Dr. Daniel Erdsiek aus dem ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“.
„Trotz ihrer ausgesprochen hohen Leistungsfähigkeit zeichnet sich generative KI im Gegensatz zu vielen früheren digitalen Technologien durch eine deutlich niedrigere Einstiegshürde aus. Denn bis vor einigen Jahren mussten Unternehmen üblicherweise hohe Investitionen tätigen, um neue digitale Technologien in ihre Arbeitsprozesse zu integrieren. Dadurch hatten Unternehmen eine deutlich stärkere Kontrolle darüber, welche Technologien durch die eigene Belegschaft genutzt werden. Heutzutage können Mitarbeitende allerdings meist auch auf eigene Faust generative KI-Tools für ihre Arbeit nutzen“, sagt Dr. Thomas Niebel, Ko-Autor aus dem ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“.
Verschiedene Strategien im Umgang mit KI
Unternehmen ohne eine gezielte Bereitstellung generativer KI müssen auf diese ungewohnte Ausgangslage reagieren. In der Informationswirtschaft erlauben insgesamt 16 Prozent der Unternehmen explizit die Nutzung generativer KI, ohne diese selbst bereitzustellen. Im Verarbeitenden Gewerbe gilt dies für 23 Prozent. Der Anteil an Unternehmen ohne klare Vorgaben, die aber den Einsatz generativer KI grundsätzlich tolerieren, fällt im Verarbeitenden Gewerbe fast doppelt so hoch aus wie in der Informationswirtschaft (22 bzw. 39 %). Nur sehr selten hingegen untersagen Unternehmen den Einsatz generativer KI vollständig.
Größere Unternehmen fördern KI-Einsatz häufiger
Inwiefern der Einsatz generativer KI institutionell gefördert wird, hängt auch mit der Unternehmensgröße zusammen. Gerade Unternehmen ab 100 Beschäftigten fördern den Einsatz generativer KI gezielt, indem sie entsprechende Tools zur Verfügung stellen (87 % in der Informationswirtschaft; 65 % im Verarbeitenden Gewerbe).
„Bei der Bereitstellung generativer KI setzen Unternehmen insbesondere auf Lizenzen und Pro-Accounts für kommerzielle Anbieter. Etwas seltener kommen hingegen Open-Source-Anwendungen zum Einsatz. Generative KI-Anwendungen, die mit eigenen Unternehmensdaten angereichert wurden, sind gegenwärtig noch recht wenig verbreitet. Lediglich in großen Unternehmen der Informationswirtschaft werden solche Anwendungen häufiger zur Verfügung gestellt“, so Erdsiek.
1.500 Unternehmen zum Einsatz von KI befragt
Die Daten vom März und April 2026 wurden im Rahmen des ZEW-Branchenreports Informationswirtschaft erhoben. Dafür haben die Forscher rund 1.500 Unternehmen in Deutschland befragt. Sie stammen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft, die sich aus IKT-Branche, Mediendienstleistern und wissensintensiven Dienstleistern zusammensetzt.
Dr. Daniel Erdsiek
Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“
Tel.: +49 (0)621 1235-356
E-Mail: daniel.erdsiek@zew.de
https://www.zew.de/fileadmin/FTP/brepikt/202601BrepIKT.pdf
Bereitstellung und Vorgaben zur Nutzung generativer KI-Anwendungen in Unternehmen
Copyright: ZEW
Art der Bereitstellung generativer KI-Anwendungen in Unternehmen
Copyright: ZEW
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Informationstechnik, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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