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Wissenschaft
Wald gewinnt als Teil der Gesundheitsversorgung zunehmend an Bedeutung. Zugleich wächst der gesellschaftliche Bedarf, Wald stärker als Gesundheitsinfrastruktur zu verstehen und für Prävention, Gesundheitsförderung und Therapie nutzbar zu machen. Die Potenziale für Forstwirtschaft, Medizin und Therapie sowie notwendige Rahmenbedingungen diskutierten rund 35 Fachakteurinnen und Fachakteure aus Forstwirtschaft, Medizin, Waldtherapie und Wissenschaft aus Brandenburg und benachbarten Bundesländern beim Workshop „Waldgestützte Gesundheitsinterventionen – Chancen und Herausforderungen für die Forstwirtschaft in Brandenburg“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).
Ziel des gemeinsamen Workshops von HNEE und VERDE GESUND war es, den Dialog zwischen den unterschiedlichen Fachdisziplinen anzustoßen. Verschiedene Perspektiven auf waldgestützte Gesundheitsinterventionen sollten zusammengeführt und gemeinsam Ansätze für deren zukünftige Gestaltung entwickelt werden. Nach mehreren Impulsvorträgen aus Forstpraxis, Medizin und Zertifizierung diskutierten die Teilnehmenden in moderierten Arbeitsgruppen über Potenziale und Hemmnisse einer stärkeren Verknüpfung von Wald und Gesundheit. Die große Vielfalt der vertretenen Disziplinen machte deutlich, dass waldgestützte Gesundheitsinterventionen zahlreiche Chancen bieten. Gleichzeitig müssen aber auch unterschiedliche Anforderungen und Interessen berücksichtigt werden.
Im Mittelpunkt der Diskussion standen unter anderem Fragen der Qualitätssicherung. Sie bezogen sich sowohl auf fachliche Standards in der Ausbildung von Waldtherapeut*innen als auch auf die Eignung der genutzten Waldbestände. Ebenso intensiv diskutiert wurden Aspekte der Verkehrssicherungspflicht und mögliche Modelle einer Gewinnverteilung bzw. -beteiligung für Waldbesitzende und Forstbetriebe. Betont wurde die Notwendigkeit, den Wald nicht ausschließlich als Ressource oder Kulisse für Gesundheitsangebote zu betrachten. Vielmehr wurde hervorgehoben, den Wald als eigenständigen Partner zu verstehen, mit dem verantwortungsvoll umzugehen ist – ebenso verantwortungsvoll wie mit der eigenen Gesundheit.
Am Nachmittag führte Dr. med. Kristin Köhler die Teilnehmenden über den kürzlich eröffneten Gesundheitspfad im Stadtwald Eberswalde. Die Exkursion zeigte, wie waldgestützte Gesundheitsinterventionen praktisch umgesetzt werden können und welche Anforderungen an Infrastruktur, Sicherheit und Betreuung bestehen.
Ein zentrales Ergebnis des Workshops war die Erkenntnis,
• dass eine erfolgreiche Weiterentwicklung waldgestützter Gesundheitsinterventionen nur im engen Austausch zwischen Forstwirtschaft, Gesundheitswesen, Wissenschaft und weiteren Akteuren wie etwa Krankenkassen gelingen kann.
• Gleichzeitig besteht Bedarf an klaren Rahmenbedingungen, verlässlichen Kooperationen und einer wissenschaftlichen Begleitung der eigentlichen waldgestützten Gesundheitsinterventionen.
Die hohe Beteiligung und das große Interesse an dem Thema verdeutlichten das erhebliche Potenzial neuer Allianzen und gemeinsamer Lösungen, die sowohl der menschlichen Gesundheit als auch einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung zugutekommen. Die Zukunft waldgestützter Gesundheitsinterventionen wird nicht allein im Gesundheitswesen oder in der Forstwirtschaft entschieden. Sie entsteht vielmehr an der Schnittstelle beider Systeme – durch gemeinsame Qualitätsstandards, wissenschaftliche Evidenz und neue Partnerschaften.
Der Workshop bildete damit einen wichtigen Auftakt für den weiteren interdisziplinären Austausch und zeigte, dass Brandenburg gute Voraussetzungen bietet, die Zukunft waldgestützter Gesundheitsinterventionen gemeinsam und verantwortungsvoll zu gestalten.
Prof. Dr. Carsten Mann carsten.mann@hnee.de
Prof. Dr. Tobias Cremer tobias.cremer@hnee.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
Deutsch

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