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17.07.2026 07:51

Golden House – Bauen mit Stroh

Dipl.-Kfm. Wolfgang Knerr Hochschulkommunikation
Hochschule Kaiserslautern

    Studentischer Pavillon im Schweinstal verbindet Hochschule, Praxis und Region

    Architekturstudierende der Hochschule Kaiserslautern haben mit „GOLDEN HOUSE – Bauen mit Stroh“ einen neuen Aufenthaltsort im Pfälzer Wald geschaffen. Das studentische Selbstbauprojekt setzt die in den vorangegangenen Semestern erarbeiteten Forschungs- und Entwurfsergebnisse zu biobasierten Konstruktionen um und knüpft inhaltlich an die Ausstellung „GOLDEN CORN – Bauen mit Stroh“ an.

    Studentisches Selbstbauprojekt und Entwurfsstudio

    Im Schweinstal ist zwischen dichtem Wald und stillen Karpfenweihern ein Pavillon aus Holz, Stroh und Sandstein entstanden. Sein spitzes Dach und die golden schimmernde Strohfassade spiegeln sich im Wasser und setzen einen Akzent im Skulpturenpark. Er ist begehbar und dient Besuchenden als wettergeschützter Unterstand.

    An dem Projekt arbeiteten rund 30 Masterstudierende im Studiengang Architektur der Hochschule Kaiserslautern. Es geht aus einem Entwurfsstudio im Wintersemester 2025/2026 hervor und basiert auf dem studentischen Pavillonentwurf von Jan-Luca Barz und Linus Thiel. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen von Blockveranstaltungen in mehreren Planungs- und Bauphasen. Zunächst wurden Labortests, Detailplanungen und Versuchsaufbauten von Bauteilen an der Hochschule durchgeführt. Anschließend folgten mehrere Bauetappen vor Ort im Schweinstal. „Damit holen wir das Thema Bauen mit Stroh aus dem Seminarraum in die Praxis. Die Studierenden erleben den gesamten Prozess von der Idee bis zur Umsetzung im Maßstab 1:1“, sagt Sabrina Wirtz, Professorin für Nachhaltiges Konstruieren und Entwerfen im Bestand an der Hochschule Kaiserslautern. Der Einsatz von Stroh, Holz und Sandstein aus der Region demonstriert dabei die gestalterischen und konstruktiven Möglichkeiten biobasierter Baustoffe.

    Förderung und Kooperation mit Praxispartnern

    Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz sowie von der Hochschule Kaiserslautern. Zudem wird es durch die Landesforste Rheinland-Pfalz unterstützt. Die praktische Umsetzung erfolgt Hand in Hand mit engagierten Praxispartnern aus der Region (unter anderem Natursteinwerk Picard und Zimmerei hand–kraft), die ihr Know-how in Materialbereitstellung, Fertigung und Montage eingebracht haben. Diese enge Zusammenarbeit steht beispielhaft für gelebten Wissenstransfer zwischen Hochschule und Praxis, bei dem Studierende mit erfahrenen Handwerker*innen an zukunftsfähigen Konstruktionen arbeiten.

    Lehre, Forschung und Baukultur

    Das Lehrgebiet „Nachhaltiges Konstruieren und Entwerfen im Bestand“ verknüpft mit GOLDEN HOUSE forschendes Lernen, konstruktives Entwerfen und reale Bauprozesse. Die Studierenden übernehmen Verantwortung in arbeitsteiligen Teams – von Planung und Sicherheit über Material- und Werkzeuglogistik bis hin zur Dokumentation –, wodurch sowohl technische Kompetenzen als auch Team- und Organisationsfähigkeit geschult werden. „Wir möchten den Studierenden und allen Besuchenden des Pavillons zeigen, dass man mit einfachen Mitteln und natürlichen Baumaterialien inspirierende Räume schaffen kann“, sagt Nils Fischer, Wissenschaftlicher Mitarbeitender der Hochschule Kaiserslautern, der das semesterübergreifende Projekt mitbetreut hat. Ziel ist es, zirkuläre, ressourcenschonende und postfossile Bauweisen erfahrbar zu machen und damit einen sichtbaren Beitrag zur Bauwende und zu einer zukunftsorientierten, regionalen Baukultur zu leisten.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Sabrina Wirtz, Dipl.-Ing. Architektin BDA +++ sabrina.wirtz@hs-kl.de


    Bilder

    GOLDEN HOUSE
    GOLDEN HOUSE

    Copyright: HSKL


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Bauwesen / Architektur, Kunst / Design, Umwelt / Ökologie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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