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Wissenschaft
Infrastrukturen sind allgegenwärtig und doch bleiben sie im Alltag häufig unsichtbar. Sie fallen auf, wenn sie ausfallen, wenn z. B. der Strom wegbleibt, die Schule schließt, das Bahnnetz oder das Internet zusammenbricht. In Zeiten des Funktionierens hingegen sind sie das Selbstverständlichste der Welt: die unsichtbare Voraussetzung des gesellschaftlichen Alltags, das Rückgrat, auf dem Wirtschaft, Wohlstand und Zusammenleben ruhen. Gerade in dieser Unsichtbarkeit liegt eine politisch-planerische und wissenschaftliche Herausforderung: Infrastrukturen werden unterschätzt – in ihrer Fragilität, in ihrer Gestaltungsmacht, in ihrer Zukunftsbedeutung.
Das vorliegende Themenheft nimmt einige infrastrukturbezogene Herausforderungen in den Blick. Es versammelt Beiträge, die Infrastrukturen in ihrer Breite denken – nicht nur als technische Systeme, sondern als gesellschaftliche Verhältnisse, die den Raum strukturieren. Als Ausdruck politisch-planerischer Entscheidungen, als Bedingung sozialer Teilhabe und als Hebel der notwendigen sozial-ökologischen Transformation.
Timothy Moss richtet den Blick auf Berliner Infrastrukturgeschichte(n) und zeigt, wie sich Geschichte als Orientierungshilfe für gegenwärtige Herausforderungen und heutige Transformationsanforderungen nutzen lässt.
Cordula Kropp plädiert für einen Paradigmenwandel in der Infrastrukturpolitik und rückt Infrastrukturen als Hebel der sozial-ökologischen Transformation in den Fokus.
Angela Million und Janet Merkel illustrieren das Potenzial der Mehrfachnutzung von Infrastrukturen und zeigen, dass räumliche Planung und Gestaltung nicht nur die Verteilung von Infrastrukturen beeinflusst, sondern auch, ob, wie und von wem diese zeitlich genutzt werden können.
Karsten Zimmermann und Lena Unger blicken auf Rechenzentren als den materiellen Kern digitaler Infrastruktur und skizzieren erste international vergleichende Betrachtungen der Governance von Rechenzentren in sechs Staaten.
Angesichts der weltweit stark veränderten Sicherheitslagen befassen sich Axel Priebs und Andreas Klee mit Fragen der Verteidigung und dem Bevölkerungsschutz. Resiliente Infrastrukturen sind dabei kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit des Staates in Krisenzeiten.
Elke Dahlbeck und Stefan Gärtner fragen, wie Infrastrukturinvestitionen angesichts wachsender kommunaler Verschuldung gesichert werden können. Das ist besonders bedeutsam, da sich gerade auf kommunaler Ebene die Lebensqualität und die Sicherung von Teilhabe entscheiden.
Jana Liebe und Christoph Frenkel stellen am Beispiel der Thüringer Industrie dar, wie die Dekarbonisierung der Energieversorgung gelingen kann. Sie bündeln Erkenntnisse aus sieben Jahren angewandter Energieforschung.
Dr. Tanja Ernst
Wissenschaftskommunikation der ARL
tanja.ernst@arl-net.de
https://www.arl-net.de/de/shop/nachrichten
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Informationstechnik, Politik, Wirtschaft
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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