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15.10.2026 16:26

HCU erprobt Service Learning in der Stadtplanung: Studierende arbeiten an realen Aufgaben für Hamburger Organisationen

Christian Schmidt Kommunikation
HafenCity Universität Hamburg

    Wie lassen sich Studium, gesellschaftliche Verantwortung und konkrete Stadtentwicklung miteinander verbinden? In der erstmals angebotenen Lehrveranstaltung „Stadt- und Raumpolitik (Service Learning)“ bearbeiteten Studierende der HafenCity Universität Hamburg im Sommersemester 2026 reale stadtplanerische Fragestellungen für zivilgesellschaftliche Organisationen. Dabei ging es von Barrierefreiheit über Erinnerungskultur bis hin zu Stadtteilzentren.

    Gefördert wurde die Entwicklung und erste Durchführung des Formats von der Claussen-Simon-Stiftung in der Förderlinie innovativer Lehrkonzepte.

    Das innovative Lehrformat verband fachliches Lernen mit gesellschaftlichem Engagement: Studierende bearbeiteten reale stadtplanerische Fragestellungen von zivilgesellschaftlichen Organisationen und wendeten ihr Wissen in konkreten Praxiszusammenhängen an.

    Studierende arbeiten an realen Fragestellungen und begegnen realen Herausforderungen

    Ziel des Kurses ist es, Studierenden die Möglichkeit zu geben, im Rahmen ihres Studiums gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und zugleich zentrale Herausforderungen planerischer Praxis kennenzulernen. Dazu gehört auch das Verständnis dafür, warum Stadtplanung häufig ein langwieriger Aushandlungsprozess ist, welche Hürden und gegenläufigen Interessen auftreten können und wie Interessenvertretung in Organisationen funktioniert.

    Im Kurs arbeiteten die Studierenden unter anderem zu Fragen von Barrierefreiheit, Fußverkehr, Erinnerungskultur, Stadtteilentwicklung und Teilhabe. Zu den Aufgaben gehörten beispielsweise die Untersuchung der Bedürfnisse verschiedener Nutzungsgruppen in der Langen Reihe sowie die Erarbeitung von Potenzialen zur Verbesserung von Teilhabe für das Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg. Weitere Projekte befassten sich mit der Verankerung von Denkmälern im Quartier (Stadthaus & Hannoverscher Bahnhof, Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen), den Bedarfen von Nutzer:innen und Zielgruppen von Stadtteilzentren (Bürgerhaus in Meiendorf, Freizeitzentrum Schnelsen) sowie mit der Entwicklung eines Fußverkehrskonzepts für Eißendorf (fuss e. V.).

    Die Studierenden lernten dabei nicht nur die fachliche Arbeit der beteiligten Organisationen kennen, sondern erhielten auch Einblicke in Formen demokratischer Teilhabe – etwa durch die Teilnahme an Gremiensitzungen, Gespräche mit Akteurinnen vor Ort oder eigene Erhebungen, beispielsweise in Fußgängerzonen. Die Arbeit fand sowohl selbstorganisiert als auch im direkten Austausch mit den Kooperationspartner:innen statt.

    Studierende und beteiligte Organisationen profitieren

    Auch die beteiligten Organisationen profitieren von dem Format: Sie erhalten zeitlich und inhaltlich klar umrissene fachliche Zuarbeit, die sie für ihre eigene Arbeit nutzen und weiterentwickeln können. Die HCU übernimmt dabei die Rolle, Aufgabenstellungen gemeinsam mit den Partner:innen vorzubereiten, zwischen Studierenden und Organisationen zu vermitteln und die Arbeit fachlich in den Kontext stadtplanerischer Praxis einzuordnen.

    Die erste Sitzung fand am 7. April 2026 statt, der Kursabschluss war bereits am 10. Juli 2026. Einzelne Projekte wurden im Anschluss weitergeführt. Bereits 2025 hatte die konzeptionelle Vorbereitung des Formats begonnen.

    Zu den Kooperationspartner:innen gehörten unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V., das Freizeitzentrum Schnelsen e. V., FUSS e. V., das Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg, das Kulturzentrum BiM/Bürgerhaus in Meiendorf e. V., die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen, die Evangelische Stiftung Alsterforf, UrbView sowie der Verkehrsclub Deutschland e. V.

    Für kommende Semester ist geplant, das Format weiterzuentwickeln. So soll Service Learning langfristig dazu beitragen, fachliche Ausbildung, gesellschaftliche Verantwortung und praxisnahe Stadtentwicklung an der HCU enger miteinander zu verbinden. Im Wintersemester 2026/27 bietet die Lehrveranstaltung „Stadtplanung in der zivilgesellschaftlichen Praxis“ wieder Studierenden ab dem 5. Bachelorsemester Stadtplanung die Möglichkeit, ihr Wissen direkt in gemeinwohlorientierten Organisationen einzubringen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Claus Beck
    claus.beck@hcu-hamburg.de

    Prof. Dr. Jörg Knieling
    joerg.knieling@hcu-hamburg.de


    Bilder

    Julian Lindner arbeitete mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf an 3D-Modellen um Rundgänge für Menschen mit Sehbeeinträchtigung zu vereinfachen
    Julian Lindner arbeitete mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf an 3D-Modellen um Rundgänge für M ...
    Quelle: Julian Lindner
    Copyright: Julian Lindner

    Petra Pestova untersuchte mit dem Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg die Lange Reihe auf Potenziale zur Verbesserung der Teilhabe.
    Petra Pestova untersuchte mit dem Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg die Lange Reihe au ...
    Quelle: Petra Pestova
    Copyright: Petra Pestova


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Verkehr / Transport
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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