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Neuer VDI/IW-Ingenieurmonitor wird am 28.10.2026 beim VDI nachrichten Recruiting Tag in Hamburg vorgestellt
Der Ingenieur- und Informatikarbeitsmarkt befindet sich im Umbruch: Die Zahl der offenen Stellen stieg im dritten Quartal 2026 erstmals wieder, und zwar um 5,9 Prozent auf 105.340. Gleichzeitig erreichte die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen in den Ingenieur- und Informatikberufen mit 65.427 den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011. Trotz dieser gemischten Signale ist mittelfristig steigender Bedarf an Ingenieurinnen und Ingenieuren zu erwarten. Das sind zentrale Ergebnisse des neuen Ingenieurmonitors von VDI und Institut der deutschen Wirtschaft (IW).
Der VDI stellt die Zahlen am 28.10.2026 beim VDI nachrichten Recruiting Tag in Hamburg vor. Medienschaffende sowie Interessierte aus Hamburg und dem Umland sind herzlich eingeladen, die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung über www.vdi.de/ingenieurarbeitsmarkt.
Für die Region ist der Termin besonders relevant: Die Region Nord verzeichnet mit 22,4 Prozent den stärksten Zuwachs bei den offenen Stellen und zugleich wachsende Engpässe.
Offene Stellen: erste Erholung nach drei Jahren Rückgang
Getragen wird der Zuwachs von den Informatikberufen (+10,3 Prozent) und den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung (+7,5 Prozent) – zusammen bilden sie die größten Segmente des Arbeitsmarkts in den Ingenieur- und Informatikberufen. Die meisten offenen Stellen entfallen auf die Bauingenieurberufe (36.310). Regional bleibt Bayern mit 18.600 offenen Stellen Spitzenreiter, knapp vor Nordrhein-Westfalen (18.320).
„Die steigende Zahl offener Stellen ist ein erstes positives Signal für den Ingenieur- und Informatikarbeitsmarkt, auch wenn von einer echten Trendwende noch keine Rede sein kann. Während in einigen Industriebereichen Arbeitsplätze unter Druck geraten, entstehen in anderen neuen Chancen. Entscheidend ist jetzt, dass wir Ideen schneller in die Anwendung bringen und Ingenieurinnen und Ingenieure für neue Aufgaben qualifizieren. Denn ihre Kompetenzen werden wir auch in Zukunft dringend brauchen ", sagt VDI-Direktor Adrian Willig.
Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau
Die Zahl der Arbeitslosen stieg um 13,7 Prozent von 57.519 auf 65.427. Am stärksten fällt der Anstieg in den Ingenieurberufen Technische Forschung und Produktionssteuerung (+19,3 Prozent) und in den Informatikberufen (+18,0 Prozent) aus. Moderat entwickeln sich die Bauingenieurberufe mit einem Plus von 3,0 Prozent – diese Branche profitiert u.a. von öffentlichen Investitionen. Regional legt die Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg (+20,6 Prozent) und Bayern (+16,8 Prozent) am deutlichsten zu. Der Anstieg verlangsamt sich immerhin. Von Januar bis September 2026 nahm die Arbeitslosigkeit um 2,3 Prozent zu, im Vorjahreszeitraum waren es noch 10,8 Prozent.
„Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt von der Transformation geprägt. Steigende Arbeitslosigkeit trifft auf Fachkräfteengpässe. Auch wenn mittelfristig die Bedarfe durch den demografischen Wandel steigen, ist der Übergang von Umbrüchen geprägt", erklärt Maximilian Stindt, Arbeitsmarktexperte beim VDI.
Engpässe schrumpfen, verschwinden aber nicht – Bedarf bleibt
Die Engpasskennziffer sinkt vom Vorjahreswert 173 auf 161 offene Stellen je 100 Arbeitslose und liegt damit weiterhin deutlich über der Mangelschwelle von 100. Am größten sind die Engpässe in den Bauingenieurberufen (318) und in der Energie- und Elektrotechnik (238).
Mittelfristig bleibt der Bedarf hoch: In den kommenden zehn Jahren scheiden rund 315.000 Ingenieur- und IT-Fachkräfte altersbedingt aus dem Erwerbsleben aus, zudem verändert der technologische Wandel die Anforderungen an Ingenieurberufe rasant. Der VDI setzt deshalb auf Re-Skilling sowie auf die Potenziale von Frauen und internationalen Fachkräften – unter anderem mit dem Netzwerk VDI Frauen im Ingenieurberuf, dem Mentoring-Programm VDI-WoMentorING und dem Programm VDI-Xpand.
Die Zahlen im Überblick (Q3 2026, Veränderung gegenüber Q3 2025)
Offene Stellen: 105.340 (+5,9 Prozent), davon 79.620 in Ingenieurberufen und 25.720 in Informatikberufen
Meiste offene Stellen: Bauingenieurberufe 36.310, Informatikberufe 25.720, Energie- und Elektrotechnik 14.670
Rückgänge bei offenen Stellen: sonstige Ingenieurberufe -17,5 Prozent, Kunststoffherstellung und chemische Industrie -12,4 Prozent
Offene Stellen nach Region: Bayern 18.600, Nordrhein-Westfalen 18.320, Baden-Württemberg 14.030; stärkste Zuwächse in der Region Nord (+22,4 Prozent), Sachsen (+14,1 Prozent) und Berlin/Brandenburg (+12,5 Prozent)
Arbeitslosigkeit: 65.427 Personen (+13,7 Prozent), höchster Wert seit Erhebungsbeginn 2011; höchste absolute Zahl in Nordrhein-Westfalen mit 12.895 Personen
Engpasskennziffer: 161 offene Stellen je 100 Arbeitslose (Vorjahr: 173); Bauingenieurberufe 318, Energie- und Elektrotechnik 238, Maschinen- und Fahrzeugtechnik 174, Informatikberufe 117
Engpässe nach Region: höchste Werte in Sachsen-Anhalt/Thüringen (249), Sachsen (219) und der Region Nord (205); Zunahme in der Region Nord (+10,3 Prozent), Berlin/Brandenburg (+5,2 Prozent) und Sachsen (+3,8 Prozent), Rückgänge in Bayern (-16,1 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (-12,3 Prozent)
Beschäftigung langfristig: 1.540.170 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Ende 2025, plus 59,0 Prozent seit Ende 2012; Informatikberufe +155,8 Prozent, Bauingenieurberufe +56,8 Prozent
Höchste Beschäftigungsanteile in Ingenieurberufen: Wolfsburg 15,7 Prozent, Ingolstadt 8,5 Prozent, Stuttgart 6,4 Prozent
Hintergrund: Re-Skilling und Fachkräftepotenziale
Eine Studie im Rahmen der VDI-Initiative „Zukunft Deutschland 2050" zeigt, dass knapp zwei Drittel der Befragten einen hohen oder sehr hohen Re-Skilling-Bedarf in ihrer Branche sehen. Die VDI/IW-Metastudie „Ingenieurinnen in Deutschland" beziffert das Wertschöpfungspotenzial von mehr Frauen in MINT- sowie Ingenieur- und Informatikberufen bis 2035 auf 7,0 Milliarden Euro. Ergänzend dazu hat der VDI 1.274 Frauen aus MINT-Berufen zu Geschlechterstereotypen, Karriereperspektiven und Weiterbildungsangeboten in einer weiteren Studie befragt und daraus Handlungsempfehlungen zur Frauenförderung und Stärkung der Innovationskraft des Standorts Deutschland abgeleitet
Über den Ingenieurmonitor
Der Ingenieurmonitor wird zweimal pro Jahr gemeinsam vom VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. und dem Institut der deutschen Wirtschaft e.V. herausgegeben. Die Publikation gibt einen Überblick über den Stand und die Entwicklung des Arbeitsmarkts in den Ingenieur- und Informatikberufen auf Basis von Sonderauswertungen der Bundesagentur für Arbeit.
Maximilian Stindt
Referent Beruf und Arbeitsmarkt
Telefon: +49 211 6214-653
E-Mail: maximilian.stindt@vdi.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Wirtschaft
überregional
Pressetermine, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch
erstellt mit KI-UnterstützungKI-Unterstützung bei Recherche und Zusammenfassung der Zahlen

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