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Nutzen Kommunen europäische E-Mail-Provider? Und wie schützen sie sich vor Angreifern im Netz? Um das herauszufinden, analysierte die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (Ohm) gemeinsam mit Forschenden der Universität Fribourg und der Hochschule Luzern aus der Schweiz sowie der Technischen Hochschule Ingolstadt über 15.000 E-Mail-Server von Kommunen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Für ihre Analyse verwendeten die Forschenden ausschließlich öffentlich zugängliche Daten aus dem Domain Name System (DNS). Dadurch konnten sie die Tests durchführen, ohne in die untersuchten Systeme einzugreifen.
Ihrer Studie zufolge nutzen lediglich 7,2 Prozent der Kommunen in Deutschland für ihre E-Mail-Kommunikation US-Provider. Damit sind deutsche Kommunen beim Thema digitale Souveränität bereits gut aufgestellt. Auch die Stadt Nürnberg setzt auf einen europäischen E-Mail-Dienst. Anders sieht es in Österreich und der Schweiz aus. Hier liegt der Anteil bei 67 Prozent und 53,3 Prozent.
Die Wahl des Anbieters spiele vor allem mit Blick auf den Schutz sensibler Daten eine wichtige Rolle, erklärt Prof. Dr. Ronald Petrlic von der Fakultät Informatik der Ohm. Kommunale E-Mails enthalten häufig personenbezogene Informationen und weitere schützenswerte Inhalte. Werden diese über US-Anbieter verarbeitet, können sie unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen in den Zugriffsbereich US-amerikanischer Behörden fallen. Der CLOUD Act ermögliche es US-Strafverfolgungsbehörden, elektronische Daten von US-Unternehmen anzufordern – auch wenn diese auf Servern außerhalb der USA gespeichert sind. „Digitale Souveränität bedeutet deshalb, sich damit auseinanderzusetzen, bei welchen Anbietern kommunale Daten verarbeitet werden“, betont Petrlic.
Auch innerhalb Deutschlands gibt es hinsichtlich der digitalen Souveränität regionale Unterschiede. In Bayern liegt der Anteil an Kommunen, die ihre E-Mails über US-Provider versenden, mit 18,7 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Petrlic führt das vor allem auf die Nähe zum Microsoft-Sitz in München zurück. Das habe auch Vorteile: „In der Studie haben wir herausgefunden, dass die Kommunen, die Microsoft nutzen, eher etablierte Sicherheitslösungen, beispielsweise gegen ‚Spoofing‘, umgesetzt haben.“ Spoofing bezeichnet eine Betrugsmasche, bei der Angreifer E-Mails versenden, die scheinbar von einer offiziellen kommunalen E-Mail-Adresse stammen.
Denn neben der digitalen Souveränität legte das Forschungsteam sein Augenmerk bei der Studie auf einen weiteren Aspekt: die Cybersicherheit in Kommunen. Sie versuchten herauszufinden, wie einfach es ist, E-Mails zu verfälschen und im Namen der Kommunen zu versenden. Die Ergebnisse zeigen, dass dies bei vielen Verwaltungen möglich ist. Eine wesentliche Ursache hierfür ist, dass etablierte Sicherheitsstandards wie SPF, DKIM und DMARC nicht oder nicht korrekt eingesetzt werden.
„Für Kommunen ist es wichtig, sich einen Überblick zu verschaffen, welche Dienste E-Mails im Namen der Kommunen versenden“, rät Petrlic. Dafür gäbe es Monitoring-Tools, die regelmäßig über die jeweiligen Dienste und IP-Adressen informieren. So lassen sich Angreifer und Missbrauchsquellen frühzeitig erkennen. Unterstützung erhalten die Kommunen auch beim Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) Bayern, das bayerische Kommunen zum Thema Cybersicherheit berät. Auch das Forschungsteam der Ohm steht in regelmäßigem Austausch mit dem LSI Bayern und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Als Ergebnis der Studie sind zwei interaktive Karten entstanden. Interessierte können darauf einsehen, wie die einzelnen Kommunen im DACH-Raum zum Thema Digitale Souveränität und Cybersicherheit aufgestellt sind: https://secassure2026.mxmap-project.org/
https://www.th-nuernberg.de/person/petrlic-ronald/
https://www.th-nuernberg.de/pressemitteilung/6516-sicherheits-check-forschungste...
Prof. Dr. Ronald Petrlic bei einem Vortrag auf dem IEEE Symposium on Privacy Expectations in New Yor ...
Quelle: Lydia Lee
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Informationstechnik
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
Deutsch

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