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Wissenschaft
Weniger Fleisch, dafür mehr Vielfalt auf dem Teller: Für eine gesunde und umweltverträgliche Ernährung braucht es nicht nur Veränderungen beim Essen, sondern auch Lust auf Neues. Wie die Ernährungswende gelingen kann, erklärt Dr. Florian Antony in der neuen Folge des Podcasts „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts.
Zum Podcast „Wie kommt die Nachhaltigkeit auf den Teller?“ des Öko-Instituts (https://www.oeko.de/podcast/wie-kommt-die-nachhaltigkeit-auf-den-teller/)
Gesund essen innerhalb planetarer Grenzen
Mehr Linsen und Bohnen, häufiger Nüsse und weniger Fleisch: Wie eine gesunde und nachhaltige Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung aussehen kann, zeigt die Planetary Health Diet. In Deutschland werden insbesondere Fleisch und andere tierische Produkte in deutlich größeren Mengen konsumiert, als es das Konzept empfiehlt. Diese Ernährung verursacht erhebliche Treibhausgasemissionen. Zudem trägt die Lebensmittelproduktion zum Artenverlust bei und belastet durch den Einsatz von Düngemitteln Böden und Gewässer. Um innerhalb der planetaren Grenzen zu bleiben, müssen wir grundlegend verändern, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren. Auf pflanzliche Lebensmittel umzusteigen, ist deshalb ein zentraler Hebel für eine umweltverträgliche Ernährung.
„Klimafreundliche Ernährung bedeutet nicht, dass wir auf Genuss verzichten müssen. Im Gegenteil: Es gibt eine große Vielfalt pflanzlicher Lebensmittel, die unseren Speiseplan bereichern können. Ein wichtiger Tipp ist deshalb: Folge der Neugier, probiere neue Produkte und Rezepte aus“, sagt Dr. Florian Antony, stellvertretender Leiter des Bereichs Produkte & Stoffströme.
Nachhaltige Entscheidungen einfacher machen
Wie wir essen, ist stark von Gewohnheiten, kulturellen Prägungen und persönlichen Vorlieben bestimmt. Gleichzeitig beeinflussen das Angebot im Supermarkt, Lebensmittelpreise und Werbung unsere Kaufentscheidungen. Damit sich Ernährungsgewohnheiten verändern, reicht es daher nicht aus, allein an die Verantwortung der Verbraucher*innen zu appellieren.
„Nachhaltige Entscheidungen müssen die einfache Wahl werden. Wenn pflanzliche Angebote bezahlbar und selbstverständlich verfügbar sind, wird es leichter, neue Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln“, erklärt Dr. Florian Antony im Podcast. Supermärkte können durch ein größeres pflanzliches Sortiment, attraktive Preise und gezielte Rabattaktionen umweltfreundliche Entscheidungen erleichtern. Auch Kantinen in Schulen, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen können die Ernährung verändern, indem sie Rezepte und Menüplane umstellen und zum Beispiel Bolognese mit Linsen statt mit Fleisch anbieten.
Politik kann die Ernährungswende unterstützen
Die nationale Ernährungsstrategie bietet wichtige Ansatzpunkte wie den Umbau der Gemeinschaftsverpflegung und eine verlässliche Nährwertkennzeichnung, um eine gesunde und umweltverträgliche Ernährung zu fördern. Im Podcast spricht sich Antony dafür aus, die Wirksamkeit der Strategie zu monitoren, also regelmäßig zu überprüfen, ob die Maßnahmen wirken und sich die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland tatsächlich verändern.
Zudem spielt die Preisgestaltung von Lebensmitteln eine wichtige Rolle. Denn die Folgekosten, die bei der Lebensmittelproduktion für Umwelt und Gesundheit entstehen, fließen derzeit nicht oder nur sehr bedingt in die Preise ein. Besonders umweltbelastende Produkte könnten mit den einberechneten Folgekosten deutlich teurer werden, erläutert Antony. Umweltfreundlichere Alternativen würden dadurch für Käufer*innen auch preislich attraktiver.
Wissen statt Alltagsberatung
Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut, und Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin. Rund eine Stunde lang sprechen sie mit einem Experten beziehungsweise einer Expertin aus dem Öko-Institut über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“. Die Spezial-Folgen greifen tagesaktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf.
Alle Staffeln und Episoden des Podcasts auf https://www.oeko.de/podcast/
Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei Apple Podcasts sowie bei Spotify.
Das Öko-Institut ist seit seiner Gründung seit fast 50 Jahren eine der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungseinrichtungen für eine nachhaltige Zukunft. Es erarbeitet Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.
Dr. Florian Antony
Stellvertretender Leiter im Institutsbereich
Produkte & Stoffströme
Öko-Institut e.V., Büro Freiburg
Telefon: +49 761 45295-260
E-Mail: f.antony@oeko.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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