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Die Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Prof. Dr. Julia Gebrande von der Hochschule Esslingen, überreicht ersten Bericht sowie Handlungsempfehlungen an die Bundespolitik.
Prof. Dr. Julia Gebrande, Professorin an der Fakultät Soziale Arbeit, Bildung und Pflege der Hochschule Esslingen und seit 2024 Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, hat kürzlich ihren ersten Politischen Bericht an Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung übergeben. Gemeinsam mit der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, und dem Betroffenenrat, vertreten durch Angela Marquardt, überreichte sie den Bericht an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Anschließend stellten die Beteiligten die zentralen Inhalte im Rahmen der Bundespressekonferenz vor.
3.000 Betroffene kommen zu Wort
In ihrem Bericht informiert die Kommission über die Bedeutung der Aufarbeitung und stellt die Ergebnisse vertraulicher Anhörungen sowie schriftlicher Berichte von über 3.000 Betroffenen vor. Der Bericht stellt vier zentrale Tatkontexte in den Mittelpunkt: Familie, Heimerziehung, Religionsgemeinschaften und Schule. Darüber hinaus enthält er konkrete Handlungsempfehlungen, um Betroffene besser zu unterstützen und Kinder und Jugendliche wirksamer vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Unter anderem fordert die Kommission ein Akteneinsichtsrecht und eine materielle Entschädigung für Betroffene sowie die Verpflichtung von Institutionen zur Aufarbeitung.
„Auch wenn sexueller Kindesmissbrauch heute kein Tabuthema mehr ist und Betroffene gehört werden, braucht es dringend mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung – finanziell und politisch", betonte Prof. Dr. Julia Gebrande anlässlich der Vorstellung des Berichts. Im Gespräch mit der Bundestagspräsidentin unterstrich die Kommissionsvorsitzende: „Wer Verantwortung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen trägt, muss auch Verantwortung für die Aufarbeitung von vergangenem Versagen und Unrecht übernehmen."
Öffentliches Bewusstsein schärfen
Mit ihrem Bericht ruft die Aufarbeitungskommission Politik und Gesellschaft dazu auf, Gedenkformate und Gedenkorte zu schaffen, um die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Zeitgleich mit dem Bericht der Aufarbeitungskommission hat die Unabhängige Bundesbeauftragte, Kerstin Claus, ihren ersten Bericht vorgelegt.
„Es ist nun an der Politik, Verantwortung zu übernehmen und den Handlungsempfehlungen der Aufarbeitungskommission nachzukommen“, so Prof. Christof Wolfmaier, Rektor der Hochschule Esslingen. „Mit dem Bericht der Kommissionsvorsitzenden Prof. Dr. Julia Gebrande leistet die Hochschule Esslingen einen wichtigen Beitrag zur betroffenensensiblen Forschung und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen sowie zur Mitgestaltung der Gesellschaft.“
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Ansprechpartnerin für die Medien: Christiane Rathmann, Hochschule Esslingen, Pressesprecherin,
Telefon: 0711/397-3008, Mobil: 0172 760 11 89, E-Mail: christiane.rathmann@hs-esslingen.de
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (r) und Prof. Dr. Julia Gebrande, Vorsitzende der Unabhängigen ...
Quelle: Xander Heinl
Copyright: Deutscher Bundestag/ Xander Heinl
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Gesellschaft, Politik, Psychologie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

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