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02.11.2026 10:42

Leibniz-WissenschaftsCampus und DIMAS der Universität Regensburg vergeben Area Studies-Preise

twa. Präsidialabteilung, Bereich Kommunikation & Marketing
Universität Regensburg

    Der Leibniz-WissenschaftsCampus “Europa und Amerika in der Modernen Welt” und das Department für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies (DIMAS) der Universität Regensburg (UR) freuen sich, die Preisträgerinnen des zum sechsten Mal vergebenen Regensburger Area Studies Prize für herausragende Abschlussarbeiten bekannt zu geben: Der erste Preis geht an Lena Marie Lange, Absolventin des Studiengangs Interkulturelle Europastudien. Zwei zweite Preise erhalten Lara Berge (Ost-West-Studien) und Claudia Hempel (Master Geschichte). Bewerbungen für die aktuelle siebte Ausschreibung sind bis 31. Dezember 2026 möglich.

    Die Preisträgerinnen des zum sechsten Mal vergebenen Area Studies-Preises werden am 19. November 2026 im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung des Leibniz-WissenschaftsCampus (LWC) ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich an Studierende der Universität Regensburg verliehen, die kürzlich einen M.A.-, L.LM. - oder Staatsprüfungsabschluss erworben und eine Abschlussarbeit verfasst haben, die sich mit Themen befasst, die für das breitere Feld der Regionalstudien relevant sind.

    Für die aktuelle siebte Ausschreibung freut sich der LWC über Bewerbungen von Studierenden (oder Nominierungen durch ihre Betreuungspersonen), die im Jahr 2025 oder 2026 eine Masterarbeit oder eine gleichwertige Abschlussarbeit an der Universität Regensburg eingereicht haben.

    Lateinamerikas Hausangestellte und ihr Leben in Madrid

    Der erste Preis der sechsten Ausschreibung in Höhe von 400 Euro ging an Lena Marie Lange, Absolventin des Studiengangs „Interkulturelle Europastudien“, für ihre im Jahr 2025 eingereichte Masterarbeit mit dem Titel: "Collective Care among Latin American domestic workers in Madrid". Den Studiengang absolvierte sie mit Doppelabschluss der UR und der Universität Complutense Madrid.

    Ausgehend von einer feministischen Ethik der Fürsorge untersucht ihre Masterarbeit, wie lateinamerikanische Hausangestellte in Madrid untereinander affektive Netzwerke und Systeme der gegenseitigen Unterstützung aufbauen und aufrechterhalten. Damit nähert sich die Arbeit dem Sektor der Hausarbeit in Spanien aus einem Blickwinkel, der in der wissenschaftlichen Literatur bislang kaum beleuchtet wurde: Anstatt sich auf die Rolle der Hausangestellten als Betreuende anderer zu konzentrieren, steht im Mittelpunkt, wie sie sich gegenseitig unterstützen.

    In diesem Sinne widmet die Untersuchung den alltäglichen Praktiken der gegenseitigen Unterstützung besondere Aufmerksamkeit, die in Kontexten entstehen, die von Prekarität, Erschöpfung und mangelnder institutioneller Anerkennung geprägt sind. Langes Arbeit betreuten Professorin Dr. Anne Brüske (UR, DIMAS) und Professor Dr. Hubert Pöppel (UR, Romanistik).

    Polnische Pflegekräfte in Deutschland

    Die beiden mit jeweils 200 Euro dotierten zweiten Preise gingen an Lara Berge und Claudia Hempel.

    Claudia Hempel, Absolventin des Studiengangs Ost-West-Studien, setzte sich in ihrer Abschlussarbeit wie Lange mit dem Thema Pflegekräfte auseinander. Ihre Masterarbeit mit dem Titel „Überlagernde Diskriminierungen?! Die Auswirkungen von intersektionalen Stereotypen auf die Lebens- und Arbeitsrealitäten von Opiekunki, polnischen Betreuungskräften in der ‚24h-Pflege‘ in Deutschland“ ein, betreuten Professor Dr. Ger Duijzings (UR, Geschichte) und Professorin Dr. Sabine Koller (UR, Jüdisch-Slavische Studien).

    In ihrer Masterarbeit untersucht Claudia Hempel die Lebens- und Arbeitsrealitäten von „Opiekunki“ anhand qualitativer Interviews mit polnischen Pflegekräften in der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ und analysiert, wie historisch gewachsene Stereotypen, politische Rahmenbedingungen und strukturelle Marktmechanismen diese Bedingungen prägen. Die Studie befasst sich mit den politischen Rahmenbedingungen in Bezug auf Migration, Pflege und Geschlecht, historischen Migrationsrouten und der kulturellen Konstruktion weiblicher Pflegearbeit, der Rolle von Vermittlungsagenturen sowie schließlich den individuellen Erfahrungen der befragten Frauen.

    Koloniale Sozialpraktiken in Deutsch-Südwestafrika

    Im Rahmen ihres 2025 abgeschlossenen Masterstudiums in Geschichte führte Lara Berge eine Studie zum Thema "Imperial Encounters: Zur Rolle kolonialer Körper- und Geschlechterbilder bei der Etablierung kolonialer Sozialpraktiken am Beispiel autobiographischer Reisebeschreibungen deutscher Siedlerinnen in Deutsch-Südwestafrika um 1990“, die von Professorin Dr. Natali Stegmann und Professorin Dr. Anne Brüske betreut wurde.

    In ihrer Dissertation untersucht Berge die deutsche Kolonialzeit aus einer geschlechts- und körpergeschichtlichen Perspektive anhand der Analyse des kolonialen Diskurses in vier autobiografischen Reiseberichten deutscher Siedlerinnen in Deutsch-Südwestafrika um 1900, wobei sie sich auf Ansätze aus der Reiseforschung, den postkolonialen Studien und der Intersektionalität stützt.

    Berges Studie zeigt auf, wie die Konstruktion kolonialer Körper- und Geschlechterbilder sowohl von bürgerlichen Werten als auch von tatsächlicher sozialer und räumlicher Segregation geprägt war und dadurch die „schwarze Andersartigkeit“ mitgestaltete, während gleichzeitig koloniale Machtstrukturen gefestigt wurden. Ihre Studie entschlüsselt europäische koloniale Darstellungen und macht gleichzeitig die Handlungsfähigkeit der kolonialisierten Bevölkerung sichtbar.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    <paul.vickers@ur.de > Dr. Paul Vickers, Geschäftsführer Leibniz-WissenschaftsCampus


    Weitere Informationen:

    https://www.europeamerica.de/research-modules/area-studies-masters-prize.html Mehr über den Area Studies Prize erfahren Sie auf den Seiten des Leibniz-WissenschaftsCampus
    https://www.uni-regensburg.de/en/research/research-profile/dynamics-in-the-globa... UR Research - Dynamics in the Global World


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Recht
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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