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16.02.2005 17:21

Digitale Weltmodelle - Neue Anwendungsfelder für Alltag, Verkehr und Produktion

Ursula Zitzler Abteilung Hochschulkommunikation
Universität Stuttgart

    Sonderforschungsbereich Nexus lädt zum Industriekolloquium

    Ein Besucher der Fußball-WM in Stuttgart im Jahr 2006 hat mit Unterstützung seines Navigationssystems problemlos sein Hotel gefunden und möchte nun wissen, wie er mit der S-Bahn am schnellsten zum Stadion kommt. Kein Problem: das Display seines Mobiltelefons informiert ihn über den Weg und den Zeitbedarf bis zur nächstgelegenen Haltestelle, über den Preis und die Gehminuten bis zu seinem Platz im Stadion. Als er in die falsche Richtung gehen will, ruft ihn das System zurück und bringt ihn auf den richtigen Weg. Abgelenkt von der Vorfreude auf ein spannendes Spiel vergisst unser Besucher seine Tasche in der S-Bahn. Diese sendet binnen kurzem eine Nachricht an sein Mobiltelefon, dass sie sich jetzt auf der Weiterfahrt von Untertürkheim nach Plochingen befindet. Nach dem Spiel kann unser Gast seine Tasche im Fundbüro der Verkehrsbetriebe abholen... Solche kontextbezogenen Anwendungen existieren bereits heute in einfacher Form als Navigationssysteme oder als "Location Based Services". Auf der Grundlage digitaler Modelle unserer physischen Umgebung sind solche Anwendungen in der Lage, ihr Verhalten und die notwendigen Informationen dynamisch an die jeweilige Situation ihrer Benutzer anzupassen. Zukünftige kontextbezogene Systeme benötigen detaillierte hochdynamische Umgebungsmodelle. An Konzepten für die Entwicklung und Nutzung solcher Umgebungsmodelle arbeiten Wissenschaftler der Universität Stuttgart im Sonderforschungsbereich 627 Nexus "Umgebungsmodelle für mobile kontextbezogene Systeme".

    Wichtiger Schwerpunkt in Europa
    Der seit Anfang 2003 laufende Sonderforschungsbereich integriert neben der Informatik auch Forscherinnen und Forscher aus anderen Disziplinen wie der Photogrammetrie, Technikphilosophie, Elektrotechnik und Fertigungstechnik. Mit über 30 beteiligten Wissenschaftlern, davon sind 21 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert, und einem Fördervolumen von rund sechs Millionen Euro in der ersten Förderperiode von vier Jahren stellt dieser Sonderforschungsbereich einen wichtigen Schwerpunkt in den Zukunftstechnologien "Pervasive" und "Ubiquitous Computing" in Europa dar. Sprecher des Sonderforschungsbereichs ist Prof. Kurt Rothermel vom Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart.

    Vielzahl innovativer Anwendungen
    Am Freitag, den 4. März veranstaltet der Sonderforschungsbereich sein erstes Industriekolloquium, bei dem Wissenschaftler und Praktiker aus der Industrie diskutieren, für welche Anwendungsfelder und Einsatzgebiete solche Technologien nutzbar sind. Eine Vielzahl innovativer Anwendungen in Bereichen des Mobile und Ubiquitous Computing werden durch solche Umgebungsmodelle erst möglich. Über 100 Teilnehmer werden zu dem Kolloquium im Informatikgebäude auf dem Campus Vaihingen der Universität Stuttgart erwartet. Nach einem einleitenden Vortrag von Prof. Rothermel zum Thema "Umgebungsmodelle - Die Welt im Computer modelliert" wird Dr. Heiner Stüttgen von NEC kontextbezogene Anwendungen und die nächsten Schritte für mobile Dienste vorstellen. Neben Vorträgen aus dem Sonderforschungsbereich über die "Smart Factory", Herausforderungen und Ansätze für Kontextmodelle sowie die Visualisierung von Modelldaten auf mobilen Geräten tragen weitere Experten aus der Industrie vor. Darunter Dr. Stephan Rupp (Alcatel) über kontextbezogene Systeme in der Praxis, Dr. Uwe Kubach (SAP) über die "Realtime Enterprise" und Dr. Axel Hildebrand (DaimlerChrysler) über den Einsatz von Augmented Reality im Automobilumfeld. Abschließend (ab 16.30 Uhr) ermöglichen die Vorführung des Nexus Demonstrators und eine Postersession einen Überblick über die bisher erzielten Fortschritte.

    Zeit: 4.3., 10.00 Uhr bis etwa 16.30 Uhr
    0rt: Stuttgart-Vaihingen, Informatikgebäude, Universitätsstraße 38, Hörsaal 38.03

    Medienvertreter/innen sind dazu herzlich eingeladen. Prof. Rothermel (Tel. 0711/ 7816-434, e-mail: kurt.rothermel@informatik.uni-stuttgart.de) steht gerne auch im Vorfeld des Kolloquiums für Fragen oder ein Gespräch zur Verfügung.

    Weitere Informationen unter bei Christian Becker unter Tel. 0711/7816-357, e-mail: christian.becker@informatik.uni-stuttgart.de


    Weitere Informationen:

    http://www.nexus.uni-stuttgart.de/i-kolloq05/index.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Informationstechnik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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