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09.03.2006 13:44

RUB-Plasmaforscher realisieren einzigartiges Reaktorkonzept

Dr. Josef König Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Er ist eine Weltneuheit und "hausgemacht": Einen neuen Plasmareaktor haben Forscher des Centers for Plasma Science and Technology (CPST) der RUB am 9. März eingeweiht. Damit lassen sich Bakterien und Biomoleküle (etwa Prionen) dekontaminieren und somit zum Beispiel medizinische Instrumente oder Implantate sterilisieren. Im EU-Projekt BIODECON ist er einer von drei Reaktoren, mit denen die Wissenschaftler die Wechselwirkung von Plasmen mit biologischen Systemen untersuchen.

    Bochum, 09.03.2006
    Nr. 89

    Eine Weltneuheit für die Forschung
    Projekt BIODECON: Dekontamination von Bakterien
    RUB-Plasmaforschung: Neues Reaktorkonzept realisiert

    Er ist eine Weltneuheit und "hausgemacht": Einen neuen Plasmareaktor haben Forscher des Centers for Plasma Science and Technology (CPST) der Ruhr-Universität Bochum am 9. März eingeweiht. Damit lassen sich Bakterien und Biomoleküle (etwa Prionen) dekontaminieren und somit zum Beispiel medizinische Instrumente oder Implantate sterilisieren. Im EU-Projekt BIODECON ("Decontamination of biological systems using plasma discharges") ist er einer von drei Reaktoren, mit denen die Wissenschaftler die Wechselwirkung von Plasmen mit biologischen Systemen untersuchen. Das CPST koordiniert das Projekt BIODECON und arbeitet dabei mit Physikern, Biologen und Medizinern aus Partnereinrichtungen in Deutschland, Frankreich und Italien zusammen.

    Einzigartiges Konzept

    "Einen solchen Reaktor für Dekontamination und Sterilisation kann man nirgendwo kaufen", sagt Prof. Dr. Peter Awakowicz (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB). "Zwar besteht er aus herkömmlichen Komponenten, weltweit neu und einzigartig sind jedoch die Idee, das Konzept und die Realisierung."

    Das Ergebnis hauseigener Expertise

    Entstanden ist der Reaktor in enger Zusammenarbeit der Fakultät für Physik und Astronomie mit der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB: So wurden in den Werkstätten der Physik die mechanischen Komponenten gefertigt, die Elektro- und Informationstechniker trugen mit ihrer Erfahrung in der Entwicklung von Steuerungselektronik und Software dazu bei. "Da die Reaktoren in entsprechenden Sicherheitslaboren der Biologen eingesetzt werden, bestand die Herausforderung darin, ein robustes und fehlertolerantes Forschungsinstrument zu entwickeln, das sich von Ingenieuren wie auch von Biologen und Medizinern gleichermaßen einfach bedienen lässt", sagt Prof. Dr. Achim von Keudell (Arbeitsgruppe Reaktive Plasmen der RUB). "Diese hervorragende technische Infrastruktur ist eine der Stärken der Plasmaforschung an der RUB", so Prof. von Keudell.

    Plasmagestützte Dekontamination

    Zentrales Instrument im Projekt BIODECON sind drei identische Plasmareaktoren, die sowohl an der RUB als auch bei den Partnern aus der Biologie und Medizin zum Einsatz kommen - den ersten davon haben die Bochumer Forscher nun in Betrieb genommen. Während die Plasmaforscher des CPST sich mit der Charakterisierung von Plasmen beschäftigen, untersuchen Biologen und Mediziner die Wechselwirkung dieser Plasmen mit pathogenen biologischen Systemen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der plasmagestützten Dekontamination von Bakterien, Viren bzw. Biomolekülen wie Prionen (BSE-Erregern).

    Weitere Informationen

    Prof. Dr. Achim von Keudell, Arbeitsgruppe Reaktive Plasmen, Fakultät für Physik und Astronomie, Tel. 0234/32-23680, E-Mail: Achim.vonKeudell@rub.de
    Prof. Dr. Peter Awakowicz, Lehrstuhl für Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Tel. 0234/32-22487, E-Mail: Peter.Awakowicz@aept.rub.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Elektrotechnik, Energie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Mathematik, Medizin, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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