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15.09.2006 14:32

Internationale Leopoldina- und DFG-Tagung zur Stammzellforschung - 24. - 27.09.2006 in Dresden

Prof.Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

    Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina greift in ihrer Jahreskonferenz 2006 das hochaktuelle Thema der Stammzellforschung auf. Zugleich ist diese internationale Tagung, die vom 24. bis 27. September 2006 im Internationalen Congress Center in Dresden stattfindet, das Abschlusskolloquium des seit 2001 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Stammzell-Schwerpunktprogramms.

    Mit dem eintretenden demographischen Wandel einer älter werdenden Bevölkerung wächst der Bedarf an Geweben und Organen für Transplantationen. Hier könnten in der Zukunft regenerative Zellsysteme Abhilfe schaffen. Was wissen wir über die Biologie embryonaler und adulter Stammzellen und was dürfen wir zukünftig von der Stammzellforschung erwarten? Welche Erkenntnisse haben wir heute zu regenerativen Zelltherapien z.B. bei Erkrankungen des Nervensystems, bei Herzinfarkt oder Diabetes mellitus? Auf diese Fragen werden führende Stammzell-Wissenschaftler aus aller Welt auf der Tagung in Dresden antworten.
    Im Mittelpunkt der Konferenz stehen grundlegende Erkenntnisse zur Biologie von Stammzellen sowie zur Entwicklungsfähigkeit von embryonalen und adulten Stammzellen in die verschiedenen spezialisierten Zelltypen z.B. des Nervensystems, des Herzens, der Haut oder der Bauchspeicheldrüse. Aktuelle Fragen der Beziehung von Stammzellen und Tumorzellen sowie die Abhängigkeit der Stammzellfunktion von Alterungsprozessen werden in besonderen Gastvorträgen thematisiert. Dem Einsatz von Stammzellen im Tissue Engineering und in der Biotechnologie ist eine abschließende Sitzung gewidmet.
    Die Tagung ist zugleich das Abschlusskolloquium des DFG-Schwerpunktprogramms (SPP) 1109 "Embryonale und gewebespezifische Stammzellen - Regenerative Zellsysteme für einen Zell- und Gewebeersatz" und repräsentiert somit auch die Ergebnisse des über fünf bis sechs Jahre geförderten Forschungsprogramms. Eröffnet wird die Tagung am Sonntag, dem 24. September, 17.00 Uhr, vom Präsidenten der Leopoldina, Professor Dr. Volker ter Meulen.
    Als Höhepunkte der Tagung werden u. a. folgende Vorträge erwartet:
    o Rudolf Jaenisch (Boston, MA, USA) spricht im Eröffnungsvortrag über Perspektiven und Probleme des somatischen Kerntransfers und der embryonalen Stammzelltechnologie im Kontext regenerativer Zelltherapien,
    o Ronald McKay (Bethesda, MD, USA) berichtet über neue Stammzell-Therapien für die Regeneration von Zellen des Nervensystems
    o Arturo Alvarez-Buylla (San Francisco, USA) stellt neue Mechanismen der Regulation adulter neuraler Stammzellen vor,
    o Hans Schöler (Münster), Ihor Lemischka (Princeton, USA) und Stuart Orkin (Boston, MA, USA) berichten über aktuelle Ergebnisse ihrer Arbeiten zur Kontrolle der Pluripotenz, und
    o Bernat Soria (Alicante, Spanien) gibt einen Überblick zum derzeitigen Stand der Stammzelltherapie bei Diabetes mellitus.

    Über die Zukunft der Stammzellforschung unter wissenschaftlichen und ethischen Aspekten diskutieren bei einer Rundtischdiskussion am Dienstag, 26. September 2006, ab 20.00 Uhr unter Moderation von Klaus Tanner (Institut für Systematische Theologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg):
    o Henning M. Beier (Institut für Anatomie und Reproduktionsbiologie des Universitätsklinikums Aachen)
    o Christina Berndt (Süddeutsche Zeitung, München)
    o Wolfgang Holzgreve (Universitätsfrauenklinik des Universitätsspitals Basel)
    o Rudolf Jaenisch (Whitehead Institute for Biomedical Research, Boston, USA)
    o Hans Schöler (Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin, Münster)
    o Spiros Simitis (Forschungsstelle für Datenschutz der Universität Frankfurt/ Main).

    Unter der Federführung des Leopoldina-Mitglieds Anna M. Wobus aus dem Leibniz Institut Gatersleben haben Mitglieder der Leopoldina-Sektionen Genetik, Humangenetik und Molekulare Medizin, Neurowissenschaften und Kulturwissenschaften sowie die Initiatoren des Schwerpunktprogramms 1109 und Sprecher des Sonderforschungsbereichs (SFB) 655 diese internationale Tagung in Dresden vorbereitet. Erwartet werden etwa 400 Teilnehmer aus aller Welt (Konferenzsprache ist englisch). Unterstützt wird die Konferenz durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und auch ganz maßgeblich durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen.

    Tagungsort:
    Internationales Congress Center Dresden
    Ostra-Ufer 2
    01067 Dresden

    Tagungsgebühr (vor Ort zahlbar nur in bar):
    Wissenschaftler/innen 200 Euro
    Studierende * 120 Euro
    Doktorand/innen * 180 Euro
    Industrievertreter/innen 350 Euro
    * Nachweis erforderlich

    Anmeldung und weitere Information:
    Kathrin Seiffert (Schwerpunkt-Programm 1109)
    Leibniz-Institut (IPK) Gatersleben
    Correnstrasse 3
    06466 Gatersleben
    Telefon: +49-39482-5256, Telefax: +49-39482-5481
    E-Mail: k.seiffert@ipk-gatersleben.de
    http://www.spp-stemcells.de

    Für Rückfragen:
    Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug
    Generalsekretärin der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
    Postfach 11 05 43, 06019 Halle (Saale)
    Telefon: + 49-345-4 72 39 12, Telefax: + 49-345-4 72 39 19
    E-Mail: leopoldina@leopoldina-halle.de
    http://www.leopoldina-halle.de

    Zur Akademie Leopoldina
    Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung. Sie ist die älteste ununterbrochen existierende naturwissenschaftlich-medizinische Akademie der Welt. Ihr gehören etwa 1.200 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur- und den empirischen Geistes-, Technik-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 34 Mitglieder der Leopoldina.

    Zum DFG-Schwerpunktprogramm 1109 "Embryonale und gewebespezifische Stammzellen - Regenerative Zellsysteme für einen Zell- und Gewebeersatz"
    Dieses von der DFG geförderte Schwerpunktprogramm hat eine Laufzeit von 2001-2007. Koordiniert wird es von Professorin Dr. Anna. M. Wobus vom Leibniz-Institut in Gatersleben. Ein zentrales Problem der regenerativen Medizin ist die fehlende Verfügbarkeit von Geweben und Organen für die Transplantation. In der Zukunft sollen regenerative Zellsysteme diesen Bedarf decken helfen, um Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Herzinfarkt und Diabetes mellitus angemessen therapieren zu können. Pluripotente embryonale und adulte Stammzellen haben die Fähigkeit, sich zu vermehren und sich in spezialisierte Zellen zu differenzieren, wobei die Fähigkeit zur Zellteilung und zur Differenzierung bei embryonalen und adulten Stammzellen/Vorläuferzellen sehr verschieden ist. Wichtig ist es daher, zu verstehen, worauf diese zellbiologischen Unterschiede zwischen embryonalen und adulten Stammzellen beruhen, damit man sie künftig erfolgreich in der regenerativen Medizin einsetzen kann. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten 27 verschiedene Arbeitsgruppen im SPP 1109 auf den Gebieten der Zell-, Molekular- und Entwicklungsbiologie zusammen und nutzen dazu verschiedene Zellsysteme und Tiermodelle.

    Zum DFG-Sonderforschungsbereich 655 "Von Zellen und Geweben: Determination und Interaktion von Stammzellen und Vorläuferzellen bei der Gewebebildung"
    Dieser von der DFG geförderte Sonderforschungsbereich läuft seit 2005. Sprecher ist Professor Dr. Gerhard Ehninger von der Medizinischen Klinik und Poliklinik I (Gastroenterologie, Hämatologie/ Onkologie und Infektiologie) des Universitätsklinikums der TU Dresden. In diesem SFB werden die traditionell getrennten Disziplinen der Zell- und Entwicklungsbiologie, des Bioengineering und der Medizin in einer innovativen Weise zusammengeführt, um zu verstehen, wie Stammzellen und Vorläuferzellen Gewebe bilden. Ziel ist es, Ergebnisse der Grundlagenforschung mit klinischen Anwendungen zu kombinieren. Während Grundlagenforschung auf diesem Gebiet auch künftig ein eigenständiges Ziel sein wird, ist eine erfolgreiche klinische Anwendung dieser Erkenntnisse von besonderem Interesse: Der gegenwärtige Mangel an Spenderorganen in der Transplantationsmedizin könnte durch neue Zelltherapien teilweise behoben werden, Gewebe wäre bei degenerativen Erkrankungen erneuerbar, und Patienten könnten ggf. durch Zellersatz geheilt werden.


    Weitere Informationen:

    http://www.leopoldina-halle.de/embryonicstem.pdf
    http://www.spp-stemcells.de/events/events.php4


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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