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14.01.2008 09:41

Bildungsbarometer zeigt: Mehrheit lehnt Verkürzung der gymnasialen Schulzeit (G8) ab

Bernd Hegen Referat Öffentlichkeitsarbeit
Universität Koblenz-Landau

    Aus internationaler Perspektive betrachtet, steht eine einheitliche Verkürzung der gymnasialen Schulzeit (G8) an, denn dass Abitur wird in Deutschland vergleichsweise spät erworben. Die meisten Bundesländern haben zwar eine verkürzte gymnasialen Schulzeit bereits eingeführt, allerdings nach unterschiedlichen Konzepten. Das G8 oder die Konzepte zu seiner Einführung sind dabei verschiedentlich auf zum Teil heftige Kritik gestoßen. Doch wie steht die Bevölkerung zu dieser Thematik? Aussagen zum G8 liefert das in Kooperation zwischen dem Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau und der Schülerhilfe (Gelsenkirchen) durchgeführte Bildungsbarometer vom November 2007.

    1.554 an Bildung Interessierte aus ganz Deutschland, insbesondere viele Eltern schulpflichtiger Kinder und Lehrkräfte, haben sich an der Online-Befragung beteiligt. Die Mehrheit der Befragten (57%) hat sich eher gegen eine Verkürzung ausgesprochen Eine Minderheit (43%) ist für eine Verkürzung der gymnasialen Schulzeit (G8). Eine differenzierte Auswertung der Daten liefert aber ein deutlicheres Bild.

    In der regionalen Verteilung zeigen sich deutliche Unterschiede. Die Bevölkerung im Osten befürwortet mit 61,2% eine Verkürzung der gymnasialen Schulzeit. In Westdeutschland lehnen dagegen 65,1% der Befragten die Einführung des G8 ab. Auch im nord- und süddeutschen Raum findet sich eine Mehrheit von 57,6% bzw. 55,7%, die das G8 ablehnt.

    Professor Reinhold S. Jäger, Leiter der Studien zum Bildungsbarometer, verweist noch auf eine weitere Besonderheit: "Befragte mit Kindern lehnen die Verkürzung häufiger ab als Befragte ohne Kinder. Dieses Ergebnis stimmt gleichermaßen für Lehrkräfte mit bzw. ohne Kinder. Dabei ist das Votum der Lehrkräfte ohne Kinder (75% Zustimmung) im Osten für eine Verkürzung noch weitaus positiver als bei Lehrkräften mit Kindern (57,1%) der gleichen Region."

    Jäger gibt zu bedenken, dass die unterschiedlichen Erfahrungen in den neuen und alten Bundesländern offensichtlich diese Einstellung zur G8 beeinflussen. Und er rät dazu, die Vorbehalte der Bevölkerung ernst zu nehmen, gleichzeitig aber auch darauf hinzuwirken, dass mit der Einführung des G8 auch eine Entschlackung der Lehrpläne einhergehen muss. Denn es sei offensichtlich, dass eine Ablehnung insbesondere dort zustande komme, wo eine Überbelastung der Jugendlichen befürchtet wird. "Es liegt nunmehr an den Ministerien, die international notwendige Verkürzung der gymnasialen Schulzeit durch eine wohl überlegte Veränderung der Lehrpläne zu begleiten, um damit die bislang berechtigten Einwände von Eltern zu entkräften", betont Jäger.

    Der neueste Newsletter mit den Hauptergebnissen des letzen Bildungsbarometers kann als Download unter dem Link http://www.bildungsbarometer.de abgerufen werden.
    Alle an Bildung Interessierten können sich an den weiteren Befragungen beteiligen. Eine Anmeldung für die nächste Befragung ist jetzt schon unter folgender Adresse möglich: https://www.unipark.de/uc/zepf_djaeger/5ab5/
    Das Bildungsbarometer ermittelt viermal im Jahr die aktuellen Trends und Einstellungen zu Bildungsfragen. Die nächste Befragung wird März stattfinden.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
    Geschäftsführender Leiter
    zepf - Zentrum für empirische pädagogische Forschung

    Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
    Bürgerstraße 23
    D-76829 Landau
    Telefon: +49-(0)6341-906-175
    Telefax: +49-(0)6341-906-166
    E-Mail: jaeger@zepf.uni-landau.de
    http://www.zepf.uni-landau.de


    Weitere Informationen:

    http://www.bildungsbarometer.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik, Recht
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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