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22.02.2008 09:20

Krebsmedikament erhöht Sterblichkeit

Rudolf-Werner Dreier Kommunikation und Presse
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Studie aus den USA und Freiburg wird im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht

Tumorpatienten leiden häufig unter einer Anämie. Viele Krebspatienten erhalten deshalb Erythropoietine (EPOs) um vermehrt rote Blutkörperchen zu bilden. Jetzt belegt eine Studie der Northwestern University?s Feinberg School of Medicine (USA) und des Universitätsklinikums Freiburg, dass EPOs das Überleben von Krebspatienten verkürzen. Der Grund hierfür liegt möglicherweise in einer Stimulation des Wachstums der Krebszellen.
An über 13.000 Krebspatienten wurde eine um zehn Prozent erhöhte Sterblichkeit festgestellt, wenn sie EPOs erhielten. Der Bericht, eine Metaanalyse von 51 Studien, belegt damit erstmals, dass Erythropoietine das Sterberisiko erhöhen können, und er bestätigt, dass das Risiko für Blutgerinnsel in Beinen oder Lunge bei diesen Patienten um 57 Prozent vergrößert sein kann.
"Obwohl EPOs für Tumorpatienten zugelassen und empfohlen werden, weisen unsere und Befunde Anderer darauf hin, dass sie das Krebswachstum anregen und Patienten gefährden können", warnt Professor Dr. Michael Henke, Sektionsleiter in der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg und Seniorautor der Publikation. "Es ist beunruhigend, dass sie 15 Jahre angewendet wurden, bevor wir dies erkennen konnten." Aktuelle Therapieempfehlungen beurteilen EPOs als sicher, wenn sie nicht bei zu hohen Bluthämoglobinwerten verabreicht werden. "Unsere Daten belegen das nicht", so Professor Henke. "Allerdings sollten wir die Daten derzeit nicht verallgemeinern, da sie von der Art der Tumorerkrankung abhängen können."
Das Freiburger Team gehörte zu den ersten, die bereits 2003 über gesundheitsschädliche Effekte von Erythropoetin bei Krebspatienten berichteten.
Die Studie wird am Mittwoch, den 27. Februar 2008, im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Henke
Klinik für Strahleheilkunde
Tel.: 0761/ 270- 9550, E-Mail: henke@uni-freiburg.de


Ergänzung vom 22.02.2008

Bitte beachten Sie die
SPERRFRIST BIS ZUM 27. FEBRUAR 2008


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


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