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18.01.2011 09:49

Kooperationsprojekt der FH Lübeck mit Ghana ist Modell für internationale Zusammenarbeit

Frank Mindt Präsidium - Kommunikation, Kooperation und Marketing
Fachhochschule Lübeck

    Bei einer aktuell stattfindenden Delegationsreise von Wirtschaftsvertretungen nach Ghana (17.-20.1.2011), initiiert und geleitet von Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, steht das Kumasi-Lübeck-Modell wieder als Vorzeigemodell auf der Agenda. Der hohe Nachhaltigkeitsfaktor des Kumasi-Lübeck-Projekts war bereits beim Besuch des Bundesentwicklungsministers in Ghana Ende des letzten Jahres ausschlaggebend für die Bewertung als ein best practice Modell im Rahmen von internationaler Zusammenarbeit.

    In dem Public-Private-Partnership Projekt zwischen Kumasi, Ghana, und Partnern aus Deutschland, teilgefördert durch das damalige Bundesministerium für Zusammenarbeit, BMZ (GTZ), hatten deutsche Firmen, namentlich DrägerForum GmbH und cbb software GmbH, zusammen mit ihren ghanaischen Tochterunternehmen im engen Schulterschluss mit der Fachhochschule Lübeck und der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST) Kumasi in Ghana die Studiengänge Biomedical IT und Industrial IT nach dem Lübecker Fachhochschul-Vorbild eingerichtet.

    Die Fachhochschule Lübeck hat mit der Umsetzung dieses internationalen Projekts ein Modell geschaffen, auf das wegen seiner hohen Effizienz und Nachhaltigkeit als Vorzeigemodell gern verwiesen wird. Darüber hinaus wird durch den Multiplikationseffekt der sog. „brain drain“ (Migration von Fachkräften) vermieden. Die kleinen und mittelständischen ghanaischen Unternehmen können die wissenschaftlich ausgebildeten Fachkräfte direkt vor Ort und im regionalen Umfeld finden.
    Das Rekrutieren von lokalen Fachkräften aus den eigenen Hochschulen mit entsprechenden Studiengängen ist eine wesentliche Voraussetzung für das Engagement privater Wirtschaftspartner in Ghana (und Afrika generell). Insofern war die marktorientierte Überarbeitung des Curriculums im Kumasi-Lübeck-Modell die Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung des Projekts mit der entsprechenden Nachhaltigkeit.

    Damit konnten technologische Fragestellungen, die für eine Zusammenarbeit von ghanaischen Firmen mit ihren deutschen Partnern von Bedeutung waren, im Lehrplan der KNUST berücksichtigt werden. Im Projekt wurden nach dem Konzept des „Train the Tainer“ Hochschul-Lehrer der KNUST in Deutschland an der Fachhochschule Lübeck und in den Deutschen Partnerunternehmen auf ihre zukünftige Arbeit vorbereitet. Parallel wurden Labore für Industrial IT und Biomedical IT an der KNUST eingerichtet, die von den privaten Projektpartnern, der cbb software GmbH, der Hospital Engineering Ltd., Ghana, und der Dräger Medical, Lübeck, gespendet wurden. Mittlerweile hat das College of Engineering der KNUST einen eigenen Studiengang namens Biomedical Engineering eingerichtet, in dem Klinik-Fachpersonal vor Ort ausgebildet wird. Der Studiengang ist von allen umliegenden Kliniken anerkannt. Sie rekrutieren ihr Fachpersonal zu einem erheblichen Teil aus den Absolventen und Absolventinnen dieses Studiengangs.

    Im Bereich Industrial IT des damaligen Kumasi-Lübeck-Modells ist die Nachhaltigkeit des PPP-Projekts noch deutlicher. Das ghanaische Tochterunternehmen iBit Soft Ltd. des deutschen Projektpartners cbb software GmbH betreibt seit 2006 das Projekt Power Automation in Nigeria auf einem technisch sehr hohem Niveau. In Kürze soll daraus der After-Sales-Service der Fa. Siemens Ltd. Nigeria übernommen werden. Zur Bearbeitung und Umsetzung dieses Projektes wurden bereits Absolventen der KNUST aus dem Studiengang Industrial IT eingestellt.
    Seit Einführung der Studiengänge an der KNUST haben einige Absolventen des Bachelor-Studiengangs Biomedical Engineering ihre Ausbildung zum Master of Science im Internationalen Studiengang Biomedical Engineering in Lübeck (gemeinsamer Studiengang von Fachhochschule und Universität Lübeck) mit großem Erfolg fortgesetzt. Zwei der Masterstudenten erhielten eine Ausbildungsunterstützung von dem ghanaischen Projektpartner Hospital Engineering Ltd., bei dem sie seit ihrem erfolgreichen Abschluss angestellt sind.

    Prof. Dr. Cecil Bruce-Boye (mit dem Vizepräsident der FHL, Prof. Dr. Joachim Litz einer der Projektinitiatoren an der FH Lübeck - beide haben die Curricula der Studiengänge am College of Engineering der KNUST in Abstimmung mit Unternehmen in Ghana überarbeitet und an die Bedingungen vor Ort angepasst) ist Delegationsmitglied und wird die Fachhochschule Lübeck vertreten. In einem Vortrag wird das Kumasi-Lübeck-Projekt als best practice Modell im Rahmen eines deutsch-ghanaischen Symposiums den hochrangigen Vertretungen aus Politik und Wirtschaft vorgestellt.

    Die Delegationsreise findet vom 17. bis zum 20. Januar 2011 statt, u.a. anlässlich der Eröffnung eines Delegiertenbüros der Deutschen Wirtschaft. Organisiert wurde diese Reise für interessierte Unternehmen von der Afrika-Verein-Veranstaltungs-GmbH, der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana und der Ghanaian-German Economic Association. Auf dem Programm stehen, laut Informationen aus dem Wirtschaftsministerium, die Teilnahme an Informationsveranstaltungen, Gespräche mit staatlichen Akteuren und Vertretern aus der privaten Wirtschaft, ein German-Ghanaian Business Symposium sowie einen Business Round Table zum Gesundheitswesen und zum Thema Infrastruktur. Besonders vor diesem Hintergrund dient das Public Private Partnership-Projekt „Kumasi-Lübeck-Modell“ aus Lübeck beispielgebend als ein Modell für die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Partnern.


    Weitere Informationen:

    http://www.fh-luebeck.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Kooperationen, Studium und Lehre
    Deutsch


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