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17.02.2011 10:04

Universitätsklinikum Regensburg eröffnet Wilhelm Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie

Sylvia Kloberdanz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm Sander-Stiftung

    Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 18. Februar 2011

    Die Medizinische Fakultät der Universität Regensburg richtet mit Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung am Universitätsklinikum eine in Bayern einzigartige Therapieeinheit für den Bereich NeuroOnkologie ein.

    Neues Patientenportal des Zentrums für Hirntumoren

    Die Wilhelm Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie stärkt das 2009 gegründete Zentrum für Hirntumoren (ZHT) am Universitätsklinikum Regensburg. Die Fördermittel fließen in den Aufbau eines Patientenportals hinter dem ein hochqualifiziertes Netzwerk steht: Über eine Stiftungsprofessur für Neuroonkologie koordiniert die neue Wilhelm Sander-Therapieeinheit Diagnostik und Therapie bei Patienten mit Hirntumoren klinikübergreifend und mit dem Ziel eines therapeutischen Durchbruchs. Eingegliedert in das ZHT, richtet die neuroonkologische Therapieeinheit insbesondere die ambulante und tagesklinische Versorgung der Patienten mit Hirntumoren nach modernsten Behandlungsprinzipien aus. Darüber hinaus berät sie externe Hirntumorpatienten, deren Angehörige sowie Ärzte, die sich mit der Therapie von Hirntumorpatienten befassen.
    Nach Ablauf der Förderdauer von fünf Jahren wird die neuroonkologische Therapieeinheit in den Routinebetrieb des Klinikums überführt. Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) zählt damit zu den fünf größten Forschungs- und Behandlungszentren für neuroonkologische Erkrankungen in Bayern.
    Sprecher und kommissarischer Leiter der Wilhelm Sander-Therapieeinheit ist PD Dr. med. Peter Hau, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum und Leiter der Arbeitsgruppe NeuroOnkologie.

    Ausgangslage für die Wilhelm Sander-Therapieeinheit Neuroonkologie

    Die Therapieeinheit NeuroOnkologie kümmert sich um Patienten mit Tumoren, die direkt im Gehirn und im Rückenmark entstehen (primäre Tumoren), Hirnmetastasen sowie mit paraneoplastischen Syndromen (indirekten Auswirkungen von tumorerkranungen am Nervensystem und anderen Organen). Hierbei bilden maligne Gliome (Glioblastome, anaplastische Gliome) die häufigsten hirneigenen Tumoren des Erwachsenenalters. Sie führen zu einer erheblichen Einschränkung der Lebenserwartung, sowie zu schwersten klinischen und psychosozialen Problemen. Bisher können nur in Ausnahmefällen durch konsequent interdisziplinäre Therapiestrategien, rasche Therapiewechsel bei Tumorprogression und innovative Therapieansätze „Langzeitverläufe“ bis zu einigen Jahren bei guter bis sehr guter Lebensqualität ermöglicht werden.
    Die Experten des Zentrums für Hirntumoren am UKR sehen in der optimal abgestimmten Nutzung modernster diagnostischer und therapeutischer Prinzipien, wie sie durch die neue Wilhelm Sander-Therapieeinheit ermöglicht wird, substantielle Möglichkeiten zur Verbesserung der individuellen Therapien und damit der Prognosen. Prof. Dr. Ulrich Bogdahn, Direktor der Klinik für Neurologie: „Die Zukunft einer wirklich effektiven Behandlung von Hirntumoren liegt in der zeitnahen Abstimmung der modernsten und effektivsten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für den einzelnen Patienten. Der Weg zu jenen individualisierten Therapieentscheidungen wird im ZHT nun durch die Wilhelm Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie endgültig geebnet“. Prof. Dr. Alexander Brawanski, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, ergänzt: „Die im Zentrum für Hirntumoren des Universitätsklinikums zusammengeschlossenen Disziplinen bilden gemeinsam die optimale Arbeitsstruktur, auf die die Wilhelm Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie direkt zugreifen wird. Die Logistik ist eingespielt, die Informationswege kurz, der Informationsaustausch eng und zeitnah.”
    Die Fördersumme der Wilhelm Sander-Stiftung beträgt bis zu drei Millionen Euro. Sie finanziert für die neue Therapieeinheit acht Personalstellen. Seit Jahresbeginn verstärkt außerdem eine neu eingerichtete Abteilung für Neuropathologie (Leiter: Prof. Dr. Marcus Riemenschneider) die medizinische Versorgung sowie die Forschung am UKR. Sie ist eng mit der Wilhelm Sander-Therapieeinheit verbunden und wird ebenfalls durch die Stiftung gefördert. Dr. Jörg Koppenhöfer, Stiftungsratsvorsitzender der Wilhelm Sander-Stiftung: „Unser Ziel ist es, die Entwicklung neuer Therapieformen für Krebspatienten unmittelbar aus Forschungsergebnissen zu unterstützen. Wir freuen uns deshalb besonders, dass es gelungen ist, am Universitätsklinikum Regensburg ein klinisches Zentrum zu schaffen, das genau dieses Ziel verfolgt.“

    Erwartungen und Ziele: Neue Therapieverfahren

    Vor dem Hintergrund der vorhandenen Ressourcen im Zentrum für Hirntumoren erwarten die Experten somit nicht nur eine Verbesserung der Therapieerfolge im Sinne einer Revision der bislang noch häufig enttäuschenden Überlebensdaten. Fester Bestandteil der Therapieeinheit ist auch die Erforschung und Evaluierung neuer Therapieverfahren. Die Regensburger Mediziner haben sich dabei auf die Entwicklung und Überführung molekular begründeter Therapiemodelle aus der Grundlagen- und klinischen Forschung in die klinische Praxis spezialisiert, die in der Wilhelm Sander-Therapieeinheit genutzt werden sollen. Insbesondere wurde hier ein hochmodernes Medikament (AP12009, Trabedersen) aus dem eigenen Forschungs-Labor heraus für die Behandlung maligner Gliome und anderer solider Tumoren entwickelt. Privatdozent Dr. Peter Hau, Sprecher der neuen Therapieeinheit führt aus: „Wir gehen davon aus, dass wir durch die Vereinheitlichung diagnostischer und therapeutischer Standards innerhalb unserer klinischen Studien auch eine rasche wissenschaftliche Bewertung neuer molekularer und zellulärer Therapiekonzepte erreichen“.
    Des Weiteren wird in der neurochirurgischen Behandlung mit Hilfe der neuen Sander-Therapieeinheit die Vorreiterrolle in der präoperativen Diagnostik sowie bei der Durchführung von Operationen auch bei besonders gefährdeten Patienten, zum Beispiel mittels Wachoperationen und spezieller stereotaktischer Verfahren, ausgebaut werden. Schließlich werden die Anstrengungen für eine stärker zielgerichtete und gewebeschonende Strahlentherapie verstärkt. Prof. Oliver Kölbl, Direktor der Klinik für Strahlentherapie: „Je mehr Informationen wir in einer engmaschig koordinierten Zusammenarbeit über die Stoffwechselaktivität des betroffenen Gewebes erhalten, desto schneller kommen wir in der Entwicklung von Methoden voran, nach denen die Intensität der
    Strahlentherapie passgenau moduliert wird.“

    Eröffnungsveranstaltung

    Die feierliche Eröffnung der Wilhelm Sander-Therapieeinheit Neuroonkologie findet am Freitag, den 18. Februar 2011, im Beisein des Oberbürgermeisters der Stadt Regensburg Hans Schaidinger im Universitätsklinikum statt. Als Gastredner referiert der international renommierte Onkologe Prof. Dr. Roger Stupp, Lausanne, über den aktuellen Forschungsstand zur Therapie von bösartigen Hirntumoren, sogenannten Glioblastomen. Im Anschluss daran stellen Experten aus dem Universitätsklinikum die Behandlungs- und Forschungsbereiche der Wilhem Sander-Therapieeinheit vor.

    Wöchentliche Patienten-Sprechstunde

    Die Sprechstunde der Wilhelm Sander-Therapieeinheit findet immer mittwochs von 12 bis 18 Uhr statt. Erreichbar ist die Therapieeinheit unter den Nummern 0941/944-9010 und 0941/941-3003. Ein eigenes Onlineportal wird ab März weitere Informationen bereit stellen.

    Kontakt:
    Cordula Heinrich, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Universitätsklinikum Regensburg (UKR), Franz-Josef-Strauß-Allee 11, 93042 Regensburg
    Tel.: 0941-944-5736, Fax: 0941-944-5634
    E-Mail: pressestelle@klinik.uni-regensburg.de

    PD Dr. med. Peter Hau, Sprecher und kommissarischer Leiter der Wilhelm Sander-Therapieeinheit
    Im Zentrum für Hirntumoren am Bezirksklinikum Regensburg
    Universitätsstraße 84, 93051 Regensburg
    Tel.: 0941-941-8464, Fax: 0941-941-3292
    Email: neuroonkologie@medbo.de


    Anhang
    attachment icon Einladungsflyer zur Eröffnungsveranstaltung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Pressetermine
    Deutsch


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