idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
18.02.2011 11:05

Internationales Symposium zu Determinanten psychischer Störungen

Dipl.-Sozialwissenschaftlerin Heidi Müller-Henicz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hanse-Wissenschaftskolleg

    Internationale Konferenz am HWK „Determinanten psychischer Störungen“

    Ausschreibung von insgesamt 15 Plätzen einschließlich finanzieller Unterstützung für Angehörige des wissenschaftlichen Nachwuchses
    Termin: 14.-16. April 2011
    Bewerbungsschluss: 11. März 2011
    Veranstaltungsort: Hanse-Wissenschaftskolleg, 27753 Delmenhorst,
    Lehmkuhlenbusch 4
    Tagungssprache: Englisch

    Psychische Erkrankungen sind weltweit in allen Kulturen anzutreffen. Für das Jahr 2020 prognostiziert die WHO, dass beispielsweise depressive Störungen die zweithäufigsten Erkrankungen überhaupt sein werden, die zu einem Leben mit Behinderung führen („years lived with disability“). Unter den zehn häufigsten Erkrankungen rangieren heute außerdem Angsterkrankungen, Suchterkrankungen und Schizophrenien.
    Eine derartige Zunahme psychischer Störungen scheint sich jedoch stärker in den entwickelten Ländern abzuzeichnen. Unklar ist daher, warum trotz verbesserter Gesundheitsvorsorge und Lebensbedingungen psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch zu sein scheinen.
    Die Evolutionäre Psychiatrie bietet als eine mögliche Antwort die These an, dass ein „Mismatch“ zwischen Anpassungen des psychischen Apparates an ursprüngliche Umwelten und der Konfrontation mit „modernen“ Umwelten ursächlich an einer Zunahme psychischer Erkrankungen beteiligt ist.
    Gegenwärtige psychiatrische Forschung konzentriert sich dagegen einseitig auf die genetischen Grundlagen psychischer Störungen. Allerdings ist hier eine gewisse Ernüchterung eingetreten, weil die Hypothese der „Suszeptibilitätsallele“ nur kleine Anteile der statistischen Varianz erklären kann. Zudem können genetische Dispositionen die Zunahme psychischer Störungen in derart kurzer Zeit, wie von der WHO prognostiziert, nicht erklären, weil sich Änderungen im Genpool einer Population nicht innerhalb so kurzer Zeiträume einstellen können. Es müssen also Anlage-Umwelt-Interaktionen an der Auslösung psychischer Erkrankungen beteiligt sein.
    Das komplexe Zusammenspiel von Anlage und Umwelt für die Entstehung psychischer Erkrankungen zu verstehen, ist die Domäne der Evolutionären Psychiatrie. Dies umfasst eine sorgfältige Analyse verschiedener Ebenen von Erleben und Verhalten, einschließlich ontogenetischer Gesichtspunkte (etwa vorgeburtliche und frühkindliche Entwicklung) sowie der beteiligten psychischen Funktionskreise und Mechanismen. Ziel einer derart differenzierten Analyse ist es, psychische Störungen nicht als qualitativ verschieden von gesundem Erleben und Verhalten aufzufassen, sondern als pathologische Extremvarianten ursprünglich angepasster Verhaltensweisen.
    Die Konferenz über psychische Störungen als menschliche Universalien stellt sich die Aufgabe, diese unterschiedlichen Faktoren am Beispiel der häufigsten psychischen Störungsbilder herauszufiltern.
    Diese Konferenz wird durch die VolkswagenStiftung großzügig unterstützt. Dadurch können die Veranstalter bis zu 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern (Disziplinen: Medizin, vor allem Psychiatrie; Neurowissenschaften, Anthropologie, Philosophie, Psychologie, Humanbiologie, Genetik) eine weitgehend kostenfreie Teilnahme an der Konferenz ermöglichen (Konferenzteilnahme, Übernachtungskosten, teilweise Erstattung von Anreisekosten).
    Organisation: Prof. Dr. Martin Brüne (Bochum), Prof. Dr. Reto Weiler (Delmenhorst), die Tagungssprache ist Englisch.

    Die 15 Plätze werden im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens vergeben. Das Tagungsprogramm, Hinweise zum Bewerbungsverfahren und das Bewerbungsformular stehen auf der Internetseite des Hanse-Wissenschaftskollegs zum Download bereit (http://www.h-w-k.de/index.php?id=1733).

    Ansprechpartner: Wolfgang Stenzel, Hanse-Wissenschaftskolleg, Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst, Tel: 0 42 21 91 60-103, E-Mail: wstenzel@h-w-k.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Philosophie / Ethik, Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).